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Unermüdliches Ehrenamt: Lindauer fahren noch immer in die Ukraine

Lindau / Lesedauer: 3 min

Der Krieg in der Ukraine nimmt kein Ende. Die Menschen dort brauchen noch immer jede Menge Hilfe. Ein Lindauer Verein bleibt am Ball ‐ auch wenn es nicht einfacher wird.
Veröffentlicht:12.11.2023, 19:00

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Noch immer sterben im Krieg in der Ukraine Menschen. Ein Lindauer Verein setzt sich seit fast zwei Jahren unermüdlich für die Menschen vor Ort ein ‐ und organisiert Fahrten ins Land. Dabei ist wichtig: Längst nicht alles wird in der Ukraine gebraucht.

Aurel Sommerlad erinnert sich noch gut: Bei seinem Aufenthalt in der ukrainischen Stadt Lwiw im April haben ihn besonders die Gespräche mit Leuten vor Ort bewegt: „Vor allem mit den Paramedics-Einheiten (Rettungsdienst Anm. d. Red.), die an der Front unterwegs sind“, sagt Sommerlad. Für diese sei das Leben im Krieg extrem kräftezehrend. „Weil es schon so lange geht.“

Hilfe vor Ort, nicht mehr in Lindau

Erfahrungen wie diese, erzählt Aurel Sommerlad, lassen ihn und die anderen Vereinsmitglieder bis heute weitermachen. Kurz nach Ausbruch des Krieges im Februar 2022 hatte sich der Verein Hilfswerk Bodensee gegründet. Seitdem leisten sie Hilfe ‐ sowohl in Lindau als auch in der Ukraine.

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Besonders in dem Kriegsland gebraucht werden medizinische Hilfsgüter und Krankenwagen, berichtet der Vorsitzende des Vereins. Drei Fahrzeuge inklusive Beatmungsgeräte, Tragen und viele Medikamente sowie Defibrillatoren hat der Verein in diesem Jahr ins Land gebracht.

Krankenwagen bleibt unterwegs liegen

Ein vierter Wagen ist auf der Strecke liegen geblieben. „Er wurde repariert und wird jetzt noch hingefahren.“ Ein weiterer Krankenwagen und ein Evakuierungsfahrzeug will der Verein bald noch in die Ukraine bringen. Die ausgedienten Wagen bekommt der Verein von einem Händler aus Memmingen, der sich auf solche Fahrzeuge spezialisiert hat.

„Krankenwagen und medizinisches Material werden gebraucht und haben einen enormen Verschleiß“, sagt Aurel Sommerlad, der weiß, wie wichtig es ist, nicht einfach „irgendetwas“ ins Land zu bringen. „Es fehlt vor allem an hochwertiger Ausrüstung. Wir versuchen das gezielt zuliefern.“

Denn immer wieder werde das Falsche in das Kriegsgebiet geliefert. Auch deshalb verschärfe sich ab nächstem Jahr die Regelungen für alle, die Güter in die Ukraine fahren möchten, erzählt Sommerlad. Man müsse sich dann anmelden, wenn man etwas einfahren will.