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Benefizspiel

Testspiel in Berg sorgt für famose Spendensumme

Berg / Lesedauer: 3 min

Bei der Partie zwischen dem Fußball-Verbandsligisten und dem Oberligisten FV Ravensburg sind 7000 Euro zusammengekommen. Das Geld geht an einen gelähmten Familienvater.
Veröffentlicht:07.02.2024, 17:00

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Fußball ist oft eine schöne Nebensache. Am Dienstagabend im Rafi-Stadion des TSV Berg war der Fußball die absolute Nebensache. Beim Testspiel des Fußball-Verbandsligisten gegen den Oberligisten FV Ravensburg ging es darum, möglichst viel Geld für einen gelähmten Familienvater zusammenzubekommen. Und einmal mehr hat der Fußball bewiesen, dass trotz aller Rivalität gemeinsam ganz viel möglich ist.

Der Bitte um Spenden kommen die Besucher nach

Nicht nur Bergs Co-Trainer Patrick Singrün war begeistert: „Dass an einem Dienstagabend so viele Menschen kommen, ist toll! Danke an alle, die da waren.“ Die Tribüne im Rafi-Stadion war voll belegt, links und rechts neben der Tribüne sowie auf der Gegenseite standen viele Menschen - letztlich werden es wahrscheinlich rund 800 gewesen sein.

Bei freiem Eintritt wurden die Besucher nach Spenden gebeten, jeder Beitrag zählte. Und immer mehr Scheine wurden in die Spendenbox am Eingang gesteckt. Schon am späten Abend konnte der TSV Berg eine vorläufige Spendensumme nennen: 7000 Euro kamen zusammen.

Das Geld fließt an Stephan Rückgauer und seine Familie. Der junge Familienvater ist nach einer Entzündung im Rückenmark vom Hals abwärts gelähmt. Mit den Spendengeldern soll unter anderem die Wohnung der Familie renoviert und an die Bedürfnisse des Rollstuhlfahrers angepasst werden.

Rückgauer und seine Familie waren am Dienstag in Berg vor Ort, vor der Partie gab es etwa ein gemeinsames Foto der beiden Mannschaften mit dem 33-Jährigen. „Ich wünsche der Familie alles erdenklich Gute“, sagte Trainer Michael Schilling vom FV Ravensburg. „Es ging um einen ganz wichtigen Zweck. Dafür waren wir sehr gerne hier.“

Fehlende Stammspieler, aber dennoch viel Qualität

Auch wenn das Testspiel erst kurzfristig geplant wurde und den Ravensburgern nicht ganz in den Vorbereitungsplan passte. Noch am Samstag hatte der FV, der um den Klassenerhalt in der Oberliga bangt, beim österreichischen Zweitligisten Schwarz-Weiß Bregenz (1:1) getestet.

„Das war ein guter Test, aber auch ein intensiver“, sagte Schilling. In Ivo Colic, Daniel Schachtschneider, Samuel Boneberger und Gabriel Galinec fehlten am Dienstag vier angeschlagene Stammspieler.

Doch der FV brachte immer noch viel Qualität mit nach Berg - so standen unter anderem der neue Torwart Ramon Castellucci, Kapitän Moritz Jeggle, Jonas Schuler und Thomas Zimmermann auf dem Feld. Einzig Martin Bleile und in der zweiten Halbzeit Erijon Abdija gehören nicht zum Ravensburger Oberliga-Kader.

Der neue Stürmer macht das entscheidende Tor

Eine Standortbestimmung war das Benefizspiel dennoch für beide Clubs. Dementsprechend motiviert gingen die Spieler auch in die Partie. „In der ersten Halbzeit haben wir stark gespielt, es gab gute Kombinationen“, meinte Singrün. Immer wieder zeigten Vlad Munteanu und der neue Stürmer Hannes Pöschl ihren Spielwitz.

Auch Luis Pfaumann sorgte über die linke Seite für Betrieb. Doch meistens war der aufmerksame Torwart Castellucci Endstation - dazu schoss Munteanu den Ball kurz vor der Pause nach klasse Kopfballablage von Pöschl über das Tor.

Nach der Pause und drei Wechseln beim FV sowie sieben Wechseln beim TSV wurden die Ravensburger stärker. Jetzt durfte sich Bergs Torwart André Port mehrfach auszeichnen, etwa gegen Marek Bleise oder Martin Bleile.

Mit einem satten Schuss aus rund 25 Metern traf Moritz Strauß nur die Unterkante der Latte, in dieser Szene fehlten dem FV nur wenige Zentimeter zum Führungstreffer. Den gab es schließlich fünf Minuten vor dem Ende für Berg. Samuel Walter gewann den Ball gegen Tim Lauenroth und Pöschl traf sehenswert.

Es gab viel Wichtigeres als den Sport

Eine kleine sportliche Zusammenfassung nahm Schilling vor. „Wir haben den Schwerpunkt in der Trainingswoche auf die Defensive gelegt, da ist der Fehler vor dem Gegentor schon ärgerlich“, sagte der FV-Trainer. „Wichtig wäre schon gewesen, auch bei so einem Spiel die Null zu halten.“ Der Schweizer betonte aber noch einmal, dass es „definitiv Wichtigeres“ gab. Nämlich die Benefizaktion. Das ansehnliche Spiel war da nur Nebensache.


Um Stephan Rückgauer und seiner Familie ein möglichst normales Leben ermöglichen zu können, werden im Internet Spenden gesammelt - das Ziel sind 100.000 Euro. Alles zur Aktion gibt es hier.