Umweltinstitut

Bodnegg gibt Suche nach Standort für Mobilfunk auf

Bodnegg / Lesedauer: 3 min

Dialogisches Verfahren ist gescheitert – Gemeinderat hebt Veränderungssperre auf
Veröffentlicht:17.02.2014, 19:40
Aktualisiert:24.10.2019, 16:00

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Vor genau einem Jahr hat der Gemeinderat Bodnegg beschlossen, zusammen mit dem Umweltinstitut München, Telefónica (O2) und Telekom in einem sogenannten Dialogischen Verfahren einen geeigneten Standort für einen Mobilfunkmasten im Gewerbegebiet Rotheidlen zu finden. Obwohl an die 20 Standorte untersucht wurden, konnte zwischen Betreiber, Umweltinstitut und Grundstückseigentümer keine Einigung erzielt werden. Jetzt schließt die Telekom in Eigenregie einen Standortvertrag mit einem Unternehmen in Rotheidlen ab.

Es war der heftige Ärger der Gewerbetreibenden in Rotheidlen , der letztendlich zum Ergebnis führte. Zum Ende des Jahres hatte der Betreiber den Mobilfunkmasten am alten Standort abgeschaltet und dafür gesorgt, dass Rotheidlen keinen Mobilfunkempfang mehr hatte (die SZ berichtete „Gewerbegebiet Rotheidlen ist ohne Empfang“ am 25. Januar 2014).

16000 Euro für die Suche

Der Gemeinderat hatte zuvor im September im Rahmen der Bebauungsplanung für Rotheidlen eine Veränderungssperre beschlossen. Hintergrund war, die Planung gegen die Schaffung vollendeter Tatsachen zu schützen. Das Dialogische Verfahren war zu dieser Zeit noch in vollem Gange und der Gemeinderat zuversichtlich, einen Standort zu finden, der auch den Bedenken der Mobilfunkgegner gerecht wird. Etwa 16000 Euro hat sich die Gemeinde diese Suche kosten lassen. Alle waren guten Mutes, zumal Diplom-Ingenieur Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München große Hoffnungen geweckt hatte. Mehrfach hatte er betont, dass schon bei etlichen, vom Umweltinstitut begleiteten Verfahren, die Betreiber durch die Untersuchungen von ihren geplanten Standorten abgesehen und sich von den Alternativen haben überzeugen lassen. In Bodnegg hat das nicht geklappt, denn es konnte trotz intensiver Suche kein Standort gefunden werden, der allen Ansprüchen gerecht wurde.

In der jüngsten Sitzung hob der Gemeinderat jetzt die Veränderungssperre auf, im Bewusstsein, alles versucht zu haben und doch gescheitert zu sein. Bemerkenswert dabei war, dass in der öffentlichen Sitzung mit gut besuchtem Zuschauerraum kein Wort des Bedauerns über die Kosten oder ein Kommentar über das gescheiterte Dialogische Verfahren vom Gemeinderat geäußert wurden.

Auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung nach der Sitzung meinte Bürgermeister Christof Frick: „Für die Gemeinde ist der Ausgang des Verfahrens natürlich ärgerlich. Wir hatten die berechtigte Hoffnung, durch das Dialogische Verfahren einen Standort zu finden, der den Ansprüchen unserer Einwohner und gleichzeitig den Ansprüchen der Mobilfunkanbieter gerecht wird. Leider hat sich zwischenzeitlich diese Hoffnung zerschlagen, da wir auch keinen Eigentümer finden konnten, der einen Mobilfunkmast auf seinem Grundstück wollte. Folglich musste das Dialogische Verfahren beendet werden und wir die Standortsuche dem freien Spiel der Kräfte überlassen“. Die Telekom hatte schon im Januar erklärt, in intensiven Verhandlungen mit einem Gewerbebetrieb zu stehen und demnächst wieder die Mobilfunkversorgung in Rotheidlen zu garantieren. Aktuell laufen nach Frick noch die Vertragsverhandlungen. Wenn sie abgeschlossen sind, will er die Einwohner informieren.