Gewerbegebiet

Gewerbegebiet Rotheidlen ist ohne Empfang

BODNEGG-ROTHEIDLEN / Lesedauer: 3 min

Zum Jahresende wurde der Mobilfunkmasten abgeschaltet – Unternehmen drohen mit Klage
Veröffentlicht:24.01.2014, 22:40
Aktualisiert:24.10.2019, 17:00

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Große Verärgerung herrscht im Gewerbegebiet Rotheidlen. Zum Ende des Jahres ist der dortige Mobilfunkmasten stillgelegt worden, weil der Vertrag mit dem Betreiber ausgelaufen ist. Obwohl der Bodnegger Gemeinderat schon im vergangenen Jahr das Umweltinstitut München mit der Untersuchung von neuen Standorten beauftragt hat und die Gemeinde mit Telefónica (O2) und Telecom im sogenannten „dialogischen Verfahren“ stand, konnte keine Lösung gefunden werden (die Schwäbische Zeitung berichtete mehrfach). Einige Unternehmen in Rotheidlen haben mit Schadenersatzklagen gedroht. Die Telekom will sich jetzt aktuell selbst um die Lösung des Problems kümmern.

„Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden und wussten nicht, dass der Funkmasten abgestellt war“, ärgert sich Manfred Jäger , dessen Unternehmen in Rotheidlen ansässig ist. Weder der Betreiber noch die Gemeinde hätten das kommuniziert. Etliche Kunden, die vergeblich versuchen, seine Firma zu erreichen, seien höchst verwundert. „Viele glauben gar nicht, dass wir in einem Industriegebiet nicht erreichbar sind“, meint Jäger. Das könne man kaum erklären. Johannes Hecht und Hans-Peter Blum, ebenfalls Geschäftsführer in Rotheidlen, sehen das genauso. „Wir sind ein international tätiges Unternehmen und müssen für unsere Kunden ständig erreichbar sein“, meint Blum. „Es handelt sich ja hier nicht um eine Einschränkung, sondern es geht gar nichts mehr“, ärgert sich Johannes Hecht. Auch seine Firma hat keine offizielle Information über die Abschaltung bekommen.

Andere Gewerbetreibende in Rotheidlen sind ebenfalls höchst erbost. Vor allem auch deshalb, weil das Ganze so abrupt vonstatten ging. Sie haben deshalb ihrem Ärger darüber schriftlich bei der Gemeindeverwaltung Luft gemacht. Klageandrohungen und Schadenersatzforderungen stehen im Raum. Bürgermeister Christof Frick kann den Ärger verstehen. Aber man habe im vergangenen Jahr das Umweltinstitut in München beauftragt, da man auch den Mobilfunkgegnern gerecht werden und die für alle Beteiligten beste Lösung finden wollte. Der Betreiber habe etliche Standorte, die das Umweltinstitut ermittelt hatte, abgelehnt und bei den beiden erst jüngst neu ermittelten haben die Grundstückseigentümer ihre Zustimmung verweigert. „Wir haben jetzt keinen Standort, der außerhalb der Bebauung liegt und den die Betreiber und die Grundstückseigentümer akzeptieren“, meint Frick, inzwischen auch ziemlich ratlos, zumal sich die Gemeinde die Suche mit den Gutachten über 15 000 Euro hat kosten lassen. „Wir prüfen jetzt mit unserem Rechtsanwalt und dem Umweltinstitut das weitere Verfahren“, ergänzt er.

Telekom will Problem bald lösen

Auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung bei der Telekom ist zu erfahren, dass dort bereits die Weichen für eine Lösung gestellt werden. „Wir werden in naher Zukunft eine sehr gute Versorgung wie bisher bereitstellen“, erklärt Hans-Peter Frick von der Telekom Baden Württemberg, der Ansprechpartner für die Kommunen ist. Die Kritik an der spontanen Abschaltung lässt er nicht gelten. „Wir haben uns über ein Jahr um eine Lösung bemüht“, meint er. Ein Gutachter könne keine Netzplanung machen und wisse nicht, wie groß der Gesprächsverkehr sei. „Ich bedaure sehr, dass wir das im Gemeinderat nicht erklären durften“, kritisiert er. Die Standorte seien entweder aus funktechnischen oder wirtschaftlichen Gründen ungeeignet gewesen. Inzwischen sei er im Gewerbegebiet in direkte Verhandlungen getreten. „Wir werden das Problem jetzt sehr, sehr zeitnah lösen“, versichert er. Das dialogische Verfahren dürfte damit wohl beendet sein.