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Academy Award in Sicht?

Tettnanger Liebesfilm für den Hopfen sahnt etliche Preise ab

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Jetzt steht ein Festival an, mit dem Filmer Sebastian Bauer sich für den Oscar qualifizieren könnte. Die Kritiker zeigen sich bisher jedenfalls begeistert.
Veröffentlicht:16.01.2024, 05:00

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Offenbar hat der Tettnanger Filmemacher Sebastian Bauer da einen Nerv getroffen. Mit „Hoplove“ (auf Deutsch: Hopfenliebe) hat er mittlerweile auf 24 Festivals teils Mehrfachauszeichnungen gewonnen. Mit Spannung blickt er auf die kommenden, größeren Festivals in London, Wien, Lissabon oder Palm Springs.

Natürlich freut Bauer sich über die vielen bisherigen Erfolge: „Es werden ja überall hunderte Projekte eingereicht.“ Zwar gebe es auch viele objektive Kriterien, aber was die künstlerische Gestaltung anbelange, sei die Beurteilung ja am Ende auch immer zu einem gewissen Anteil subjektiv.

Wie das Festivalsystem funktioniert

Zur Teilnahme an dieser Vielzahl an Festivals sagt Bauer: „Ich wollte einfach auch einmal verstehen, wie diese Wettbewerbe funktionieren.“ Der Film Hoplove habe ihm diese Chance eröffnet. So qualifizieren kleine Festivals für die Teilnahme an größeren, bis hin zu den Academy Awards, also der Oscar-Verleihung.

Die qualifizierenden Festivals wie das Palm Springs International Film Festival sind angelaufen, sagt Bauer: „Wenn man dort gewinnt, kann man sich bewerben. Kommt ein Projekt dann in die offizielle Auswahl, die official selection, dann hat man eine echte Chance auf den Oscar.“ So weit indes ist er noch nicht. Freuen würde es ihn natürlich schon.

Rückmeldung: „Hoplove“ ist „positiv anders“

Eine Rückmeldung, die er immer wieder bekommen hat ist, dass der Film Hoplove „positiv anders“ sei. In der Tat: Es gibt eine eigene, hochwertige Filmmusik, die auf das Werk abgestimmt ist. Die Bilder zeigen den Jahreslauf des Hopfens, ohne dass es ein erwartbarer Film wäre. Dieser hat, auch wenn er grundsätzlich ein Imagefilm ist, eine künstlerische Qualität.

Sebastian Bauer hat für seinen Auftraggeber so etwas Besonderes geschaffen. Im April 2022 war Jürgen Weishaupt vom Tettnanger Hopfenpflanzerverband auf den Obereisenbacher mit seiner kleinen Produktionsfirma Eagle Productions zugekommen. Der Glücksfall: Bauer hatte weitestgehend freie Hand und nutzte dies auch gut.

Es war ein guter Schachzug.

Sebastian Bauer

Ende Oktober 2023 war große Premiere beim Tettnanger Hopfenball, eine platzbedingt kleinere gab es wenige Wochen zuvor Kreise im KiTT. Auch hier waren die Rückmeldungen an Bauer durchweg positiv.

Der Film ist dreisprachig erschienen: Gerade die spanische Version, gesprochen von einem Muttersprachler, werde stark nachgefragt, sagt Sebastian Bauer. „Es war ein guter Schachzug“, äußert er, immerhin gehe es ja auch darum, den Tettnanger Hopfen international noch bekannter zu machen als er ohnehin schon sei.

Schon Anfragen für weitere Projekte

Wegen des Films hat er auch schon Anfragen für neue Projekte erhalten. Und die Filmmusik kommt auch an: „Hier habe ich sogar schon Mails wegen der Musiknoten erhalten.“

Filmmusik findet Sebastian Bauer ohnehin sehr wichtig. Ihn freut es, dass die Komposition von Matthias Schilling (umgesetzt von Julia Frisch) dieses Echo erfährt. Auch bei zukünftigen Projekten, sagt er, sieht er diesen hohen Stellenwert.

Die Spannung hört nicht auf: „Auch das Team von Hoplove fiebert weiter mit.“ Wer weiß, vielleicht heißt es irgendwann: „And the Oscar goes to ...“