Kostenexplosion

Tennisclub darf Obergeschoss abreißen und neu bauen

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Der Verwaltungsausschuss genehmigt den Neubau. Der Zuschuss steigt nicht, aber dafür die Nutzungsdauer für das Gebäude. Das schafft finanzielle Spielräume.
Veröffentlicht:24.01.2023, 15:00

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Jetzt besteht für den Tettnanger Tennisclub Planungssicherheit: Der Verwaltungsausschuss hat am letzten Donnerstag zum einen formal den Neubau genehmigt. Zum anderen ist die Nutzungsdauer auf 25 Jahre verlängert worden. Während der eine Aspekt wegen der Bausubstanz schlicht notwendig ist, ermöglicht die zeitliche Verlängerung eine andere finanzielle Herangehensweise durch den Verein.

Der Tennisclub hat eine Kostenexplosion für die Maßnahme erlebt: Im Winter 2016/17 hatte der Verein bereits das Untergeschoss renoviert, danach sollte das Obergeschoss drankommen. Doch seit 2018 kamen immer mehr Hiobsbotschaften zusammen. Hätte das Volumen zu Beginn nur bei 174.000 Euro gelegen, wuchs die Summe mit der Zeit auf rund 385.000 Euro.

Immer mehr Mängel treten zutage

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Zuerst hatten alle gedacht, dass es nur um einen neuen Giebel gehen würde. Mit 87.000 Euro sagte die Stadt damals zu, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Doch je mehr Zeit verging, desto mehr Mängel traten zutage: Mittlerweile ist eine große Stützanlage außen angebracht, nachdem zuerst klar geworden war, dass der Balkon morsch war – und dann eben weitere Mängel in der Grundstruktur. Die gingen so weit, dass ein Statiker die Nutzung des Obergeschosses untersagte.

Da die Maßnahme immer größer wurde, wuchsen damit auch die Kosten hierfür. Immerhin geht es jetzt statt einer Reparatur um einen Teilabbruch samt Neubau. Der wird um einiges kleiner werden als das Bestandsgebäude. Dennoch werden die Kosten nicht geringer. Und trotz privater Spenden gibt es eben immer noch eine Finanzierungslücke.

Stadt hält an 87.000-Euro-Zuschuss fest

Der Beigeordnete Gerd Schwarz äußerte, dass die 87.000 Euro Zuschuss der Stadt ja weiterhin beschlossen seien. „Aber wir sehen nicht, dass wir über diese Summe hinausgehen können“, führte Schwarz weiter aus.

Vor diesen Vorzeichen müssen wir schauen, was wir an Freiwilligkeitsleistungen noch machen.

Beigeordneter Gerd Schwarz

Im Haushalt gebe es ein strukturelles Defizit, alles werde in Zukunft noch schwieriger, sagte er mit Blick auf die steigende Verschuldung der nächsten Jahre. „Vor diesen Vorzeichen müssen wir schauen, was wir an Freiwilligkeitsleistungen noch machen.“ Schwarz sagte aber auch, dass es bereits bei der Übergabe an den Verein Mängel am Gebäude gegeben hatte.

Die Verlängerung ist der Punkt, der für den Tennisclub eine ganz andere Grundlage bei einer Finanzierung bedeutet. Zwar können die Kosten noch sinken, wenn Vereinsmitglieder Eigenleistungen mit einbringen. Allerdings heißen die 25 statt der 15 Jahre auch, dass es einen ganz anderen zeitlichen Horizont für das Darlehen gibt. Und das schafft wiederum finanziellen Puffer, wenn nicht zufällig noch ein Großsponsor auftaucht.

„Situation ist wie sie ist“

Bernhard Bentele (CDU) fragte, ob die Nutzung dann rein durch den Tennisclub laufen würde. Das bejahte Gerd Schwarz. Er erwiderte aber auch, dass der Club frei sei und die Räume etwa auch für Hochzeiten vermieten könne. Hermann König (SPD) sagte: „Die Situation ist wie sie ist.“ Der Vorschlag sei mehr als fair und eine gute Grundlage für den Verein.

Peter Gaissmaier (FW) fragte formal nach, ob der Gemeinderat noch wegen der Förderung entscheiden müsse. Hier äußerte Gerd Schwarz, dass dies nur bei einer Erhöhung der Summe der Fall gewesen wäre. Aber da dies ja schon beschlossen und im Haushalt hinterlegt sei, gehe es um eine Vereinsangelegenheit – und dafür sei eben der Verwaltungsausschuss zuständig.

Das Gremium entschied einstimmig für das Projekt.