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„Das Streuobstprojekt ist der Renner schlechthin“

Lindau / Lesedauer: 2 min

Der Bund Naturschutz (BN) in Lindau hat vergangenen Wochenende das 20-jährige Bestehen des Saftprojektes mit einer Festveranstaltung bei den Lindauer-Fruchtsäften gefeiert. Die Gäste, Streuobstbauern des Projekts, Landrat Elmar Stegmann, Stadtrat Daniel Obermayer, und Aktive des BN wurden bei Betriebsbesichtigung über die Verarbeitung der Streuobstäpfel informiert.
Veröffentlicht:29.11.2023, 11:02

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Der Bund Naturschutz (BN) in Lindau hat vergangenen Wochenende das 20-jährige Bestehen des Saftprojektes mit einer Festveranstaltung bei den Lindauer-Fruchtsäften gefeiert. Die Gäste, Streuobstbauern des Projekts, Landrat Elmar Stegmann, Stadtrat Daniel Obermayer, und Aktive des BN wurden bei Betriebsbesichtigung über die Verarbeitung der Streuobstäpfel informiert.

15 Landwirte, die 18,4 Hektar Streuobstwiese mit 624 Bäumen bewirtschafteten, hatten das Projekt 2003 zusammen mit dem BN begonnen. Damals wurden 61 Tonnen Äpfel zu 53.000 Litern Saft von den Lindauer Fruchtsäften in Lindau gepresst. Diese Kooperation mit der Firma war eine wichtige Voraussetzung fürs Gelingen. Denn Produktion und Vermarktung liegen in deren Händen und können nur von einem erfahrenen Akteur geleistet werden. So erhielt der Streuobstsaft aus Lindau eine hohe Prämierung bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG): Er erhielt die Goldmedaille für Spitzenqualität.

Landrat Stegmann, hob die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen für das bodenseespezifische Landschaftsbild hervor und betonte die Wertschöpfung vor Ort und die Vernetzung mit den Schulen durch die jährlich durchgeführten Streuobstschulwochen des BN.

Das Saftprojekt sei aber ohne das stete Engagement von Birgit Mäckle-Jansen, Obstbaumeisterin und Aktive des BN in Lindau nicht zu denken, darin waren sich Maximilian Schuff, Kreisvorsitzender BN und Daniel Obermayer einig. 20 Jahre war sie die treibende Kraft: Sie prüfte die Wiesen, betreute die Landwirte und organisierte die Apfelannahme. Leider hat sie dieses Jubiläum nicht mehr erlebt, in diesem Frühjahr ist sie nach langer Krankheit verstorben.

In den vergangenen Jahren wuchs das Projekt auf inzwischen 128 beteiligte Streuobstbauern an. Diese bewirtschaften etwa 70 Hektar Fläche mit über 2200 Hochstammapfelbäumen. Im Rekordjahr 2019 wurden 570 Tonnen erstklassige und saftig süße Streuobstäpfel abgegeben und direkt von der Lindauer Bodensee-Fruchtsäfte gepresst, so Klaus Widemann von den Lindauer Fruchtsäften. Nicht immer konnten solche Mengen verarbeitet werden, der Klimawandel mache es auch im Streuobstanbau den Akteuren nicht leicht. Frühe Blüte begleitet von Nachtfrösten und trockene Sommer setzen den Bäumen zu.

„Wo gibt es denn gute Bäume, ich will auf meiner Wiese nachpflanzen?“, so lautete die häufige Frage der Bauern an den BN. Um diesen Bedarf nach Hochstammbäumen alter Sorten zu decken, initiierte der BN regelmäßig Sammelbestellungen und vermittelte in den vergangenen 20 Jahren weit über 2000 neue Bäume im ganzen Landkreis. Birgit Mäckle-Jansen legte stets Wert auf ein breites Sortenangebot. Es kommen alte und moderne Obstsorten zum Zug, die robust, wuchsfreudig und für die verschiedenen Lagen vom See bis ins Allgäu geeignet sind. Mittlerweile findet die Hochstammsammelbestellung alle zwei Jahre statt, die nächste kommt im Herbst 2024.