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Leerstände

Pensionsbesitzer protestiert: Ist das Waldseer Kurgebiet tot?

Bad Waldsee / Lesedauer: 1 min

Die goldenen Kur-Zeiten sind vorbei. Stattdessen herrscht viel Leerstand bei Kurpensionen. Ein Betreiber hat einen Lösungsvorschlag.
Veröffentlicht:09.12.2023, 18:00

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Ist das Waldseer Kurgebiet, wo sich in früheren Zeiten eine gut ausgelastete Kurpension neben der anderen befand, „tot“? Diese Ansicht vertritt auf einem großen Transparent Reinhold Beiter, Geschäftsführer der „Residenz am Thermalbad“, das er am Donnerstag an der Hausfassade angebracht hat.

Mit dieser plakativen Aktion erhebt der Geschäftsmann erneut die Forderung nach einer Nutzungsänderung des Bebauungsplans „Kurgebiet Urbachtal“, um in den vielfach leer stehenden Pensionen „nicht nur vorübergehendes Wohnen für Gäste“ zu gestatten, sondern „dauerhaftes Wohnen für alle Mieter“, wie er sagt.

Kritik am Gemeinderat

Mit fragenden Augen stehen Passanten vor der Badstraße 23 und lesen das blaue Transparent, das Beiter an der „Residenz am Thermalbad“ entrollt hat. Darauf steht zu lesen: „Wir fordern eine sofortige Nutzungsänderung des Kurgebiets! Viele Leerstände - Keine Zukunftsperspektive - Das Kurgebiet ist tot - Was sagt unser Gemeinderat?“

Wie der Waldseer auf SZ-Anfrage dazu ausführt, gefährde die Stadt Bad Waldsee „mit ihrer starren Haltung zum Kurgebiet“ Existenzen entlang der Badstraße zwischen dem Elisabethenbad und dem Ortsende am Unterurbacher Weg. „Hier wohnen doch seit Jahren keine Kurgäste mehr, zumal seit Corona auch keine Anwendungen für externe Gäste in den Rehakliniken mehr angeboten werden“, weiß Beiter.

Wunsch nach Dauervermietung

Als Folge daraus belasteten halb leer stehende Häuser ihre Eigentümer, weil es längst keine Nachfrage mehr gebe nach mehrwöchigen offenen Badekuren, wie das früher üblich gewesen sei. „Schauen Sie doch hin: Hier übernachten überall Monteure und andere Berufsgruppen, die in der Region arbeiten, und wir bekommen laufend Anfragen von potenziellen Mietern, die die kleinen Appartements in den früheren Pensionen gerne dauerhaft anmieten würden“, zeigt Beiter eine Perspektive für die ehemaligen Kur-Immobilien auf.