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Narrengruppierung

Die Fasnet wird in Lindau bald sagenhaft

Lindau / Lesedauer: 3 min

Neue Narrengruppe will alte Lindauer Sagengestalten wiederauferstehen lassen
Veröffentlicht:05.11.2013, 15:02

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„Da hob von außerhalb der Scheune ein rasendes Lärmen wie von hundert Katzen und einem Hund an. Wenig später öffnete sich das Tor und eine Geisterfigur trat in die Öffnung.“ – Ganz so gruslig wie in der Sage von der Geisterbeschwörung an der Senftenau wird es bei der neugegründeten Narrengruppierung „Lindauer Sagen“ nicht zugehen. Doch ihre Vorbilder für die insgesamt fünf Masken haben Sagenmeister Peter Wenzler und seine Mitstreiter allesamt dem Lindauer Sagenbuch von Karl Schweizer entnommen.

Eigentlich wollte Wenzler schon seit Jahren eine Narrengruppe mit Lindauer Sagengestalten gründen. „Aber letztendlich hat es mir an Schwung gefehlt“, gibt er rückblickend zu. Für diesen Schwung sorgte jetzt Andi Ganshorn , der auch stellvertretender Sagenmeister ist, dies entspricht in anderen Vereinen des stellvertretenden Vorsitzenden

Und weil bei Narren alles ein bisschen anders ist, heißt die Schatzmeisterin hier auch Erbsenzählerin. Ein Amt, das Traudl Braun ausüben wird, dazu kommt noch Schreiberling (Schriftführerin) Sabine Scheiffele und Häswartin Margarete Boms. Fertig ist der kleine, aber feine Vorstand.

Klein, aber fein – das könnte zunächst auch über den Plänen der neuen Narrengruppierung stehen. Der Verein ist unter dem Dach des Fördervereins der Traditions- und Kulturvereine Lindau-Reutin hervorgegangen. Acht Jahre lang hat der Verein einen Wagen zum Lindauer Umzug beigesteuert. „Doch die Auflagen für Fasnetswagen werden immer heftiger. Deshalb sahen wir uns dazu nicht mehr in der Lage“, sagt Wenzler.

Doch ein wenig närrisches Blut fließt halt doch durch die Adern, also machten sich Wenzler und die anderen daran, die Idee einer gemischten Narrengruppe umzusetzen. Dabei war es allen Beteiligten wichtig, zwar etwas Neues zu schaffen, aber gleichzeitig doch Wurzeln in der Lindauer Tradition zu haben. Da hätten sich die Sagengestalten angeboten“, sagt Ganshorn.

Fünf Sagengestalten haben sich die Narren zunächst vorgenommen: den feurigen Fischer vom See, den Geist von der Senftenau, die Räuber vom Ziegelhaus, das Bollermännle vom Motzacher Wald und das Erenmännle vom Erenmännleloch. „Vielleicht kommt noch eine Einzelmaske hinzu“, sagt Ganshorn.

Zunächst ist jede der Sagengestalten auf fünf Laufnarren gedeckelt. „Wir wollen erst alle Masken aufgefüllt haben“, begründet dies Wenzler. Derzeit haben bereits elf Laufnarren im Alter zwischen 17 und 53 Jahren zugesagt, die von Maskenschnitzer Andreas Lang geschnitzten Masken zu tragen. Entworfen hat sie Julia Genth, zudem haben sich Sissi Lerchenmüller und Traudl Braun noch um das Häs verdient gemacht.

„Wir haben sofort viel Unterstützung bekommen“, sagt Wenzler und erwähnt unter anderem noch Susanne Keller, die Anregungen zu mittelalterlichen Kostümen hatte. „Auch die Narrenzunft Lindau hilft uns“, so Wenzler.

Er hofft auch darauf, dass die NZ Lindau die Lindauer Sagengestalten als Gastläufer zum Narrensprung in Lindau im kommenden Jahr einlädt. Die Lindauer Sagengestalten betreiben ihr Engagement sehr ernsthaft, wie sich auch darin zeigt, dass sie bereits dem Bündnis „Narrenzünfte gegen Gewalt“ beigetreten sind.

Denn bei den Lindauer Sagengestalten soll es weder gewalttätig noch gruselig zugehen, sondern schlichtweg traditionell närrisch.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter

www.narrengruppe-lindauer-sagen.de

Kontakt gibt es telefonisch über Sagenmeister Peter Wenzler unter

der Nummer 01 71 / 1 71 00 16.