Bundesstraße

B-30-Umfahrung: Haser schlägt vor, die Bundesstraße tieferzulegen

Bad Waldsee / Lesedauer: 3 min

Landtagsabgeordneter äußert eine interessante Idee, die die komplexe Trassenführung betrifft
Veröffentlicht:22.12.2022, 15:00

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Die langersehnten Planungen für die B-30-Ortsumfahrungen in Enzisreute und Gaisbeuren haben vor kurzem begonnen. Dabei dürfte die verantwortlichen Planer des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen vor allem die komplexe Trassenführung beschäftigen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Raimund Haser hat der „Schwäbischen Zeitung“ diesbezüglich eine interessante Überlegung aufgezeigt. Schließlich sieht er bei der bisherigen, wenn auch noch lange nicht fixierten, ersten Trassenführung großes Konfliktpotential für die Ortschaft Reute-Gaisbeuren. Das sagt das RP zu Hasers Vorschlag.

Regierungspräsidium

B30 zwischen Waldsee und Baindt soll vierspurig werden

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Die Ortschaft Reute-Gaisbeuren würde entsprechend der ersten Planungsvariante von der Umgehungsstraße quasi durchtrennt. Um den Ort ebenerdig zusammenwachsen lassen zu können, bringt Haser daher eine Tieferlegung der B 30 ins Spiel. „Das ist kein Tunnel, denn Tunnel sind teuer – auch was die Sicherheitsanforderungen angeht“, verdeutlicht Haser.

Die B 30 rund vier Meter absenken

Die Straße solle lediglich rund vier Meter abgesenkt werden und so etwas unterhalb von Gaisbeuren verlaufen. Er vergleicht die Verkehrssituation mit der B 32 zwischen Wangen und Amtzell, wo die Straße auf Höhe der Tankstelle ebenfalls tiefergelegt ist. „Planerisch sollte man darüber an der B 30 in Gaisbeuren zumindest mal nachdenken“, erklärt Haser und sieht mit seinem Vorschlag etliche Vorteile verbunden. Der Flächenverbrauch sei schonender, die gefährlichen Querungssituationen würden entschärft und Reute-Gaisbeuren würde als gemeinsame Ortschaft nicht von einer Bundesstraße getrennt. „Vom Lärm und vom Dreck her wäre das auch zehn Mal besser als bisher“, so Haser.

Wartezeit

Die B30-Planungen bei Bad Waldsee werden Jahre dauern

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Ob dieser Vorschlag tatsächlich realistisch ist? Diese Frage ist zum aktuellen Zeitpunkt wohl schwer zu beantworten, wie die Stellungnahme des Regierungspräsidiums zeigt. RP-Pressesprecherin Katrin Rochner verweist zunächst auf den generellen Planungsprozess einer Bundesstraße, die im Wesentlichen aus drei Schritten besteht – nämlich Vorplanung, Entwurfsplanung sowie Genehmigungsplanung. Der Prozess schließe mit der Schaffung des Baurechts und in der Regel einem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss ab.

„Die einzelnen Planungsstufen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Inhalte und im Detaillierungsgrad. Im Zuge des Planungsprozesses erfolgen regelmäßige Abstimmungen mit den Verkehrsministerien des Landes und des Bundes sowie der Raumschaft“, berichtet Rochner, ehe sie konkret auf die B-30-Ortsumfahrungen in Enzisreute und Gaisbeuren eingeht.

Wie es mit Hasers Vorschlag weitergeht

Hier befasse sich das RP bei der Vorplanung zunächst mit der Grundlagenermittlung und darauf aufbauend mit der Entwicklung möglicher Varianten. „In diesem Verfahrensschritt wird die von Herrn Haser vorgeschlagene Tieferlegung der B 30 innerhalb der Ortsdurchfahrt von Gaisbeuren Berücksichtigung finden“, erklärt Rochner die formale Vorgehensweise und ergänzt: „Für alle entwickelten Varianten sind in dieser Planungsstufe die verkehrlichen, wirtschaftlichen und raumstrukturellen Aspekte sowie die Auswirkungen auf die Umwelt zu ermitteln und zu beurteilen.“ Das bedeutet also viel Arbeit.

Verkehrsaufkommen

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Mithilfe der Umweltverträglichkeitsprüfung sowie unter anderem Prüfungen zum Arten- und Gebietsschutz sollen Konflikte vermieden werden, „die eine baurechtliche Zulassung der gewählten Linie infrage stellen würden“, erörtert Rochner. Die Vorplanung schließe mit der Festlegung einer Vorzugsvariante ab, welche den größten Nutzen und die geringsten Nachteile bietet. Bleibt also abzuwarten, ob der Vorschlag des Landtagsabgeordneten in die engere Auswahl kommt. In der Stadt ist die Idee laut SZ-Informationen nicht neu und stoße immer wieder auf Zuspruch.