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Lindau Islanders kassieren zwei herbe Klatschen

Lindau / Lesedauer: 5 min

Das war ein Wochenende zum Vergessen für den EVL in der Eishockey-Oberliga Süd: Dem 0:5 am Freitag gegen Deggendorf folgte am Sonntag ein 3:8 bei den Bayreuth Tigers.
Veröffentlicht:10.12.2023, 20:36

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Die EV Lindau Islanders müssen das Wochenende in der Eishockey-Oberliga Süd schnell abhaken und die richtigen Schlüsse daraus ziehen: Sowohl gegen den Deggendorfer SC (0:5) als auch bei den Bayreuth Tigers (3:8) leisteten sich die Islanders zu viele Strafen und verloren so beide Partien. „Das frühe 0:3 war ein Schock, wir haben uns im ersten Drittel nicht mehr gefangen“, sagte Trainer John Sicinski.

Ganz schwacher erster Abschnitt

Die personelle Situation bei den Islanders ist nicht besser geworden. Bei der 0:5-Pleite am Freitag zu Hause gegen den Deggendorfer SC hatte sich noch Patrick Raaf-Effertz verletzt. „Spieler wie Robin Wucher, Andreas Farny, Daniel Stiefenhofer oder Raaf-Effertz können wir nicht ersetzen“, meinte Sicinski. „So langsam gehen uns die Spieler aus.“ Aus Bayreuth wollten die Lindauer dennoch nicht ohne Punkte zurück nach Hause fahren. Doch die Partie beim Zwangsabsteiger aus der DEL2 war bereits nach dem ersten Drittel entschieden. Die Islanders legten einen verheerenden Auftritt hin. „Es klappt eigentlich alles nicht“, meinte Nicolas Strodel im Pauseninterview bei SpradeTV. „Wir verlieren die Scheibe in der neutralen Zone zu schnell und machen unsere Chancen vorne nicht rein.“

Von diesen Chancen gab es zwar nicht viele, aber direkt eine gute nach elf Sekunden. Die nutzten die Gäste vom Bodensee allerdings nicht - und nach nicht einmal fünf Minuten stand es 3:0 für Bayreuth. Nach einer Chance von Dominik Tiffels blieben die Tigers aggressiv, eroberten sich die Scheibe wieder und Victor Knaub traf zum 1:0 (3.). 50 Sekunden später war Goalie Dominik Hattler, der überraschend den Vorzug vor Dieter Geidl bekommen hatte, zum zweiten Mal geschlagen. Dieses Tor war das Spiegelbild des ersten Drittels. Lindau war in der Offensive an der Scheibe, doch Adriano Carciola verlor den Puck und kassierte dann eine Strafe wegen Beinstellens. Doch ehe die Islanders erneut an die Scheibe kamen, hatte Mark Ledlin den Konter zum 2:0 ausgenutzt.

Goalie-Wechsel in der ersten Pause

Carciola schlug seine Kelle wutentbrannt auf die Bande an der Spielerbank. Besser wurde es für die schwachen Islanders allerdings nicht. Nach einer Strafe für Mathieu Desautels ließen die Bayreuther die Scheibe laufen - Eelu Eto fand den freien David Stach, schon stand es 3:0. Sogar in Unterzahl hatten die Tigers die bessere Chance, während Lindau ein schwaches Powerplay zeigte. Es gab zahlreiche Abspielfehler und Stockfehler - und in der 14. Minute sogar das 0:4. Elo nahm in einer weiteren Überzahl seinen eigenen Nachschuss und überwand Hattler. Damian Schneider hätte noch verkürzen können, scheiterte bei einem Alleingang aber am Tigers-Goalie Kai Kristian. „Dieses Drittel müssen wir abhaken“, forderte Strodel.

Eine Reaktion von Sicinski war der Goalie-Wechsel: Statt Hattler stand fortan Geidl zwischen den Pfosten. „Nach dem ersten Drittel mussten wir reagieren, aber es tat mir sehr leid für Hattler“, meinte Sicinski. Die Islanders zeigten nun einen besseren Auftritt, Geidl hielt einige Male stark. Nach einem tollen Angriff über Strodel verkürzte Marc Hofmann in der 27. Minute auf 1:4. Dazu überstanden die Lindauer eine 1:40 Minuten lange doppelte Unterzahl. Tomas Schmidt traf dabei nur den Pfosten. Doch in der 35. Minute war auch Geidl geschlagen - Kai Zernickel erhöhte auf 5:1. Die Bayreuther hatten wieder alles unter Kontrolle, waren in der Schlussminute des Drittels aber zu offen. Carciola schickte Schneider, der erzielte das 2:5.

Zu viele Strafen gegen Deggendorf

Am Ende wurde es noch wild - innerhalb von gut zwei Minuten fielen drei Treffer. Elo erhöhte zunächst auf 6:2, Desautels erzielte das 3:6, ehe Stach das 7:3 nachlegte. 30 Sekunden vor dem Ende stellte Andrée Hult den 8:3-Endstand her. „Die letzten acht Minuten hatten nichts mehr mit Eishockey zu tun, das war vogelwild“, kritisierte Sicinski.

Bereits im Heimspiel am Freitagabend in der BPM-Arena hatte sich wieder einmal die alte Weisheit bestätigt, dass auf der Strafbank keine Spiele gewonnen werden können. Im ersten Drittel hielten die Lindauer noch das 0:0 gegen den Tabellenzweiten Deggendorfer SC, doch im zweiten Drittel zog der Favorit mit drei Überzahltoren vorentscheidend davon. „Wir sind zu oft auf der Strafbank gesessen“, sagte EVL-Trainer Sicinski. „In Unterzahl haben wir dann immer wieder kleine Fehler gemacht, dazu war unser eigenes Überzahl nicht gut genug.“

So kamen die Lindauer nach einem eigentlich guten ersten Drittel nicht in die Nähe einer Überraschung, wie sie den Islanders beim ersten Heimspiel gegen Deggendorf gelungen war. Damals schlug der EVL das Oberligatopteam mit 7:4. „Es war nicht so eine wilde Partie wie beim ersten Mal in Lindau“, sagte Deggendorfs Trainer Jiri Ehrenberger, der sich am Freitagabend auch für seinen Goalie Timo Pielmeier freuen konnte: „Das war unser erstes Zu-Null-Spiel.“ Für die Islanders war es das zweite Mal in dieser Saison, dass sie ohne eigenen Treffer blieben.

Oberliga Süd, 23. Spieltag:

EV Lindau Islanders - Deggendorfer SC 0:5 (0:0, 0:2, 0:3). - Tore: 0:1 (21:04 ÜZ) Thomas Pielmeier (Popoff, Leinweber), 0:2 39:23 ÜZ) Thomas Pielmeier (Grossrubatscher, Leinweber), 0:3 (46:17 ÜZ) Marcel Pfänder (Röthke, 0:4 (46:28) Julian-Maximilian Elsberger (Schmid, Stern), 0:5 (53:02) Thomas Greilinger (Dusek) - Strafen: Lindau 12 Minuten, Deggendorf 10 Minuten - Zuschauer: 397.

Oberliga Süd, 24. Spieltag:

Bayreuth Tigers - EV Lindau Islanders 8:3 (4:0, 1:2, 3:1). - Tore: 1:0 (2:04) Victor Knaub (Schäfer), 2:0 (2:54) Marc Ledlin, 3:0 (4:42 ÜZ) David Stach (Elo), 4:0 (13:45 ÜZ) Eetu Elo (Stach, Ledlin), 4:1 (26:51) Marc Hofmann (Strodel, Desautels), 5:1 (34:08) Kai Zernickel (Knaub, Bergbauer), 5:2 (39:19) Damian Schneider (Carciola, Grünholz), 6:2 (48:06) Eetu Elo (Tölzer, Reinig), 6:3 (49:19) Mathieu Desautels (Carciola, Kaiser), 7:3 (50:26) David Stach (Reinig), 8:3 (59:33) Andrée Hult (Schindler) - Strafen: Bayreuth 6 Minuten, Lindau 10 Minuten - Zuschauer: 1305.