Primärversorgungszentrum

Land gibt 200 000 Euro für PVZ-Planung in Bad Waldsee

Bad Waldsee / Lesedauer: 3 min

Stadt Bad Waldsee kann nun die Konzeption eines Primärversorgungszentrums angehen
Veröffentlicht:01.07.2022, 13:00
Aktualisiert:12.09.2022, 15:00

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Gute Nachrichten für Bad Waldsee: Die Stadt erhält vom Land Baden-Württemberg 200 000 Euro für die Planung eines Primärversorgungszentrums (PVZ). So wird der Zuschuss von der Stadtspitze wahrgenommen.

Wie aus einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums am Freitag hervorgeht, werden zehn Projekte in Baden-Württemberg bezuschusst – darunter Bad Waldsee. Für die „Erarbeitung eines Konzepts zur Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgung“ stellt das Land 200 000 Euro zur Verfügung. „Die Landschaft der Gesundheitsversorgung ist zurzeit stark im Wandel – diesen wollen wir aktiv mitgestalten.

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Bislang wenden sich die Menschen bei gesundheitlichen Anliegen vor allem an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt. Diese Rolle nehmen künftig auch die Primärversorgungszentren ein“, wird Gesundheitsminister Manfred Lucha in der Pressemeldung zitiert. In einem PVZ würden verschiedene Ärzte Hand in Hand unter einem Dach arbeiten.

Die Planung kann beginnen

In der Großen Kreisstadt sorgt der Zuschuss des Landes für Freude, obgleich das Krankenhaus-Aus noch immer schmerzt. „Wir sind froh und dankbar, dass unser Förderantrag zügig positiv beschieden wurde. Nun können wir mit der Planung einsteigen“, sagt Oberbürgermeister Matthias Henne auf SZ-Nachfrage.

Die Stadt selbst muss 20 000 Euro für die Planung aufbringen und wird sich voraussichtlich ein Planungsbüro mit ins Boot holen. Erfolgreiche Beispiele aus Calw und Spaichingen seien der Stadt ebenfalls schon bekannt und so richtet sich der Blick der Stadtverantwortlichen positiv gerichtet nach vorne. „Wir hoffen, dass wir ein zukunftsfähiges Konstrukt zur Gesundheitsversorgung in Bad Waldsee erarbeiten können“, so Henne.

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So sieht es auch Landtagsabgeordneter Raimund Haser (CDU): „Das ist ein erster Schritt von vielen, aber man macht sich auf den Weg und es zeigt, dass das Land Bad Waldsee auf dem Schirm hat.“ Der Zuschuss kann also durchaus als positives Signal gewertet werden. Bekanntlich wurden in der Großen Kreisstadt zuletzt Zweifel an den Realisierungsaussichten geäußert.

Stadt wird Krankenhaus nicht selbst betreiben

Indes mehren sich in der Kurstadt wieder die Stimmen, die fordern, dass die Stadt das Krankenhaus selbst betreiben soll. Diesem Ansinnen erteilt der OB allerdings eine klare Absage. Einerseits, weil die Stadt die Finanzierung alleine nicht stemmen könnte.

Wie berichtet stellt das Land kein Geld für Investitionen in das Krankenhaus zur Verfügung. Andererseits, weil die Oberschwabenklinik (OSK) der Stadt keine Betten – die Anzahl ist im Landesbettenplan festgeschrieben – überlassen würde, wie Henne betont. Die Stadt habe sich auf ihre Pflichtaufgaben zu konzentrieren, der Krankenhausbetrieb sei nicht zu stemmen.

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Ob die Stadt dennoch Interesse am Krankenhausgebäude und -grundstück hat? Ja. Ein Kauf sei vorstellbar, erklärt das Stadtoberhaupt. „Aber kaufen heißt nicht betreiben“, so Henne. Das Gebäude könnte städtebauliches Entwicklungspotenzial bedeuten. Aber wie genau die künftige Nutzung aussehen könnte, darüber müsse erst noch gesprochen werden.

Im ersten Schritt wird das Netzwerk aus Stadt, OSK, Landratsamt, Bürgerinitiative, Gemeinderat und Kreisrat nun die Planung für das PVZ angehen.

Und der Antrag aus Aulendorf?

Die Stadt Aulendorf, die ebenfalls einen Förderantrag gestellt hatte, wurde in diesem ersten Aufschlag nicht berücksichtigt. Das kommt allerdings noch keiner gänzlichen Absage gleich. Denn: „Weitere Projektanträge prüft das Gesundheitsministerium zurzeit – diese bekommen dann in einem zweiten Schritt im Laufe des Sommers ihre Zusage.“

Deutlich wird dadurch gleichwohl, dass die Priorität eines PVZ in Bad Waldsee vom Land wohl erkannt wurde.