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Nahverkehrskonzept

Neue Busse, Fahrpläne im Takt und Komfort: Was Bus-Kunden nun erwartet

Region / Lesedauer: 4 min

Fünf Jahre lang hat der Kreis Lindau das Projekt vorbereitet. Jetzt steht die Ampel auf grün für das neue Nahverkehrskonzept. Was sich ab 10. Dezember für Buskunden ändert.
Veröffentlicht:29.11.2023, 05:00

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Bernd Hasenfratz, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Bodo, spricht von einem „wichtigen Schritt in die Mobilitätswende“. Landrat Elmar Stegmann bezeichnet es als ein Buskonzept, „das grundlegend neu gedacht und neu geplant“ wurde: Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember werden endlich die neuen Regionalbusse zwischen bayerischem Bodensee und dem Westallgäu rollen.

„Nahverkehr auf ganz neuem Niveau“: So stellte der Lindauer Landrat das Konzept am Montagnachmittag bei einem Pressetermin vor. Hörbar stolz verwies er unter anderem auf die 23 neuen Busse, die auch mit Qualität und Komfort punkten sollen.

Hohe Qualitätsstandards

Dazu gehören Klimaanlage, eine Fahrtanzeige, wie man sie aus modernen Zügen kennt, und kostenloses Internet sowie ein barrierefreier Mitteleinstieg. Daneben, auf dem Rollstuhl- und Kinderwagen-Stellplatz dürfen, so die Fläche frei ist, auch zwei Fahrräder mitgenommen werden.

Die Hauptlinien des neuen Regionalbus-Verkehrs im Kreis Lindau mit ihren teilweise neuen Liniennummern.
Die Hauptlinien des neuen Regionalbus-Verkehrs im Kreis Lindau mit ihren teilweise neuen Liniennummern. (Foto: LRA Lindau)

Zur ÖPNV-Offensive gehört zudem, dass die neuen Busse - übrigens auch jene vier, die ab Frühjahr 2024 im Westallgäu mit Wasserstoff-Antrieb fahren - nun alle in einem einheitlichen Design des Verkehrsverbunds Bodo im Kreis Lindau unterwegs sein werden. Und teilweise sogar darüber hinaus, etwa zwischen Achberg und Wangen (als Linie 19) wie auch künftig ein Stück weit durch Vorarlberg.

Neue Hauptlinie verbindet Lindau und Lindenberg

Denn das neue Konzept soll unter anderem die Hauptorte im Landkreis werktags im Stundentakt und zusätzlich am Wochenende verbinden. Hauptachse wird dabei die neue Linie 21 von Lindenberg über Scheidegg, Möggers und Hörbranz nach Lindau-Reutin sein. Dabei gelten auch auf den Straßen durch Vorarlberg der Bodo-Tarif und das Deutschlandticket, wie Bodo-Chef Hasenfratz sagte.

Video: Evi-Eck Gedler / Marcus Fey

Diese neue Linie 21 fährt montags bis freitags künftig zwischen 6.33 und 19.33 Uhr jeweils zur Minute 33 am Reutiner Bahnhof in Richtung Westallgäu ab. Samstags startet der Takt eine Stunde später und hört um 18.33 Uhr auf. Sonntags gibt es dann einen Zwei-Stunden-Takt zwischen Lindau und Westallgäu.

Seelinie bald unter neuer Nummer

Nicht ganz so häufig, aber doch auch überwiegend im Stundentakt können Buskunden zwischen Wasserburg, Bodolz und dem Reutiner Bahnhof unterwegs sein. Wobei sich jene ein wenig umgewöhnen müssen - denn ihre Busse fahren ab 10. Dezember als Linie 20.

Am See müssen die Nahverkehrs-Nutzer allerdings beachten, dass es vormittags und am frühen Nachmittag jeweils eine Lücke von 2,5 Stunden gibt, in der auch die Taktzeit ab Wasserburg wechselt. Denn über die Mittagszeit fahren drei Kurse statt zur üblichen Minute 7 dann um 11.37, 12.37 und 13.37 Uhr am Wasserburger Bahnhof los.

Mehr Komfort, mehr Barrierefreiheit, mehr Fahrten in sogenannten Tagesrandzeiten sind wesentliche Aspekte, die nach Ansicht des Landrats wie auch des Bodo-Geschäftsführers Bernd Hasenfratz Menschen im Kreis Lindau das Umsteigen in die neuen Regio-Busse schmackhaft machen sollen.

Takt ermöglicht einfachere Fahrpläne

„Die Fahrpläne werden einfacher“, zeigte sich der Landrat überzeugt. Er betonte zudem, dass es künftig auch leichter sein soll, zwischen Bus und Bahn umzusteigen. Denn der Bau des Lindauer Fernverkehrs-Bahnhalt in Reutin sei für den Landkreis ein wesentlicher Punkt gewesen, das Projekt neues Nahverkehrskonzept in Angriff zu nehmen. Dafür hatte der Landkreis die Verkehrsplaner des Schweizer Büros Metron engagiert.

Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann lässt sich von Bodo-Geschäftsführer Bernd Hasenfratz die neue Beschilderung der Regiobus-Haltestellen erklären.
Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann lässt sich von Bodo-Geschäftsführer Bernd Hasenfratz die neue Beschilderung der Regiobus-Haltestellen erklären. (Foto: ee)

Die neuen Konzessionsinhaber investieren insgesamt über acht Millionen Euro in die neuen Busse. Dabei sind ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember anstelle der bisherigen Regional-Bus Augsburg/RBA nun die Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH/RAB aus Ulm, das Lindenberger Busunternehmen Burkhard sowie die Arbeitsgemeinschaft Werner Sohler aus Wangen mit der Süddeutschen Verkehrslinien GmbH im Kreis Lindau unterwegs.

Das ist Nahverkehr auf ganz neuem Niveau.

Landrat Stegmann

Der Kreis Lindau trägt dafür die laufenden Betriebskosten und sichert die Bus-Unternehmen gegen Verlustrisiken ab, wie Stegmann anmerkte. Zu guter Letzt will der Landkreis mit seinem neuen Buskonzept zum Klimaschutz beitragen. Diesen Part unterstützt insbesondere Busunternehmer Klaus Burkhard, der mit Hilfe staatlicher Fördergelder insgesamt sechs Busse mit Wasserstoff-Antrieb bestellt hat.

„Das neue Angebot richtet sich an alle, an Schüler, Berufstätige, Menschen in der Freizeit“, stellte Landrat Elmar Stegmann fest: „Das ist Nahverkehr auf ganz neuem Niveau.“