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„Grashüpfer“-Kindergarten präsentierte sich am Sonntag

Aulendorf / Lesedauer: 3 min

Einzigartig in Süddeutschland – Natur steht im Fokus
Veröffentlicht:28.10.2013, 10:44

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Großer Andrang herrschte am Sonntagnachmittag in der Ferien-Anlage Tiergarten. Interessiert waren neben den Kindern als Hauptbeteiligte die vielen Väter und Mütter, Omas und Opas mit Familien. Galt es doch, den am Montag eröffneten neuen „Grashüpfer“-Natur-Kindergarten in Augenschein zu nehmen. Mit großer Freude gab Bauherr und Eigentümer Kurt Harsch die neuen Räume zur Besichtigung frei. Dieses Bauwerk ließ sich der Geschäftsmann einiges kosten. Auf Anfrage sagte er, mit dem Geld hätte er ein schönes Einfamilienhaus bauen können. Träger des Kindergartens mit Tieren ist eine gemeinnützige, haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, dessen Geschäftsführer wiederum Kurt Harsch ist. Stolz ist er darauf, dass seine Einrichtung einmalig für Süddeutschland steht.

Mitten im Grünen, der Wald in nächster Nähe, sowie jede Menge Tiere ist die Einzigartigkeit dieser Kindereinrichtung. Neben dem Hauptgebäude mit Gruppenräumen, einem Mehrzweckraum und Spielnischen sind vier Erweiterungsräume in Form von Blockholzhütten gebaut.

Derzeit kann Maria Bohler als Kindergartenleiterin schon von einem vollen Haus sprechen. So sind 20 Kinder in der Gruppe der Kinder im Alter von drei Jahren bis Schuleintritt, sowie zehn Kinder in der Kleinkind-Gruppe (ab einem Jahr). Die Kinder kommen aus Aulendorf, Bad Saulgau und Otterswang. Während die Leiterin Maria Bohler Heilpädagogin ist, dazu auch das Prädikat „Erzieherin und Umweltpädagogin im Elementarbereich“ sich zu eigen nennen kann, gibt es im Team eine weitere Erzieherin, zwei Kinderpflegerinnen, davon eine als Fachkraft für Kleinkindbetreuung, sowie zwei Fachkräfte in Teilzeit. Als pädagogischer Ansatz für die Arbeit mit Kindern steht die ganzjährige Auseinandersetzung mit der Natur im Fokus. Damit soll dieser Kindergarten der schleichenden Entfremdung von Natur um Umwelt entgegenwirken.

Angefangen hatte alles vor fünf Jahren mit einer elternbetreuten Gruppe von 14 Kindern. Diese Eltern haben sich von der Idee leiten lassen, Kinder sollen Achtung vor der Natur erhalten. Auch sollte Bildung ein ganzheitlicher Vorgang mit Kopf, Herz und Hand sein. Neben der Erziehung zu lebenstüchtigen, selbständigen und sozialen Kindern sollen auch christliche Werte und Kulturgut vermittelt werden.

Jetzt ein Regelkindergarten

Nach einem Jahr Anlaufzeit hat die Stadt Aulendorf diesen zusätzlichen Kindergarten in den Bedarfsplan aufgenommen. Aus der Elternbetreuung wurde jetzt ein Regelkindergarten. Hauptgrund für die damalige Entscheidung des Gemeinderats war das besondere Natur- und Tiere-Konzept. Ab diesem Zeitpunkt erhielt der neue Kindergarten auch entsprechende Förderbeiträge, sie liegen allerdings etwas unter den sonst bekannten Werten. Vor zwei Jahren wurde mit der Kleinkind-Gruppe begonnen.

Zu dieser Zeit haben die Eltern ihr Engagement in einem Förderverein gebündelt. Daniel Kucera als Vorsitzender kann sich derzeit mit seinen 30 Mitgliedern bei Aktionen, wie Waldputzete oder auch Kuchenverkauf bei Festen, tatkräftig einbringen. Der Mitgliedsbeitrag kostet 15 Euro pro Jahr. Überall hörte man beim Rundgang nur Lob für die Kindereinrichtung. So sagte Jutta Döbele aus Aulendorf, sie hat bereits zwei Kinder in diesem Kindergarten, es sei einfach alles Klasse, ihre Kinder können sich hier nach Herzenslust austoben, sie schwärmten jeden Tag aufs Neue davon.

Im Tierparadies gibt es: Kaninchen, Katzen, Hängebauchschwein, Gänse, Hühner, Ziegen, Esel, Kamerun-Schaf, Minipony, eingezäunter Fischteich, Hirschgehege mit Dam- und Rothirschen.

Im nicht umzäunten Außenbereich gibt es: eine große Spielwiese, Obstwiese, Naturwiese, Wald mit einem Waldwagen, großangelegter Spielplatz.