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Nach kurzer Recherche

Ausschluss, weil Beirat unauffindbar sei - Doch er meldet sich bei der LZ

Lindau / Lesedauer: 2 min

Für die Kreisräte ist die Sache klar: Weil ein Gewählter nicht auftaucht, kommt der Ausschluss. Das macht die Lindauer Zeitung neugierig. Und endet mit einer Überraschung.
Veröffentlicht:28.11.2023, 05:30

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Es ist ein Vorgang, den es im Lindauer Landratsamt nicht oft gibt: Ein gewähltes Mitglied eines Gremiums wird ausgeschlossen.

Der Mann, der im Frühjahr bei seiner Nominierung als Kandidat für den Integrationsbeirat als Wohnort Lindau angegeben hatte, war mit 181 Stimmen in dieses Gremium gewählt worden.

Er sollte die Gruppe der EU-Länder im Lindauer Integrationsbeirat vertreten, als einer von insgesamt sieben Frauen und Männern. Die Wahlperiode dauert bis Frühsommer 2029. Auf der Übersicht zur aktuellen Besetzung des Integrationsbeirats sind 13 Köpfe zu sehen - und ein graues Feld, ohne weitere Kontaktdaten.

Denn zur ersten Sitzung des neugewählten Gremiums ist der Mann nach Aussage der Landratsamtsjuristin Carina Seiler nicht erschienen. Auch danach habe man ihn nicht gesehen, weder bei jenem Seminar, dass den neuen Integrationsbeiräten Grundlagen für ihre Arbeit vermitteln sollte, noch bei der nächsten Beiratssitzung im Herbst.

Kontaktversuche der Behörde erfolglos

Die Verwaltung habe mehrfach versucht, den neuen Beirat zu erreichen. „Telefonisch ist er, trotz zahlreicher Versuche, nicht erreichbar. Auf Mailnachrichten reagiert er nicht“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Kreisausschuss.

Ein Anschreiben mit der Aufforderung zur Kontaktaufnahme sei dem Mann im September zugesandt worden, wieder ohne Erfolg, fügte Seiler an.

Für die Kreisrätinnen und Kreisräte im Ausschuss gibt es keinen weiteren Diskussionsbedarf: Einstimmig empfehlen sie auf Vorschlag der Verwaltung, den Gewählten „wegen fehlender Mitwirkung“ von einer Tätigkeit im Integrationsbeirat auszuschließen.

Erstaunliche Info binnen kurzer Zeit

Eigentlich wollte die Redaktion danach nur kurz recherchieren, was sie seinerzeit bei der Vorstellung der Beirats-Kandidaten über den Mann geschrieben hat.

Dabei taucht dessen Name mit dem Verweis auf soziale Medien auf. Neugierig geworden, fragt die LZ dort nach, ob es sich vielleicht bei jenem um den vom Landratsamt seit Monaten Gesuchten handelt.

Dann die Überraschung: Keine Stunde später erhält die LZ-Redaktion eine Rückmeldung auf ihre Frage - „Hallo..., es geht tatsächlich um mich...“, antwortet er.

Der verhinderte und de facto ausgeschlossene Beirat schreibt, dass er leider für dieses Ehrenamt gerade keine Zeit habe. 

Nach eigener Aussage mit Amt gesprochen

Was verblüfft in seiner Nachricht an die Redaktion: „ich habe aber schon vor längerer Zeit mit Frau... gesprochen“, verweist er auf einen Kontakt zu einer Mitarbeitenden im Lindauer Landratsamt. Aus seiner Sicht schien die Sache mit der Wahl in den Integrationsbeirat damit erledigt.