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Warum Eishockeyspielerin Hanna Weichenhain dieses Spiel nie vergessen wird

Lindau / Lesedauer: 4 min

Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Südkorea holt die Lindauerin mit der U16-Eishockeyauswahl die Bronzemedaille. Es gab auch eine persönliche Auszeichnung.
Veröffentlicht:13.02.2024, 15:00

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Der Höhepunkt für die 15-jährige Eishockeyspielerin Hanna Weichenhain ist in dieser Saison nicht die Weltmeisterschaft mit der U18-Auswahl des Deutschen Eishockeybundes (DEB) zu Beginn des Jahres im Schweizer Zug gewesen. Ein Traum für die Lindauerin ist vielmehr die Teilnahme bei den Olympischen Jugendspielen in Südkorea Ende Januar gewesen. Mit der U16-Nationalmannschaft sicherte sich die junge Stürmerin Ende Januar in der östlichen Provinz Gangwon die Bronzemedaille gegen die Schweiz.

Schwierig und eindrucksvoll

Ausgerechnet gegen die Schweiz ging es in Südkorea um eine Medaille. In der Gruppenphase unterlag die deutsche Mannschaft zuvor mit 2:1 (0:0, 1:0, 1:1) gegen das Schweizer Team, wie schon bei der U18-Weltmeisterschaft in Zug mit dem gleichen knappen Endstand. „Es war das schwierigste Spiel, vor allem mental“, sagt die Gymnasiastin über das Spiel um Platz drei. Gleichzeitig sei diese Partie aber auch das „Eindrucksvollste“ gewesen.

Durch die Niederlage bei der WM war die U18-Auswahl des DEB auf Platz acht abgerutscht und verpasste damit den Verbleib in der Topdivision. „Es war dann eher so, dass wir gesagt haben, jetzt müssen wir gewinnen. Es kann nicht sein, dass wir wieder gegen die Schweiz verlieren“, meint die junge Lindauerin, die auch als Stellvertreterin von Kapitänin Theresa Zielinski im deutschen Team im Hockey Centre der Stadt Gangneun fungierte. Dafür gab es einen Plan, der bereits beim Aufwärmen ein Zeichen setzen sollte: „Du musst als Team entschlossen auftreten und das komplette Team mitnehmen. Das ist das Schwierige, dass jeder die Zweifel abschüttelt, egal was kommt“, sagt Weichenhain.

Die lautstarke Präsenz zeigt Wirkung

Die deutsche Mannschaft peitschte sich hoch und zeigte laut Weichenhain lautstarke Präsenz: „Du gehst jetzt zum Warm Up und schreist rum und zeigst, dass du da bist und was du willst. Das haben wir beim Spiel davor gegen die Schweiz nicht gemacht“, betont die Außenstürmerin. Auch während des Spiels ging es auf der Bank laut zu. Für Weichenhain war das ein großer Punkt für den 3:1-Sieg (2:0, 0:1, 1:0), an dem sie als Torschützin (45.) neben Emilija Birka und Theresa Zielinski beteiligt war.

Am Ende gab es für das deutsche Team nicht nur die Bronzemedaille, die laut Weichenhain sehr schwer ist, sondern auch noch eine Ehrung für die Lindauerin. Sie wurde in Südkorea mit zwei Toren und einer Vorlage als effizienteste deutsche Spielerin ausgezeichnet. Die Vorlage und das erste Tor gelangen der jungen Eishockeyspielerin des EV Lindau beim 4:0-Auftakterfolg gegen Frankreich.

Emotionaler Abschluss als Fahnenträgerin

Am Ende waren es „Emotionen pur“ für die Schülerin des Bodensee-Gymnasiums, die auch als deutsche Fahnenträgerin bei der Abschlussfeier auserkoren wurde. „Das hat mich richtig gefreut und ich war voll geehrt“, sagt sie. Denn: „Das macht man ja nur einmal im Leben.“ Bei den nächsten Olympischen Jugendspielen wird die 15-Jährige in vier Jahren wegen ihres Alters nicht mehr dabei sein.

Weitere Einsätze wird es dagegen mit Sicherheit bei der deutschen U18-Auswahl geben. Für den Abstieg aus der Topdivision in Zug bei der Weltmeisterschaft hat die Schülerin eine Erklärung: „Wir haben nicht die Kaderbreite, die man braucht. Wir sind mit 2009er-Jahrgängen hingefahren, weil wir einfach nicht so viele Leute haben.“ Zum Beispiel musste das junge deutsche Team im Auftaktspiel gegen ältere Kanadierinnen antreten, die rein körperlich schon viel weiter waren. „Wir haben kein Land gesehen“, gibt Weichenhain offen zu.

Zurück in den Alltag beim EV Lindau und in Memmingen

DEB-Sportdirektor Christian Künast bestätigte dies in einer Pressemitteilung des Verbands: „Die Mannschaft hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles gegeben. Wie erwartet sind wir einfach in diesem Bereich nicht so weit, um uns in der Topdivision zu etablieren. Es war für die Spielerinnen trotzdem eine sehr wertvolle Erfahrung für die Zukunft. Ich bedanke mich beim Staff und dem gesamten Team für seinen Einsatz.“ Alle fünf Begegnungen bei der WM hatte die deutsche Mannschaft verloren.

Die Freude bei Hanna Weichenhain war dementsprechend nicht so groß, auch wenn sie zusammen mit Hannah Loist und Hanna Hoppe vom ESC Dresden zu den besten drei DEB-Athletinnen des Turniers gekürt wurde.

Nun beginnt für Weichenhain wieder der Eishockey-Alltag beim EV Lindau und als Förderlizenzspielerin beim ECDC Memmingen in der Frauen-Bundesliga.