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Wolf nachts in Siedlung gesichtet - Er wird zum Abschuss freigegeben

Bludenz / Lesedauer: 2 min

Auf Instagram ist ein Video von einem Wolf in der Stadt aufgetaucht. Experten geben Entwarnung. Die Regierung sieht es anders.
Veröffentlicht:31.01.2024, 15:10

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Ein Wolf ist durch eine Ortschaft in der Nähe von Bludenz spaziert und dabei gefilmt worden. Der kleine Spaziergang hat große Folgen für das Tier. Der Abschussbescheid soll noch heute erlassen werden. 

Das Beweisvideo wurde in der Nacht auf Mittwoch in der Bludenzer Südtiroler Siedlung aus einem vorbeifahrenden Auto aufgenommen, wie der ORF berichtet. Der mutmaßliche Wolf läuft durch die Straßen, biegt in eine Hauseinfahrt und läuft vor dem Auto wieder auf die Straße. Hubert Schatz, Wildbiologe des Landes Vorarlberg, bestätigt dem ORF, dass es sich bei dem Tier wahrscheinlich um einen Wolf handelt.

„Das ist sicher nichts Alltägliches, so was kann aber vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei diesem Tier um einen Wolf handelt, ist relativ groß. Das Verhalten des Tieres zeigt, dass es eher ängstlich und nicht orientiert ist. Das lässt vermuten, dass er das Siedlungsgebiet in der Nacht durchwandert hat“, meint Schatz gegenüber dem ORF.

In der Zwischenzeit wurden unter anderem Halter von Wolfshunden und Huskys besucht und kontrolliert. Damit stellt die Bezirkshauptmannschaft Bludenz sicher, dass es sich nicht um ein entlaufenes Tier handelt. Nach den Hausbesuchen wird davon ausgegangen, dass es sich wirklich um einen Wolf handelt.

Experten sehen keine Gefahr

Schatz geht nicht davon aus, dass das Tier für den Menschen gefährlich sei. Es würde vermutlich davonlaufen. Die Meinung teilt auch Wolfsforscher Kurt Kotrschal. Er meint, es kommt öfter vor, dass sich ein Wolf in die Stadt verirrt. Mittlerweile könne das Tier schon über alle Berge sein. Beide Experten sehen Maßnahmen nicht als nötig an.

Anders sehen das Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Christian Gantner in einer Pressemitteilung: „Der Wolf hat im dichten Siedlungsraum nichts verloren. Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität.“ Erste Schritte sind nach dem Managementplan Nahrungsquellen des Wolfes zu entfernen.

Abschusserlaubnis wird erteilt

Die Menschen sind aufgefordert Biomüllsäcke oder Ähnliches zu beseitigen. Damit aber nicht genug. „Hier darf es null Toleranz geben“, heißt es weiter von Wallner und Gantner in der Pressemitteilung. Der Abschussbescheid der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Bludenz werde deshalb noch heute erlassen