StartseiteRegionalRegion LindauLindauWie geht es weiter mit der Lindauer Kletterhalle?

DAV muss warten

Wie geht es weiter mit der Lindauer Kletterhalle?

Lindau / Lesedauer: 4 min

Der DAV Lindau möchte eine Kletterhalle bauen. Eine Reaktion der Stadt steht noch aus - nicht nur in Bezug auf das Bauvorhaben.
Veröffentlicht:22.03.2023, 17:00

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Der größte Lindauer Verein wünscht sich eine Sportstätte vor Ort. Aber: „Es gibt nichts Neues oder Spruchreifes zum Thema Kletterhalle“, informiert Demian Geyer–Hummler aus dem Team Klettern und Bouldern bei der Jahreshauptversammlung der Sektion Lindau im Deutschen Alpenverein. Wie der Verein den Klettersport seiner Mitglieder trotzdem unterstützt.

Der 5492 Mitglieder starke Verein hat beschlossen, dass er in Lindau eine Kletterhalle bauen möchte. Bei der Mitgliederversammlung wurde dem Vereinsvorstand schon im vergangenen Jahr der Auftrag erteilt, das begonnene Kletterkonzept für den DAV Lindau zu konkretisieren.

Wir warten noch auf eine Reaktion der Stadt Lindau.

Demian Geyer–Hummler, Team Klettern und Bouldern der DAV

Denn das Klettern sei eine Kernsportart des Alpenvereins und gerade für die Jugendarbeit immens wichtig. „Wir haben der Stadt Lindau bereits im vergangenen Jahr unsere Bereitschaft mitgeteilt, eine solche Halle bauen zu wollen und darum gebeten, uns behilflich zu sein, einen geeigneten Standort zu finden, der die Anforderungskriterien einer Kletterhalle erfüllt“, so Geyer–Hummler. „Wir warten noch auf eine Reaktion der Stadt Lindau.“

15 Prozent Ermäßigung in Bregenz und Friedrichshafen

Als möglichen Standort für die Kletterhalle hatte Thomas Hummler, Vorsitzender des Lindauer DAV, das Gelände hinter der Therme ins Spiel gebracht. Im Nachnutzungskonzept für das Gebiet ist die Kletterhalle enthalten. Allerdings ist das Konzept vom Stadtrat noch nicht beschlossen. Unter den Lindauer regte sich bereits Widerstand gegen die Bebauung des Geländes, vor allem von Naturschützer und Schrebergärtnern.

Aktuell bleibe dem Verein nur, so Geyer–Hummler, den Klettersport seiner Mitglieder zu fördern, indem die Kooperationsvereinbarung mit den Boulderhallen „Greifbar“ in Bregenz und Friedrichshafen aufrechterhalten werde, was aber als Übergangslösung gedacht ist. Die Mitglieder der Sektion Lindau erhalten dort 15 Prozent Preisermäßigung.

Wegen des Boulderblocks auf der Hinteren Insel, der zur Lindauer Gartenschau 2021 als Attraktion gebaut worden war, stehe der Verein im Gespräch mit der Stadt Lindau — denn er sei derzeit nicht öffentlich zugänglich, was sehr schade sei. Mit einer Kletterfläche von 90 Quadratmetern, 30 Bouldern und 300 Griffen sollte er nämlich nicht nur Sportkletterern für kreatives Klettern ohne Gurt und Seilsicherung zur Übung dienen, sondern auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen, die dort Kraft, Beweglichkeit, Kreativität, Geduld und etwas Mut erproben könnten.

Warum ist der Boulderblock abgesperrt?

Thomas Hummler, der nicht nur Lindauer DAV–Vorsitzender, sondern auch Stadtrat der CSU ist, erklärt das Problem: „Es gibt eine Spielplatznorm, nach der dürfen Spielplatzgeräte nur eine maximale freie Fallhöhe von drei Metern aufweisen. Der Boulderblock ist aber nach der Bouldernorm und als Sportanlage gebaut, und auch als solche gekennzeichnet, die besagt, dass die Kletterhöhe maximal 4,20 Meter betragen darf.“

Wir verstehen, dass die Stadt vorsichtig ist, und wissen natürlich um die Hintergründe.

Thomas Hummler, Lindauer DAV-Vorsitzender

Es gehe der Stadt darum, ob die notwendige Sicherheit gegeben sei, und ob der Untergrund, auf den der Nutzer schlimmstenfalls falle, die Anforderungen erfüllt. „Wir verstehen, dass die Stadt vorsichtig ist, und wissen natürlich um die Hintergründe“, sagt Hummler.

Gerade am Montag dieser Woche sei ein Gutachter vor Ort gewesen, der gesagt habe, dass alles in Ordnung sei. Hummler gehe davon aus, dass nach weiteren Gesprächen mit dem Zuständigen bei der Stadt Lindau der Boulderblock zeitnah wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne.

Die Lust aufs Klettern sei allgemein groß in Lindau — vor allem in den Jugendgruppe gebe es Wartelisten. Bis die Kletterhalle Wirklichkeit ist, bietet die Sektion Lindau ihren Kletterbegeisterten neben dem Boulderblock auf der Hinteren Insel den Klettergarten bei der Lindauer Hütte im Montafon und die Kletterwand in der Barfüßerhalle. Außerdem trainieren sie mir ihren Gruppen in Kletterhallen und am Fels in der Region.