Oberschwabentag

500 Besucher kamen zum Evangelischen Oberschwabentag

Aulendorf / Lesedauer: 3 min

Landesbischof und Familien feiern in der Dobelmühle bei Aulendorf das Unterwegssein
Veröffentlicht:09.05.2013, 20:50
Aktualisiert:25.10.2019, 00:00

Von:
Artikel teilen:

Aufbrechen, Neues entdecken, Dinge mitnehmen oder zurücklassen: „Unterwegs“ hieß das aus der Jahreslosung abgeleitete Motto des diesjährigen Evangelischen Oberschwabentags in der Aulendorfer Dobelmühle. Und welch vielseitige Facetten das Unterwegs sein hat, zeiget sich in den Angeboten des Tages. Eines davon war, barfuß mit verbundenen Augen auf dem Abenteuerweg durch unzählig scharfe Mausefallen zu gehen. Markus Best aus Ummendorf meisterte sie, weil er seiner Familie, die ihn lotste, „blind“ vertrauen konnte. Ein Vertrauen, auf das beim Oberschwabentag viele Teilnehmer erleben und auf das sie sich neu besinnen konnten.

Mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde es im kreisrunden Zirkuszelt eng, als Landesbischof Frank O. July den Festgottesdienst zum Evangelischen Oberschwabentag zelebrierte. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Gospelchor „Almost Heaven“ aus Friedrichshafen und einem Bläserchor aus den Bezirken Biberach und Ravensburg, welcher die Kirchenlieder begleitete. Bischof July richtete seine Predigt an der diesjährigen Jahreslosung „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ aus dem Hebräerbrief aus. Für ihn hält diese Losung Tröstliches in sich, nämlich den Blick auf die zukünftige Stadt, aber auch die Erfahrung, dass nichts im Leben sicher ist, Pläne durchkreuzt werden und Menschen verletzlich sind. Das wandernde Gottesvolk, das unterwegs ist durch die Zeit, weiß um die Herrlichkeit der zukünftigen Stadt, wie sie in der Offenbarung beschrieben wird.

Während der Bischof zu den Erwachsenen über Wirtschafts- und Steuerethik spricht und darauf abhebt, dass niemand den Lauf der Zeit beeinflussen kann, finden parallel bereits ein Kinder- und ein Jugendgottesdienst statt. Pfarrer Eberhard Seybold bastelt mit den Kindern rund um die Geschichte vom Auszug und Aufbruch Abrahams. „Ich glaube am meisten wird man gesegnet, wenn man dabei einen anderen an der Hand hält“ motiviert er natürlich und einleuchtend die Kinder zum Vater unser und zum Segensgebet. Carmen Siebert aus Ravensburg hat den Jugendgottesdienst äußerst interessant gefunden, wo ein iranischer Flüchtling und eine junge Frau im Bundesfreiwilligendienst über ihre Erfahrungen zum Komplex „Heimat-Aufbruch-neue Heimat“ berichtet haben.

Nach Verpflegung in der großen Tenne bot das weitläufige Gelände der Dobelmühle vor allem Platz für sportliche Herausforderungen. Die zehnjährige Lena Lerch kraxelte die Kletterwand hoch und der neunjährige Sebastian Zweifel genoss die Riesenschaukel, nachdem Coach Ali Binder die Sicherheitsgurte sorgfältig fixiert hatte.

Eher die ältere Generation sprach Altbischof Gerhard Maier mit seinem Bibelgespräch zur Jahreslosung an. Interessant war auch das Kreativprogramm auf der großen Zeltwiese, mit dem Brunhilde Henkel-Leichtle die Besucherinnen einlud, den Lebensweg auf mannsgroße Bretter zu malen. Waltraud Kraußmüller aus Molpertshaus war begeistert dabei und für sie war klar, „trotz Schatten und Turbulenzen, oben wird es ganz hell, wie das himmlische Jerusalem aus der Offenbarung“.

Pfarrerin Rilling geht

Unterwegs wird demnächst auch Pfarrerin Katharina Rilling sein. Die rührige Pfarrerin verlässt Oberschwaben und so war es der letzte Evangelische Oberschwabentag, den sie organisiert hatte. Dieses Mal, quasi als krönender Abschluss, ist es Rilling nach wiederholten Versuchen gelungen, dass der Landesbischof den Festgottesdienst mit den oberschwäbischen Protestanten feierte. Dekan Dr. Friedrich Langsam aus Ravensburg dankte ihr für das jahrelange Engagement.