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Kritik der Politik

ÖDP: Bauernproteste gehen in falsche Richtung

Lindau / Lesedauer: 2 min

Das Sterben kleinerer Betriebe ist für die ÖDP das Ergebnis einer verfehlten Landwirtschaft. Warum Bauern für eine ökologisch ausgerichtete Agrarwende kämpfen sollten.
Veröffentlicht:12.02.2024, 17:00

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Auch in Lindau demonstrieren Landwirte. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Lindau nimmt in einer Pressemitteilung dazu Stellung. Auch wenn sie die Streichung des Dieselprivilegs für Landwirte kritisiert: Der augenblickliche Protest der Bauern geht ihrer Ansicht nach in die falsche Richtung.

Die anhaltenden Proteste der Landwirte in ganz Deutschland seien eine „beeindruckende Reaktion auf eine einseitige fehlerbehaftete Maßnahme der Bundesregierung zu Lasten der Bauernschaft“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Streichung des Dieselprivilegs für alle mit Ausnahme für die Landwirte und die Bahn wäre nach Meinung von Andreas Zeh, Kreisvorsitzender der ÖDP in Lindau, ein vernünftigerer Schritt gewesen, der für Steuererträge und fürs Klima „eine viel größere Wirkung erzielt hätte“.

Der augenblickliche massive Protest der Bauern gehe nach Ansicht der ÖDP aber in eine „falsche Richtung“. Seit vielen Jahren - und das lange vor der Ampelregierung - fördere die Politik mit ihren Subventionen für die Landwirtschaft insbesondere die industriellen Großbetriebe mit großen Flächen und hohem Viehbestand. „Genau diese Landwirte erhalten den größten Anteil des Subventionskuchens, die die Böden durch Monokulturen und Pestizide auslaugen und zerstören, die durch Massentierhaltung dem Arten- und Klimaschutz entgegenwirken.“

Für ökologisch ausgerichtete Agrarwende auf die Straße gehen

Sie könnten sich die schwersten Maschinen leisten, während kleine und mittelständige Betriebe tatsächlich Not litten und kaputt gingen, weil sie nicht die ihnen zustehende Unterstützung erhielten. Es gehe hier nicht um Lebensmittel, sondern um gute Nahrungsmittel von bester Qualität.

Bei den Protesten wäre es laut ÖDP „sinnvoller gewesen, für eine ökologisch ausgerichtete Agrarwende laut zu werden und auf die Straße zu gehen“. Dies wäre auch „ohne die dieselschluckende Parade“ von Tausenden von Großtraktoren möglich gewesen.

Schutz der Natur statt „Profit der Großen“

„In der Landwirtschaft sollte das Wohl der Tiere und der Schutz der Natur mit seiner ganzen Artenvielfalt im Vordergrund stehen und nicht allein der Profit der Großen“, so der ÖDP-Vorsitzende weiter. Unterdessen gehe das Sterben von kleineren Betrieben unaufhaltsam weiter, das sei das Ergebnis einer verfehlten Landwirtschaft. Deshalb kämpfe die ÖDP für eine entsprechende Agrarwende, „die die Landwirte besonders unterstützt, die naturverträglich und nachhaltig wirtschaften“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Hierfür eine angemessene staatliche Unterstützung einzufordern, wäre nur recht und billig, denn „wir alle wären Nutznießer, weil wir in unserem Land gesunde Lebensmittel in den Regalen finden könnten und weil unsere Natur dabei geschont und nicht ausgebeutet würde“.