StartseiteRegionalOberschwabenBad WaldseeDramatischer Schulbusunfall in Waldsee: Das war die Unfallursache

Zehn Schüler verletzt

Dramatischer Schulbusunfall in Waldsee: Das war die Unfallursache

Bad Waldsee / Lesedauer: 3 min

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Montagmittag gefordert. Zahlreiche Kinder waren verletzt. Nun hat die Polizei die Unfallursache bekannt gegeben.
Veröffentlicht:14.11.2023, 15:00

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Der Schulbusunfall in Bad Waldsee, bei dem am Montag zehn Schüler verletzt worden sind, wirkt in der Großen Kreisstadt nach. Mittlerweile gibt es auch neue Erkenntnisse zur Unfallursache.

Nach Angaben der Polizei am Dienstag hat eine Unachtsamkeit des Busfahrers zu einem Fahrfehler und dem Unfall des Schulbusses  geführt, als dieser nach rechts von der Fahrbahn abgekommen sei.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war im Einsatz, um den Kindern und Jugendlichen zu helfen. Allein das Deutsche Rote Kreuz war mit mehr als 40 Ehrenamtlichen vor Ort. So verlief der Einsatz aus Sicht der Helfer.

Bei den Schilderungen von DRK-Bereitschaftsleiter Patrick Richter wird schnell deutlich, dass die Lehrbuch-Theorie nicht immer mit der Einsatz-Praxis übereinstimmt. Schließlich ist so ein Unfallgeschehen nicht in allen Facetten vorherzusehen. So war es beim Schulbusunfall in Bad Waldsee auch.

Warum es doch nicht in die Turnhalle ging

Kurz nach dem Unfall: Polizei und DRK sind sich einig, dass eine Betreuungsstelle eingerichtet werden soll. Hierbei handelt es sich um einen Ort, an dem sich um die unverletzten Kinder und deren Eltern gekümmert wird.

Die Turnhalle in der Döchtbühlschule scheint den Verantwortlichen ein guter Platz zu sein. Warum? „Die sozialen Gegebenheiten sind gut. Es gibt Toiletten, ein Dach über dem Kopf, es ist beheizbar, bietet Möglichkeiten zur Essensausgabe und Parkplätze vor dem Gebäude“, schildert Richter in aller Kürze die Kriterien.

Doch es sollte anders kommen. Der Grund: Etliche Schüler hatten bereits ihre Eltern mit dem Handy angerufen und über den Unfall informiert. Innerhalb kurzer Zeit waren Mütter und Väter vor Ort, um ihre Kinder abzuholen. Und so war Improvisationstalent gefragt. Rasch stellte das DRK ein aufblasbares Zelt neben der Unfallstelle auf ‐ das war dann die Betreuungsstelle.

Spezialeinheit hilft den Kindern

Eine Spezialeinheit, wie Richter die psychosoziale Notfallversorge (PSNV) des DRK beschreibt, nahm sich den Schülern an. Drei Ehrenamtliche mit einer Spezialausbildung gingen auf die Kinder und Jugendlichen individuell ein.

Während das eine Kind in so einem Fall einfach nur Gesellschaft benötigt, möchte ein anderes die Erlebnisse aufarbeiten. Die PSNV-Helfer waren also für die Schüler da, haben sie begleitet und ihnen zugehört. „Ich bin einfach super froh, dass wir solche Experten in unseren Reihen haben“, so Richter.

Unter dem aufblasbaren Zelt untersuchte außerdem der Notarzt alle Kinder . „Sie wurden durchgecheckt, bis sie ihren Eltern mit gutem Gewissen übergeben werden konnten“, schildert Richter die Szenerie vor Ort. Die zehn verletzten Schüler wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Gegenseitiges Verständnis ist wichtig

Dass die ankommenden Eltern in so seiner Situation aufgewühlt sind und möglichst schnell zu ihren Sprösslingen wollen, kann Richter verstehen. Er bittet aber auch um Verständnis für die Arbeit der Rettungskräfte und entsprechend Geduld am Unfallort. 

„Wenn die Kinder in unserer Obhut sind, sind sie in guten Händen. Wir wollen schließlich alle das Beste für die Kinder.“

Patrick Richter, DRK

Der Bereitschaftsleiter ist insgesamt zufrieden mit dem Einsatz. „Ich bin sehr stolz darauf, dass an einem Montagmittag über 40 Einsatzkräfte parat standen.“

Am Montag selbst fanden sich noch einige Ehrenamtliche in der DRK-Wache ein, um den Einsatz zu besprechen. Und die Hilfeleistung wird weiter aufgearbeitet ‐ beispielsweise am Dienstagabend bei einer internen Besprechung. Die Schulkinder und Eltern dürften jedenfalls heilfroh über die wertvolle, ehrenamtliche Arbeit der Rettungskräfte gewesen sein.

Weiter Hilfe holen

Sollten einzelne Kinder auch Tage nach dem Verkehrsunfall weiter Hilfe benötigen, sollen Eltern nicht zögern, sich an die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112 zu wenden, betont Richter.