Auszeichnung

Hohe Auszeichnung für Berger Kirchenchor

Berg / Lesedauer: 3 min

Der Chor feiert 150-jähriges bestehen und bekommt die Zelter-Plakette überreicht
Veröffentlicht:30.06.2022, 12:16

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Die Zelter-Plakette ist die höchste Auszeichnung für Vereinigungen, die sich um die Pflege von Chormusik und Volkslied verdient gemacht haben. Verliehen wird sie vom Bundespräsidenten, überreicht wurde sie jetzt von der Kulturdezernentin des Landkreises, Anja Kahle, dem Berger Kirchenchor, der sein 150-jähriges Bestehen feierte.

Den gebührenden Rahmen zu diesem Akt bot das Kirchenpatrozinium, das die Pfarrei St. Petrus und Paulus, nach zweijähriger coronabedingter Pause, heuer wieder feiern konnte. Aufgeführt wurden die Deutsche Messe von Heinrich Walder und die Jazz-Motette „Jubilate“; freudig und temperamentvoll tönten sie durchs Kirchenschiff, getragen vom Gesang und begleitet von Pauken und Trompeten einer Gruppe der örtlichen Musikkapelle.

Zum Proben war nicht viel Zeit gewesen. „Erst seit zwei Monaten dürfen wir wieder als gesamter Chor, ohne Abstand zueinander, singen“, sagte Chorvorsitzende Anja Pfeiffer .

Eigentlich hätte der Berger Chor schon vor zwei Jahren Jubiläum gefeiert werden können: Ein „Singchor“ sei schon 1821 in der Pfarrchronik erwähnt, so Pfeiffer „ein schriftlicher Beleg, dass es einen Kirchenchor als solches mindestens seit 1870 gibt“, wurde jedoch erst in den 1990er Jahren entdeckt. Und das war dann der Schlüssel zur Bewerbung der Zelter-Plakette.

Gruß- und Dankesworte zu deren Verleihung richtete Pfeiffer in erster Linie an Dirigentin Franziska Schmidt, erinnerte aber auch an alle anderen Mitglieder, Wegbegleiter, Förderer und Gönner, die den Berger Kirchenchor über die Zeit brachten. Zwei davon sind noch jedem im Ort bekannt: Pfarrer Josef Ziesel und Chorleiter Hermann Rudolf .

Rudolf brachte frischen Wind, der dann 40 Jahre durch die Sängerreihen blies. „Landkirchliches Singen war passé“, weltliche Auftritte ergänzten das Singen zur Ehre Gottes – und beide machen nach wie vor Spaß, sagten die früheren Vorsitzende Roseliese Strasser und Protokollführerin Käthe Müller am Festabend in ihrer launigen Retrospektive.

Nicht zu vergessen „der Kirchenchor fungiert heute auch als wichtiger Botschafter in der Partnerschaft mit Rodigo in Italien, von wo eine Deligation dem Jubelchor die Ehre gab – genauso wie Staatssekretär Benjamin Strasser; obwohl Chormitglied, fungierte er an diesem Abend als Präsident des Bundesverbandes Chor und Orchester, unter dessen Dach, alle Laien-, also auch Kirchenchöre, in Deutschland stehen.

Pfarrer Peter Häring sowie Bürgermeisterin Manuela Hugger zeigten in launigen, aber nicht weniger tiefgründigen Worten ihre Wertschätzung und ihren Stolz über „unseren“ stattlichen und leistungsstarken Kirchenchor und dankten mit einem Geldgeschenk.

Die Zelter- Plakette gibt es seit 1956. Als Anerkennung zum 100-jährigen Bestehen eines Chores wurde diese Auszeichnung von Bundespräsident Theodor Heuss damals initiiert und wird seitdem vom Bundespräsidenten vor Ostern am Sonntag Laetare verliehen und von extra Beauftragten später an die Empfänger überreicht. Die brozene Plakette ziert auf der Vorderseite das Portrait von Carl Friedrich Zelter (1738-1832), Professor, Musikpädagoge und Komponist in Berlin, die Rückseite der Bundesadler. Die Plakette gibt es auf Antrag und nur nach Erfüllen strenger Auflagen.