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Dornbirner führt Minigolf-Weltrangliste an

Dornbirn / Lesedauer: 4 min

Günter Inmann sieht sich bei den Weltmeisterschaften nicht als Favorit
Veröffentlicht:14.08.2013, 11:15

Von:
  • Schwäbische.de
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Günter Inmann hat die Ruhe weg. Und das muss der Dornbirner in seinem Sport – in der Position, in der er sich befindet – wohl auch sein. Überraschend kam Platz eins in der Minigolf-Weltrangliste nicht, „aber ich habe auch nicht darauf hingearbeitet“. Bei den Weltmeisterschaften der allgemeinen Klasse in Bad Münder vom 16. bis 24. August ist der 40-Jährige somit einer der Favoriten, auch wenn die Deutschen auf ihr Heimspiel hinfiebern.

Zweimal im Jahr erscheint die Weltrangliste der Minigolfer, jeweils die Ergebnisse der letzten drei Jahre bei nationalen wie internationalen Meisterschaften werden dafür herangezogen. „Das ist schon eine Anerkennung, die dir da entgegengebracht wird. Es ist eine Ansammlung der Ergebnisse auf hohem Niveau“, meint Inmann, der sich über Platz drei und Rang zwei ganz an die Spitze der Minigolf-Welt gespielt hat.

Dass diese Minigolf-Welt gar nicht so klein ist, beweist das Teilnehmerfeld in der Nähe von Hannover, wo 25 Nationen gegeneinander antreten werden.

Keine Medaille im Einzel

Nicht weniger als 14 Medaillen sammelte der gebürtige Hohenemser bisher bei Welt- und Europameisterschaften der allgemeinen Klasse, obwohl er seit 1992 insgesamt sechs Jahre pausiert hat – allerdings gewann er keine im Einzel. Und mit dem Team glänzte keine golden, 1997 fehlte ein Schlag auf Deutschland zum WM-Gold. „Ich würde mich auch dieses Mal nicht als Favorit bezeichnen. Ich weiß auch nicht, ob mich jemand auf der Rechnung hat. Aber ich versuche auf jeden Fall, lästig zu sein“, sagt der Spieler des UBGC Dornbirn, der dafür auf ein Duell zweier anderer Nationen hinweist. „Deutschland hat 2003 in Bad Münder den Mannschaftstitel an Schweden verloren, es ist ihr großes Ziel, es dieses Mal besser zu machen.“ Das könnte freilich der Vorteil des Günter Inmann sein.

Der Dornbirner ist in Topform, unlängst kürte er sich bei den nationalen Meisterschaften im Stroke-(Zählwettspiel) und Match-Play (K.o.-Bewerb) zum Doppel-Staatsmeister. Mit nunmehr acht Titeln ist „Gü“, so sein Spitzname, Österreichs Rekordhalter in der allgemeinen Klasse.

In Bad Münder wird auf Beton und Filz, dem Lieblingsbelag der Schweden, gespielt – auch dies kann Inmann keine Angst einjagen. „Wir waren vor Kurzem im Training dort, es sind unwahrscheinlich tiefe Ergebnisse möglich.“ Und der Weltranglistenerste, dessen Großmutter aus Calw stammt, ist lange genug dabei, um zu wissen: „Die Anlage wird von den Deutschen garantiert noch einmal verändert, das wird von allen gastgebenden Nationen so gehandhabt.“ Aber es sei schon extrem, „was sich im Amateursport so alles abspielt. Seinen Beruf sollte man schon noch unterkriegen“, sagt der gelernte Bäcker und Konditor.

Österreich war bis dato zweimal WM-Gastgeber, 1995 in Hard und 2005 in Steyr. Erst war Deutschland, das seit jeher auf eine enorme Leistungsdichte verfügt, dann die Schweiz der Spielverderber. Günter Inmann, der seit 27 Jahren seinem Sport frönt, spielt seit drei Jahren für den MC Olten, der heuer zum sechsten Mal in Folge die Schweizer Meisterschaft eingespielt hat. Auch beim BGSC Klaus kam der Dornbirner bereits zu Meisterehren, „als es unseren Verein nur noch auf dem Papier gab“.

Billard-Karriere

Nach seiner längsten Pause, als er von 2006 bis 2008 seine Billard-Karriere vorantrieb, hatte Inmann nicht mehr vor, die Minigolf-Welt derart aufzumischen. „Aber der damalige Spielertrainer des Nationalteams, Christian Gobetz (der für Milano Vergiate spielt und derzeit Fünfter der Welt ist; Anmerkung der Redaktion), hat angefragt, ob ich der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen würde. Und wenn ich etwas mache, dann richtig.“

Der Dornbirner, der von negativen Gedanken nichts wissen will („Ich denke nie, ich darf nicht nervös sein. Oder ich darf nicht nach links spielen.“), ist auch überzeugt, dass es mit dem aktuellen Team klappen kann. „Denn wenn es innerhalb der Mannschaft nicht passt, kann mich das auch vom Weg abbringen“. Und nichts wäre in seiner derzeitigen Position ärgerlicher.