Narrenmarsch

Premiere: Narrenmarsch erklingt im neuen Chorsatz

Aulendorf / Lesedauer: 3 min

Premiere: Narrenmarsch erklingt im neuen Chorsatz
Veröffentlicht:31.01.2012, 17:00
Aktualisiert:25.10.2019, 12:00

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Zum 10. Mal hat die Kreissparkasse Ravensburg ihren Empfang für die Zunftmeister des Landkreises Ravensburg veranstaltet. Anlässlich der 333 Jahre Narrenfreiheit Aulendorf wurde dieses Jahr im Hofgartensaal der Narrenhochburg Aulendorf gefeiert.

„Mit diesem Abend möchte die Kreissparkasse Ravensburg den Einsatz der Zünfte für den Erhalt des Brauchtums und die Durchführung unserer liebenswerten oberschwäbischen Fasnet ein klein wenig belohnen“, sagte Vorstandsmitglied Norbert Martin in seiner Begrüßungsrede.

Beim Begrüßungstrunk im Säulengang heizte der Feuerschlucker Scharamo aus Bad Saulgau den Gästen im wahrsten Sinne des Wortes kräftig ein, bevor sich die Narren in den närrisch-festlich geschmückten Kursaal begaben.

Mit fasnetstechnisch ungewohnten aber äußerst wohlklingenden Jazzklängen eröffneten die „Too Saxy’s“ den Abend. Danach begrüßte Tristan Norbert Martin, Vorstandsmitglied der KSK Ravensburg, die Anwesenden und überbrachte Grüße von Parzival Pumpmeier und Landkreiskönig Artus Widmaier, die beide aus persönlichen Gründen verhindert waren. Die stark dezimierte Sparkassenführungsmannschaft beschränkte sich daher auf Kreuzritter Dr. Lanzelot Schöner mit seiner liebreizenden Gattin Genoveva und besagtem Norbert Martin, der im Verlauf seiner Ansprache betonte, dass es eine Freude sei, fernab jeglicher Schuldenkrisen sich heute Abend hier erholen zu dürfen.

Dann gab er das Mikrofon an Aulendorfs Bürgermeister Matthias Burth weiter, der bekräftigte, dass er bewusst auf eine Begrüßung in der Narrenhochburg verzichte, da dies ja auch zweideutig ausgelegt werden könne. Burth hatte sich im Vorfeld übrigens schwerwiegende Gedanken gemacht ob der Kleiderfrage – und entschied sich voller Stolz für das Häs der Eckhexe. Als Gastgeschenk spendierte er „Original-Aulendorfer Beruhigungswasser“ in Form eines Schnäpschens für den Fall, dass eine alte Aulendorfer Akte auf dem Tisch der Kreissparkasse lande.

Rede Nummer drei kam vom Zunftmeister der Narrenzunft Aulendorf, Klaus Wekenmann, der dies in gekonnt launischer Art aber mit dem notwendigen Ernst anging und die großen Ereignisse in Aulendorf mit Bethlehem in Verbindung brachte. „Du mein Aulendorf bist keineswegs die Geringste unter den Städten Oberschwabens“, verkündete er.

Noch während des mittelalterlichen Buffets ging das Programm mit den Putzfrauen-Lästermäulern Petra Binder und Doris Reichenauer von „Dui ond de sell“ weiter. Sie plauderten während ihrer Putztätigkeit, bei der sie so manchen Saalgast nicht nur abstaubten sondern auch wörtlich in ihr Programm einbezogen, über alltägliche Begebenheiten und strapazierten mit ihren Ausführungen über Arztbesuche und vielem mehr die Lachmuskeln der Anwesenden aufs Äußerste.

Für Erholung der äußerst beanspruchten Lachmuskeln sorgten die die Tanzgruppe „Freak Out“ von der Tanzschule Geiger.

Danach betrat das Aulendorfer Doppelquartett die Bühne und die von Zunftrat Wekenmann zuvor angekündigte Uraufführung in Form eines von Hermann Marquardt neu geschriebenen vier-stimmigen Männerchorsatzes für den Aulendorfer Narrenmarsch wurde erstmals intoniert. Nach diesem musikalischen Höhepunkt war es Zeit für Entspannung und dafür sorgten mit toller Tanzmusik die Band „Franky und Amigos“. Die Entspannung dauerte nicht allzu lange und schon sorgte Scharamo mit seiner bezaubernden Partnerin diesmal nicht als Feuerschlucker sondern als Fakir für Anspannung. Um Nagelbett und Glasscherbenlager zu neutralisieren kam die Einlage von „Too Saxy“ mit ihrer Saxophone-Turbine gerade recht und die Zaubertricks in Kombination mit der tollen Musik wurde mit viel Applaus bedacht.

So mancher dachte, dass eine Steigerung nicht mehr möglich sei. Doch die Lumpenkapelle „Pressluft Niederwangen“, die mit 34 Mann beziehungsweise Frau kaum Platz auf der Bühne fand, brachte den Saal zum Kochen. Ihre Lieder voll jugendlicher Musikbegeisterung, Emotion und Leidenschaft bildete den Abschluss des offiziellen Programms.