Stifterversammlung

„Zuverlässig, verborgen und grenzenlos“

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Bürgerstiftung „Menschen für Tettnang“ verleiht Preise für „Stilles Ehrenamt“
Veröffentlicht:18.04.2019, 18:05
Aktualisiert:22.10.2019, 10:00

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Vier Tettnanger Bürger haben am Dienstagabend im Rahmen der Stifterversammlung von der Bürgerstiftung „Menschen für Tettnang“ im Hotel Bären Preise für ihr soziales Engagement erhalten. Die „Stillen Ehrenamtspreise“ in Form einer Urkunde, einem Geschenkkorb und einem Scheck über 1000 Euro, der umgehend weitergespendet wird, wurden in diesem Jahr zum siebten Mal verliehen.

Wolfgang Schilha eröffnete die bestens besuchte Versammlung mit einem Dank an alle ehrenamtlichen Amtsträger und gab das Wort an den Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, Dieter Baur , weiter. In einem Rückblick auf die Tätigkeit der Stiftung in 2018, nannte Dieter Baur zum Beispiel das Schulobstprogramm, ohne das es seit der Kürzung der EU-Förderungsgelder kein Obst mehr für die Schulen geben würde, das Klettergerüst an der Manzenbergschule sowie ein Kontrabass-Set für die Städtische Musikschule. „Wir haben in den letzten Jahren auch viele kleine Dinge getan, die nicht bekannt werden“, sagte Dieter Baur.

Aus vielen Quellen, von Firmen und Privatpersonen, wird die Bürgerstiftung mittlerweile das ganze Jahr über mit Zuwendungen unterstützt.

Der nachfolgende Bericht von Geschäftsführer Thomas Stauber wurde mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen. Wolfgang Schilha bat anschließend darum, zu den Themen Einwerbung, Verwendung der Mittel sowie Öffentlichkeitsarbeit, Anregungen zu geben und Fragen zu stellen.

Ehrung für Quartett

„Zuverlässig, verborgen und grenzenlos – echt gut“, mit diesem Zitat von Winfried Kretschmann leitete Sarah Zwisler den Höhepunkt, die Verleihung des „Stillen Ehrenamtspreises“ ein. Konrad Neumann, Christa Schwarzenbacher , Christine Barth und Sabine Länge erhielten die Auszeichnungen für ihre ehrenamtliche Arbeit. „Bei Konrad Neumann aus dem Förderkreis Heimatkunde, der in seinem Haus große Fotografien beherbergt, ist ein Bild bewusst auf den Kopf gestellt, sagte Dr. Eberhardt Baur, der die Laudatio auf ihn hielt. Genauso hat er das chaotische, insektenzerfressene Gemeindearchiv in Langnau auf den Kopf gestellt und alles perfekt geordnet. Für diese aufwändige Arbeit gebührt ihm Ehre.“ Seinen Scheck gab Konrad Neumann weiter an Gisbert Hoffmann, den Vorsitzenden des Förderkreises für Heimatkunde.

Die Laudatio auf Christa Schwarzenbacher hielt Sarah Zwisler. „Christa Schwarzenbacher beherrscht die Kunst zu ermutigen, ihre fröhliche Ausstrahlung ist ansteckend. Sie hat sich seit ihrem neunten Lebensjahr dem Tanz verschrieben und aus der Tettnanger Fasnet ist sie nicht wegzudenken. Sie studiert Tänze ein, schneidert Kostüme, auch eine Seniorentanzgruppe wird von ihr geleitet.“ Christa Schwarzenbacher verteilte ihren Scheck an drei Vereine.

Klaus Nuber von der Tettnanger Tafel, Angelika Banzhaf von der „Literarischen Vereinigung Signatur“ und Manfred Aumiller, für seinen neu gegründeten Verein „Sorgenfrei“, nahmen die finanzielle Unterstützung gerne entgegen. „Christine Barth ist ein ganz besonderer Mensch“ sagte Andrea Gutbrod. Ruhig, sachlich und ihre Person nicht in den Vordergrund schiebend, unterstützt sie das Organisationsteam des Integrationsnetzwerks Tettnang, ist Lesepatin, organisiert Schwimmkurse für Kinder und engagiert sich beim Projekt „Miteinander essen“. Ganz besonders kostbar und sensibel sei ihr Umgang mit sterbenden Menschen, bei ihrer Tätigkeit im Hospizverein. Christine Barths Scheck nahmen Bianka Mosch für den Hospizverein und Klaus Nuber für die Tettnanger Tafel entgegen.

Ehrenamtlich fast so viel wie in einem Vollzeitjob tätig ist die vierte Preisträgerin, Sabine Länge. Im Öko-Team, im Pfarrbüro der Martin Luther Kirchengemeinde, beim Musizieren im Flötenkreis, beim Austragen des „Schlossboten“ und vielem mehr ist Sabine Länge stark engagiert, ihre zuverlässige Art wird hoch geschätzt. „Wichtig sind ihr vor allem die wertvollen Begegnungen mit den Menschen, sagte Stefanie Locher. Pfarrerin Martina Kleinknecht-Wagner meinte: „Ich gebe Frau Länge niemals wieder her.“ Sabine Länge übergab ihren Scheck an Kindergartenleiterin Katharina Vogler für den Kindergartennotfallfond der Martin Luther Kirchengemeinde.