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Stadtbus Lindau: „Verbale Entgleisungen gibt es immer mal wieder“

Lindau / Lesedauer: 2 min

Ein Passagier hat einen Fahrer des Schienenersatzverkehrs mit Tritten in den Bauch und in den Genitalbereich angegriffen. Kommt so etwas auch im Lindauer Stadtverkehr vor? 
Veröffentlicht:13.11.2023, 08:00

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Ein Busfahrer des Schienenersatzverkehrs ist körperlich angegriffen worden. Mit Tritten in den Bauch und in den Genitalbereich attackierte ihn ein Fahrgast.

Wie oft sind Busfahrer solchen Angriffen ausgesetzt? Wie sieht die Situation bei den Lindauer Stadtbussen aus? Wir haben den Fahrmeister Gebhard Lindhorst dazu befragt.

Wie häufig sind Übergriffe auf Stadtbusfahrer in Lindau?

Von tätlichen Übergriffen sind wir beim Stadtbus bisher verschont geblieben. Darüber sind wir sehr froh. In meiner Zeit als Fahrmeister beim Stadtbus habe ich in den vergangenen 13 Jahren keinen einzigen solchen Vorfall erlebt. Natürlich gibt es immer mal wieder verbale Entgleisungen, vor allem dann, wenn Alkohol im Spiel ist.

Da wurde der Ton in den letzten Jahren auch aggressiver, das ist aber ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht nur im öffentlichen Personennahverkehr zunimmt. Unsere Fahrerinnen und Fahrer kommen damit aber insgesamt sehr gut klar.

Wie werden die Stadtbusfahrer geschützt? Gibt es Vorkehrungen?

Seit der Pandemie gibt es in unseren Bussen eine Glasscheibe, die den Fahrer und die Fahrerin ‐ optisch ‐ von den Fahrgästen abtrennt. Seit circa einem Jahr arbeiten wir mit einer externen Sicherheitsfirma und diese im Bedarfsfalle auch mit der örtlichen Polizeidienststelle zusammen.

Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang der Umgang unseres Personals mit schwierigen Kundinnen und Kunden. In speziellen Schulungen trainieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit sie sich deeskalierend verhalten können und im Ernstfall bestmöglich vorbereitet wären.

Welche Arten von Übergriffen gab es bislang bei den Lindauer Stadtbussen?

Wie bereits geschildert: Nur verbale Angriffe, für die sich die Fahrgäste im Nachhinein vereinzelt sogar entschuldigen.

Wie können Fahrgäste reagieren?

Zivilcourage und nicht wegschauen wäre im Ernstfall richtig und nötig. Bei Verbalattacken freuen wir uns, wenn unsere Fahrgäste sich nicht wegdrehen, sondern solidarisch mit dem Fahrer oder der Fahrerin an Respekt und Anstand im Umgang und der Kommunikation unter zivilisierten Menschen appellieren.

Im Fall, dass sich Fahrgäste bedroht oder angegriffen fühlen, sind sie aufgefordert, sich mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung an andere Fahrgäste und unser Fahrpersonal zu wenden.