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Neuer Aldi gegenüber der Lindauer Denkfabrik: Pläne werden konkret

Lindau / Lesedauer: 4 min

Damit soll eine Versorgungslücke geschlossen werden. Und auch die Lebenshilfe scheint jetzt für einen Umzug bereit zu sein.
Veröffentlicht:30.10.2023, 07:46

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Gegenüber der Denkfabrik plant Aldi zwei Gebäude: ein größeres und ein kleineres. Im großen Gebäude soll im Erdgeschoss der Discounter selbst samt Bäcker und Café einziehen. Im ersten Stock soll die neue Werkstatt der Lebenshilfe unterkommen.

Ob letzteres klappt, war bisher noch nicht klar. Als die Pläne vergangenes Jahr im Bauausschuss vorgestellt wurden, zeigten sich die Verantwortlichen der Lebenshilfe überrascht. Auf Nachfrage verwiesen sie darauf, dass noch nichts fix sei. Im Gegenteil: Die Regierung von Schwaben hatte damals die Erweiterung der Werkstatt gerade erst abgelehnt.

„Letztes Jahr waren wir noch nicht überzeugt dabei“, sagt Esther Hofmann, Geschäftsführerin der Lebenshilfe, im jüngsten Stadtrat auf Nachfrage von Jürgen Müller (LI). Sie erklärt, dass Werkstatterweiterungen grundsätzlich kritisch gesehen würden und darum nicht so einfach durchzusetzen seien. Doch inzwischen habe sie klären können, dass die Lebenshilfe mehr Arbeitsplätze bekommt. Im späten Frühjahr hat der Bezirkstag doch beschlossen, dass die Lindauer Werkstatt die Zahl ihrer Arbeitsplätze um die Hälfte erhöhen und damit künftig 90 Stellen besetzen darf.

Werkstatt platzt aus allen Nähten

Denn die jetzige Werkstatt in der Pfannenfabrik platzt aus allen Nähten. Ausgelegt ist sie für 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, allerdings arbeiten dort rund 80 Menschen mit Handicap. Über dem neuen Aldi-Markt wäre in Zukunft Platz für 90 Werkstatt-Mitarbeiter sowie Verwaltungs- und Aufenthaltsräume.

Wir haben noch nicht unterschrieben, befinden uns aber auf der Zielgeraden.

Esther Hofmann

„Hier könnten wir alles auf einer Etage ermöglichen“, so Hofmann. Die Lebenshilfe habe bereits viele Möglichkeiten durchgespielt, doch der Einzug bei Aldi sei die Wunschlösung. „Wir haben noch nicht unterschrieben, befinden uns aber auf der Zielgeraden.“

Das Gebäude, bisher ein Geschäft für Gartenmöbel, soll abgerissen werden. Dorthin soll ein zweigeschossiges Gebäude mit einem punktuellen, dreigeschossigen Kopfbau kommen. „Der riegelförmige Baukörper entlang der Kemptener Straße stellt das Gegenstück zu dem bestehenden Parkhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite dar“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Der Supermarkt im Erdgeschoss ist mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern geplant. Zusätzlich soll es dort eine Bäckerei mit kleinem Gastraum geben. Während das erste Obergeschoss komplett von der Lebenshilfe genutzt werden soll, bietet der zweite Stock Platz für kleinteiligere, gewerbliche Nutzungen. Geplant ist derzeit, dass dort ein Hörakustiker einzieht.

Im östlichen Bereich ist außerdem ein separates, zweigeschossiges Gebäude vorgesehen. Dort ist eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen geplant.

Ist ein neuer Nahversorger wirklich nötig?

Jürgen Müller (LI) bezweifelt, dass Lindau einen weiteren Nahversorger braucht. „Wir haben langsam eine Überversorgung“, sagt er. So habe zum Beispiel der Kaufland-Markt im Heuriedweg eine „wahnsinnige“ Magnetkraft. „Feneberg, Lidl und der Edeka in Weißensberg haben dadurch weniger Kunden“, so Müller. Natürlich sei ein Nahversorger an dieser Stelle für die Anwohner wünschenswert. Doch Müller fürchtet eine „Überversorgung in der Gesamtstadt“.

Laut Bauamtsleiter Kay Koschka zeigt die Analyse eindeutig: „Der Markt an dieser Stelle macht Sinn.“ Allerdings sei es nicht die Aufgabe des Einzelhandelskonzepts, die Konkurrenz der verschiedenen Händler zu unterbinden.

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In der neuesten Folge des Podcasts geht es um den Messerstecher von der Lindenschanze, dem der Prozess gemacht wurde. Wie sich der Angeklagte dort gab und welches Urteil das Gericht spricht, darüber unterhalten sich  Julia Baumann und Ronja Straub.

Auf Nachfrage von Andreas Reich (FW) räumt Architekt Alexis Uhlig ein, dass noch kein Energiekonzept vorliegt. Max Strauß (BL) beantragt, dass der neue Aldi sowohl eine begrünte Fassade als auch eine Photovoltaik-Anlage bekommt.

Pius Bandte (BL) will wissen, warum nicht überprüft wurde, ob auch der Parkplatz mit einer Photovoltaik-Anlage überbaut werden könnte. „Das sind in der Regel verunstaltende Bauten“, argumentiert der Architekt.

Der Stadtrat bringt in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch das Bebauungsplanverfahren auf den Weg. Bürgermeister Mathias Hotz (JA) bedankt sich bei den Mitarbeitern von Aldi, die im Publikum sitzen. „Da entsteht etwas, wovon die Lindauer profitieren.“