StartseiteRegionalRegion LindauLindauKalte Wohnungen im Winter: Mieter der GWG müssen immer wieder frieren

Mit Föhn aufwärmen

Kalte Wohnungen im Winter: Mieter der GWG müssen immer wieder frieren

Lindau / Lesedauer: 3 min

In einem Wohnkomplex der GWG fällt die Heizung immer wieder aus. Die Mieter sind genervt, die GWG versucht zu beschwichtigen. Ein Mann gibt aber nicht auf.
Veröffentlicht:06.12.2023, 19:00

Artikel teilen:

Wintereinbruch in Deutschland, Schneechaos in Bayern und Heizungsausfälle bei Mietern der GWG. Während die Temperaturen in den Keller stürzen, bangt Markus Ripfel um seine Heizung. Diese fällt immer wieder aus. Das kann für den Rheumapatienten schwere Folgen haben.

Beim Gespräch mit Markus Ripfel sitzen zwei weitere Mieter aus dem Mehrparteienhaus im Motzacher Weg am Tisch. Ihre Namen wollen sie nicht nennen. Keiner kommt auf die Idee, seine Winterjacke auszuziehen. Der Raum ist kalt. Beim Blick aus dem Fenster erkennt man den Sprinter der Heizungsfirma - Handwerker sind im Haus. Die Heizung muss mal wieder repariert werden.

Auf dem Tisch liegt ein Zettel. Ripfel hat fein säuberlich jeden Tag notiert, an dem die Heizung ausgefallen sein soll. Darauf stehen sieben Einträge seit Oktober. Zwischen ein bis drei Tage dauere es, bis die Heizung wieder geht. Für ihn ist das eine Zumutung.

Probleme seit Einbau

Erst 2016 wurde die Heizung durch die GWG ausgetauscht. Grund dafür sei der Umstieg auf „eine neue effiziente Heizung betrieben durch erneuerbare Energien“, sagt Geschäftsführer der GWG Alexander Mayer auf Nachfrage der Lindauer Zeitung. Laut ihm sei die Heizung „auf dem heutigen Stand der Technik und läuft sehr effizient.“ Zwischen Effizienz und Effektivität gibt es aber Unterschiede.

Ripfel muss sich immer wieder warm einpacken.
Ripfel muss sich immer wieder warm einpacken. (Foto: Privat)

Schon kurz nach dem Einbau hatte die LZ über häufige Ausfälle berichtet. Damals sagte Mayer: „Der Hersteller bekommt die Steuerung der Anlagen bisher noch nicht in den Griff.“ Im Griff scheint es der Hersteller nach wie vor nicht zu haben. Mayer betont aber, dass es nicht „immer wieder“, sondern nur „sporadisch“ zu Heizungsausfällen käme.

Hausgemeinschaft hilft sich

Ripfel ist mittlerweile auf die Ausfälle vorbereitet. Über die letzten Jahre habe er Heizlüfter für sich und seine Nachbarn angeschafft. „Die verbrauchen viel Strom“, sagt Ripfel. Da er von der Grundsicherung lebt, trägt die Heizkosten meist der Staat. Für die hohen Stromkosten müsse er aber einen gesonderten Antrag stellen.

Seine Wohnung nutzt Ripfel mittlerweile als „Wärmespeicher“. Sollte die Heizung wieder einmal ausfallen, kühle der Raum deshalb nicht so schnell ab. Für einen Rheumapatienten bedeute Kälte Schmerzen.

Kaltes Wasser

Aber neben kalten Räumen gibt es ein weiteres Problem. Heizung und Warmwasser kommen vom gleichen System. Deshalb falle mit der Heizung auch das Warmwasser für mehrere Tage aus. Die Unsicherheit schlauche die Bewohner. „Man weiß ja auch nie, wann das kommt“, sagt Ripfel. Manchmal stünde er unter der Dusche und merke, wie das Wasser immer kälter werde.

Stellen Sie sich mal vor, man steht morgens auf und muss dann in ein kaltes Bad. Man kann dann ja auch nicht warm duschen.

Markus Ripfel

Die GWG kennt zwar die „sporadischen“ Ausfallerscheinungen des neuen Heizungssystems. „Aufgrund der hochmodernen Technik, die in den Heizanlagen verbaut ist, kann es vereinzelt im Jahr zu Störungen kommen“, sagt Mayer. Die Firma, die die Heizung betreue, kümmere sich dann aber mit „sofortigen Maßnahmen“ darum. Auf die Nachfrage, warum die Heizung immer wieder ausfällt, verweist die Firma wieder auf die GWG. Ihnen lägen alle Informationen vor.

Renovierung geplant

„Ich würde mir wünschen, mit der GWG mal die Heizungen zu tauschen“, sagt Ripfel. Ein paar Tage Ausfall höre sich vielleicht nicht so schlimm an, aber gerade bei Minusgraden habe er es schwer, wenn seine Wohnung kalt bleibt. „Stellen Sie sich mal vor, man steht morgens auf und muss dann in ein kaltes Bad. Man kann dann ja auch nicht warm duschen.“

Im kommenden Jahr soll eine große Renovierungsmaßnahme dabei helfen, die Wohnungen energieeffizienter zu machen. Die Bewohner sollen dann aus ihren Wohnungen umziehen. Entweder in eine Wohnung in einem anderen Komplex der GWG oder vorübergehend in eine andere Wohnung in der gleichen Wohngesellschaft. Die anfällige Heizung soll aber bleiben.