Unfalltod

Trauer nach Unfalltod von Friedrich Herzog von Württemberg

Altshausen / Lesedauer: 4 min

Trauer nach Unfalltod von Friedrich Herzog von Württemberg
Veröffentlicht:09.05.2018, 16:57
Aktualisiert:22.10.2019, 19:00

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Bei einem schweren Unfall auf der Kreisstraße 7962 zwischen Ebenweiler und Fronhofen ist am Mittwochnachmittag ein 56-jähriger Autofahrer gestorben. Außerdem wurden drei weitere Personen verletzt.

Am Abend gab das Haus Württemberg in einer Pressemitteilung bekannt, dass es sich bei dem Verunglückten um Friedrich Herzog von Württemberg handelt. Friedrich Herzog von Württemberg leitete die Hofkammer des Hauses, die private Verwaltung.  Er hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder. Die herzogliche Familie und das gesamte Haus Württemberg seien tief erschüttert, schreibt das Haus.

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Friedrich Herzog von Württemberg in seinem Arbeitszimmer. (Foto: Anton Fuchsloch)

Auch Friedrichhafens Oberbürgermeister äußerte sich bestürzt über den Unfalltod des ältesten Sohnes und Erbe des Hauses Württemberg. Brand würdigte die zurückhaltende und zugleich verbindliche und wohlwollende, den Menschen zugewandte Art Herzog von Württembergs. Die Stellungnahme im Wortlaut:

Wir vermissen ihn und sind in Gedanken und unserer Trauer nun besonders bei seiner Familie. Ihr gilt unsere Anteilnahme und unser tief empfundenes Mitgefühl.

Lothar Wölfle, Landrat im Bodenseekreis, erfuhr vom Tod des 56-Jährigen, als er von einer Abendveranstaltung zurückkehrte. Wölfle teilte mit:

Ich mochte Herzog Friedrich einfach als Mensch, ich mochte seinen Humor, seine Heimatverbundenheit. Er hatte ein feines Gespür für seine Mitmenschen, vor allem auch für die, denen es weniger gut geht. Er wird mir als Gesprächspartner auch ganz persönlich fehlen.

Bei allem Verlust für die Region gelte dennoch der erste Gedanke seiner Frau, den Kindern und der Familie.

In besonderer Erinnerung ist Hermann Dollak, Ex-Präsident des Seehasenfestausschusses, ein Zusammentreffen aus dem Jahr 2011 geblieben. Trotz heftigen Regens habe Friedrich Herzog von Württemberg beim Seehasenumzug das Verdeck seiner Kutsche nicht schließen lassen, weil er überzeugt war, dass die Leute schließlich die Personen in der Kutsche sehen wollten. Er erinnert sich:

Auch am Ende des Festzugs, obwohl völlig durchnässt, bewahrte er seine aufrechte Haltung. Eine kleine Episode nur, aber ein unvergesslicher Eindruck von einer noblen Persönlichkeit.

Kurz nach Bekanntwerden des Todes reagierten auch die Teilnehmer des Zapfenstreiches in Bad Saulgau . Die Standarten der Bürgerwachen wurden mit Trauerflor versehen, eine Schweigeminute abgehalten.

Karl Haller, Präsident des Vereins zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen , sagte:

Die Nachricht vom unerwarteten Tode unseres Ehrenmitglieds Herzog Friedrich von Württemberg am gestrigen Tage hat unseren Verein schwer getroffen. Herzog Friedrich war ein wahrer Freund und Gönner unseres Vereins und das in jeder einzelnen unserer vier Abteilungen. Herzog Friedrich war das, was man heutzutage einen feinen Kerl nennen würde - nur noch viel mehr: er war ein wahrer Freund unseres Vereins! Er wird ein großes Loch hinterlassen und uns allen sehr fehlen.

Universität Tübingen würdigt Verstorbenen

Mit Trauer und Bestürzung reagierte auch die auf den Tod des Herzogs. „Der furchtbare Unfall, der Herzog Friedrich aus dem Leben gerissen hat, macht uns alle tief betroffen und fassungslos“, sagte Rektor Professor Bernd Engler am Donnerstag in Tübingen: „Unsere Gedanken sind in dieser Stunde bei seiner Ehefrau, Herzogin Marie von Württemberg, seinen Kindern und nicht zuletzt seinen Eltern, Herzog Carl von Württemberg und Herzogin Diane.“

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Vor der Kirche in Altshausen wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt (Foto: Julia Freyda)
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Juan Carlos (Dritter von links) kam im Jahr 2000 zum 60. Geburtstag von Diane Herzogin von Württemberg (zwischen Juan Carlos und ihrem Mann Herzog Carl) nach Altshausen. Im Hintergrund: Friedrich Herzog von Württemberg. (Foto: Archiv/Rudi Multer/Schwäbische.de)

Der Rektor erinnerte an das breite Engagement des Herzogs für soziale und wissenschaftliche Belange. Nicht zuletzt habe er die Universität Tübingen seit Oktober 2013 als Vorsitzender der Vereinigung der Freunde der Universität (Universitätsbund) intensiv mit Rat und Tat begleitet. Er setzte damit eine Familientradition fort. „Mit Friedrich Herzog von Württemberg verliert die Universität einen engen Weggefährten und wichtigen Unterstützer“, sagte Engler.

Wie die Polizei in ihrem Bericht weiter schreibt, stieß der 56-Jährige Herzog von Württemberg beim Überholen mit einem entgegenkommenden Auto frontal zusammen. Er war gegen 15.40 Uhr mit seinem Porsche-Oldtimer in Richtung Fronhofen gefahren und hatte kurz nach Ebenweiler einen vorausfahrenden Traktor mit Anhänger überholt. Dabei übersah er offenbar einen entgegenkommenden 30-jährigen Autofahrer und kollidierte mit dessen Auto. Friedrich Herzog von Württemberg starb noch an der Unfallstelle. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Porsche des Adligen keine Schutzvorrichtungen, wie etwa einen Airbag.

Während Friedrich Herzog von Württemberg noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlag, erlitten der 30-Jährige und seine beiden Mitfahrer leichtere Verletzungen. Sie wurden alle drei vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

Herzog von Württemberg soll in der Familiengruft der Pfarr- und Schlosskirche St. Michael in Altshausen beigesetzt werden.  Einen Termin will das Haus Württemberg in den nächsten Tagen bekannt geben.