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Wasser als verbindendes Element bei der Narrenmesse in Bad Waldsee

Bad Waldsee / Lesedauer: 2 min

Pfarrer Stefan Werner schlägt Brücke von der Bibel zum Fasnetsmotto „Hamburg“. Schunkeln und humorige Pointen gehören am Fasnetssonntag dazu.
Veröffentlicht:11.02.2024, 17:00

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Pfarrer Stefan Werner hat auch am Fasnetssonntag wieder zur traditionellen Eucharistie mit Beteiligung der Narren, allgemein bekannt als Narrenmesse, geladen. Gekommen waren mehrere hundert Gläubige, die als Leichtmatrosen verkleideten Ministranten, das Sammlervölkle, ein paar Waldseer Originalmasken, neun Zunfträte und Oberbürgermeister Matthias Henne.

In der mit vielen Papierschiffchen sehr passend zum Waldseer Fasnetsmotto „Hamburg“ dekorierten Kirche war Pfarrer Werner sichtlich zufrieden und reimte sich durch den Wortgottesdienst. Unterbrochen wurde die närrische Lyrik durch stimmungsvolle Gesänge, die mal von der Orgel, mal vom Sammlervölkle und immer wieder auch von Werner mit einer Miniziehharmonika begleitet wurden. Mehrmals stimmte Werner auf St. Peter angepasste Strophen des Volksliedes „Horch was kommt von draußen rein“ an und ermutigte die Gläubigen zum kräftigen Mitsingen beim wiederkehrenden „Hollahi, Hollaho“.

Wasser als verbindendes Element

Liturgisch schlug Werner die Brücke von der Bibel zum diesjährigen Motto der Narrenzunft Bad Waldsee. Wasser wirkt als verbindendes Element zwischen Hamburg, dem Tor zur Welt, und dem Wirken Jesu am See Genezareth. Vor allem im christlichen Sinn spielt Wasser eine bedeutende Rolle bei der Taufe. Werner hat eine Tauferneuerung in den Gottesdienst integriert, und es machte ihm sichtbar Freude mit dem großen Weihwassersprenger durch den Mittelgang zu ziehen und das geweihte Wasser großzügig über die Gläubigen zu verteilen.

Eine extra Portion Weihwasser hatte Werner noch für den Ehrenzunftmeister Franz Daiber übrig gelassen, der ihm während des Gottesdienstes in vielfältiger Art unterstützte. Humorige Anekdoten, die allesamt am See Genezareth verortet waren, gab Daiber zum Besten und bereitete so eine thematische Einbettung des Evangeliums in ein ungewöhnliches, weil närrisch inspiriertes Umfeld vor. Werner fiel dann die Aufgabe zu, die im Lukasevangelium geschilderte Berufungsgeschichte von Petrus zum Menschenfischer in einen anspruchsvollen Predigttext zu gießen.

Gegen Egoismus und für Toleranz

An den Fürbitten gegen sich ausbreitenden Egoismus und für Toleranz über den Tellerrand hinaus beteiligten sich Zunfträte, Faselhannes und Federle. Zum Abschluss des Gottesdienstes zogen Zelebranten und Gläubige in einer Polonäse auf den Kirchplatz zum geselligen Umtrunk.