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Das Wasserburger Energieteam startet neu

Wasserburg / Lesedauer: 3 min

Im Laufe seines Bestehens hat das Wasserburger Energieteam verschiedene Stationen durchlebt. Auch jetzt ist es wieder soweit, dass sich das Team, das die Gemeinde 2008 aus der Taufe gehoben hat, verändert muss.
Veröffentlicht:30.11.2023, 10:33

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Im Laufe seines Bestehens hat das Wasserburger Energieteam verschiedene Stationen durchlebt. Auch jetzt ist es wieder soweit, dass sich das Team, das die Gemeinde 2008 aus der Taufe gehoben hat, verändert muss. Mit der Amtsniederlegung seines langjährigen Leiters Günter Edeler ist jetzt die Zeit eines neuen Energieteams 2.0 angebrochen.

„Wir werden jetzt erst mal nicht so aktiv sein wie wir es zu Anfang waren“, sagte Friedrich Sailer bei der Verabschiedung von Günter Edeler. Edeler, der langjährige Leiter des Wasserburger Energieteams, hatte vor einigen Wochen auf der Sitzung des Gemeinderates bekanntgegeben, dass er sein Amt abgeben wolle. Jetzt verabschiedeten ihn die Mitglieder des Energieteams sowie Bürgermeister Harald Voigt offiziell.

Fast zehn Jahre lang war der freiberufliche Energieberater ehrenamtlicher Leiter des Wasserburger Energieteams gewesen. Aber mit dabei war er noch viel länger. Nämlich seit 2008, als die Gemeinde den Anstoß zur Gründung gegeben hatte. Anlass war damals die Teilnahme Wasserburgs am European Energy Award (EEA), jenem europaweiten Wettbewerb für Städte und Kommunen, bei dem es darum geht, durch den effizienten Umgang und der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Leitung hatte zur Gründerzeit der damalige Bauamtsleiter inne. Als dieser 2014 jedoch in eine andere Stadt zog, übernahm Edeler diese ehrenamtliche Aufgabe.

„Auslöser“, nicht Grund, wie Edeler extra betont, dafür, dass er sein Amt niederlegt, sei zwar, dass Wasserburg am Anfang dieses Jahres beschlossen habe seine Teilnahme am EEA erst mal zu pausieren. Aber überlegt, dass er die Leitung eigentlich abgeben wolle, habe er schon länger. „Der Prozess des EEA wird unterbrochen. Von daher ist nicht zwingend eine Energieteamleitung notwendig“, betont er und versichert, dass er aber trotzdem Teil des Energieteams bleiben werde.

In Zeiten wie diesen, in denen der Schutz des Klimas wesentlich ist und Gemeinden daran gemessen werden, was sie für den Klimaschutz tun, bleibt das Energieteam nach wie vor wichtig. Allerdings, so sagte Edeler, könne dieses Gremium immer nur beratend und begleitend tätig sein. Die Kompetenz, konkrete Projekte anzustoßen, habe es nicht. „Das muss immer die Gemeinde machen.“ Deshalb und wegen der wachsenden Aufgaben im Klimaschutz müsse es jemanden in und aus der Gemeinde geben. „Da braucht´s einen Hauptamtlichen.“ Diese Anregung hatte Edeler bereits auf der jüngsten Gemeinderatssitzung geäußert. Und vorgeschlagen, dass sich Wasserburg mit seinen Nachbargemeinden Nonnenhorn und Bodolz zusammen tun solle, um sich die Personalkosten für einen solchen bezahlten „Klimaschutzbeauftragten“ zu teilen. „Es scheint mir sehr wichtig jetzt auch nach außen zu zeigen, dass es konkret um die Umsetzung geht“, sagte er der LZ.

Jene Themen, die in Wasserburg anstehen und entweder nur teilweise oder bisher noch gar nicht umgesetzt sind, sieht der scheidende Leiter, im Verkehr, den Parkplätzen und deren Bewirtschaftung. Ein ganz großes Aufgabenfeld, das es längst schon anzupacken gelte, seien die kommunalen Liegenschaften. „Da ist noch ganz viel Luft nach oben.“ Was Edeler bedauert. Vor allem, weil das bayerische Klimaschutzgesetz vorschreibe, dass die kommunalen Liegenschaften 2030 klimaneutral sein sollten. Zu diesem Themenkomplex dazu gehöre auch die Erzeugung von Energie, Photovoltaik und Nahwärmenetze.

Gründe genug um weiterzumachen. Wenngleich eben ohne Leiter und, wie Friedrich Sailer einräumt, in einer etwas abgespeckten Form. Ihn hat das zehnköpfige Energieteam als seinen „Sprecher“ benannt und damit auch als Verbindungsglied zur Gemeinde. Schwerpunkt und „Kernaufgabe“ des Energieteams wird die Reparaturstube sein, die jeden letzten Montag im Monat stattfindet. Im Anschluss daran, so kündigte Sailer an und lädt alle Interessierten ein, mitzumachen, würden die Mitglieder Themen diskutieren und Dinge entwickeln, die dann in den Gemeinderat getragen werden sollen: zum Beispiel der Energieverbrauch des Aquamarin, Photovoltaik auf gemeindeeigenen Dächern und das Thema Seewärme. Unabhängig davon hatte Bürgermeister Harald Voigt berichtet, dass Wasserburg, Bodolz und Nonnenhorn bereits gemeinsame Gespräche mit den Stadtwerken Lindau über Letzteres führe.