Stadtkapelle

120 Musiker erklimmen musikalische Höhen

Bad Waldsee / Lesedauer: 4 min

Unterhaltsames und stimmungsvolles Programm beim Jahreskonzert der Stadtkapelle Bad Waldsee mit dem Jugendblasorchester
Veröffentlicht:30.11.2014, 19:51
Aktualisiert:24.10.2019, 08:00

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Ein unterhaltsames und stimmungsvolles Programm präsentierte die Stadtkapelle Bad Waldsee zusammen mit dem Jugendblasorchester Bad Waldsee in der jeweils gut besetzten und festlich geschmückten Stadthalle am Vorabend des ersten Advent und am Sonntagnachmittag einem begeisterten Publikum.

Beide Orchester – das 58-köpfige Jugendblasorchester und die 64-köpfige Stadtkapelle – überzeugten mit einem anspruchsvollen Repertoire und wurden dann auch mit rauschendem Beifall belohnt.

Los ging es mit dem Jugendblasorchester der Stadt Bad Waldsee, einer gemeinsamen Talentschmiede der vier Bad Waldseer Musikkapellen (Haisterkirch, Michelwinnaden, Reute-Gaisbeuren und Stadtkapelle) unter Leitung von Dietmar Ruf , dem langjährigen Dirigenten der Stadtkapelle. Ihm gelang es mit seinen musikalischen Schützlingen beim Tag der Bläserjugend in Oberschwaben auch 2014 die Bestnote „hervorragend“ in der Kategorie 3 zu erzielen. Eine Kostprobe seines Könnens gab der Bläsernachwuchs mit den ausgewählten Programmbeiträgen, die von Jungmusikant Pirmin Bucher kurzweilig vorgestellt wurden.

Mit der fulminanten Eröffnungsfanfare „Generations Fanfare“ des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz gab es zum Auftakt ein generationenübergreifendes Werk. Danach bewiesen die Jungmusiker, dass sie auch als Gipfelstürmer das Stück „Eiger – a journey to the summit“ von James Swearingen bestens interpretieren können, genauso wie die melancholisch klingenden Passagen in Bezug auf die vielen tödlichen Abstürze im Eigergebiet. Mit dem Arrangement (einem Medley) zu „Jungle Book“ von John Moss entführte das Jugendblasorchester die Zuhörer in die Dschungelwelt des kleinen Mogli. Der berühmt gewordene Song „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ wurde dabei sehr gekonnt gefühlvoll instrumentiert. Mit „We are the Champions“ verabschiedeten sich die Nachwuchsmusiker.

Auf Englisch richtete Saxofonist Matthias Winstel nach der Pause einen besonderen Willkommensgruß an Gäste aus Weingarten, die dort im Flüchtlingsheim wohnen.

Den zweiten Teil des Konzerts übernahm die Stadtkapelle, die seit zwei Monaten mit Joachim Weiss einen neuen Dirigenten hat. Charmant moderierte Steffi Fischer den Auftritt. Ausgewählt hatte Joachim Weiss ein konzertantes Programm, teilweise mit blasmusikalischen Werken der Schwierigkeitsstufe 5 (besonders hohe Ansprüche).

Präzise auch ohne Noten

Den Auftakt bildete die Komposition „Glory of David“ von Hayato Hirose. Drei Allegri zeichnen die biblische Geschichte von David und Goliath auf belebende, mysteriöse und schließlich energische Weise nach. Die aufgebaute Spannung löste das Orchester mit dem dramatischen Schluss und bekam dafür gleich mächtigen Applaus. Mit dem Konzertmarsch „Arsenal“ von Jan van der Roost wurde ein Werk ausgesucht, das durch schnelle und getragene Passagen anrührt, die sich immer wieder abwechseln. Verschiedene Instrumente übernahmen die Melodieführung. Ein kräftig werdendes da capo erklang dazu.

Perfekt führte Dirigent Joachim Weiss seine Musiker bei allen Stücken. Die Einsätze und Taktfolgen dirigierte er präzise auch ohne Notenblätter. Eine musikalische Bergtour mit Kurt Gäbles Paradestück „Klang der Alpen“ ließ die Mächtigkeit der Bergwelt voll zum Erscheinen bringen. Wie die Bergketten sich aneinanderreihen, so griffen auch die Instrumentenfolgen zu den Themen „Impressionen, Traditionen und Visionen“ ineinander. Höchstleistungen vollbrachten alle Register, ganz besonders Tenorhorn und Bariton.

Die Fantasie der Zuhörer war gefordert beim Stück „Trailermusik“, das der erst 28-jährige Komponist Alexander Reuber verfasst hat. Inhaltlich wurden Stimmungsbilder für einen fiktiven Film zu Gehör gebracht. Zu den zahlreichen Kompositionen, die während der Französischen Revolution entstanden sind, zählt das Werk „Marsch der Janitscharen“ von André-Ernest-Modest Grétry. Das Können der Musikerinnen und Musiker wurde auch bei diesem Konzertmarsch deutlich unter Beweis gestellt, Rhythmen und Melodien wurden flott aber auch bedächtig vorgetragen.

Bei „Highlights from Riverdance“, einem Blasorchester-Medley von Johan de Meiy, der eng mit dem Komponisten Bill Whelan zusammengearbeitet hat, meisterten die Akteure bravourös die Vorgaben der Komponisten. Die Höhepunkte der populären irischen Tanzshow mit „Cloudsong – Firedance - Lift the Wings - Dance of the River-Woman - Finale“, geprägt von starken Register- und Sololeistungen, begeisterten auch das Bad Waldseer Publikum.

Das forderte nachdrücklich mit anhaltendem Applaus nach Zugaben. Die Stadtkapelle erfüllte die Wünsche und wiederholte dazu die gefälligen, ansprechenden Weisen aus „Arsenal“.