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„Siebenmeter sind für uns momentan eine Strafe“

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Argentals Trainer Frank Beccara moniert nach dem 32:39 gegen die HSG Langenau/Elchingen die Quote vom Punkt. Es war einer der Gründe für bittere Schlussminuten.
Veröffentlicht:28.11.2023, 18:27

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Eine unnötige 32:39 (20:17)-Heimniederlage haben die Landesliga-Handballerinnen der SG Argental am vergangenen Samstag hinnehmen müssen. Unnötig deshalb, weil die Gastgeberinnen in der Carl-Gührer-Halle in Tettnang bis zur 40. Minute noch in Führung lagen. Den plötzlichen Leistungsabfall wusste die HSG Langenau/Elchingen gnadenlos auszunutzen.

Für das erst zweite Heimspiel der laufenden Hallenrunde in der Landesliga Württemberg (Staffel IV) hatte SGA-Coach Frank Beccara ein klares Ziel formuliert. Er wollte, dass Argental nicht nur mit einem guten Gefühl, sondern eben auch mit einem ausgeglichenen Punktekonto in die lange Spielpause bis Mitte Februar gehen. Entsprechend motiviert und entschlossen lief das SG-Team mit dem jüngsten Nachwuchs ein, am Hallenmikrofon sorgte Tanja Ruetz für Stimmung. Und: Bis zur 40. Minute sah viel danach aus, als würde Spielmacherin Saskia Fimpel und ihren Mannschaftskameradinnen die Umsetzung dieser Vorgabe ihres Trainers gelingen. Doch es sollte - nach einem 20:17-Vorsprung zur Halbzeit - anders kommen. Zwar gelang der SGA bis zu diesem Zeitpunkt nicht alles wie gewünscht, doch auch der Gast aus Langenau/Elchingen streute Fehler ein - 24:20 für die Argentaler Handballerinnen durch Lea Bohner (39.).

Plötzlicher Leistungsabfall

Was dann passierte, war für Beccara nach Spielende nur sehr schwer zu erklären: „Eine sehr bittere Niederlage für uns. Wenn mal etwas nicht klappt, gehen bei uns die Köpfe zu schnell nach unten - erst recht, wenn der Gegner rankommt oder wir in Rückstand geraten.“ Treffend formuliert. Denn die HSG schaffte in dieser Phase der Begegnung nicht nur den 24:24-Ausgleich (41.), sondern wendete das Blatt zur 26:25-Führung in Minute 46. Fortan war es plötzlich die SGA, die Antworten und Lösungen finden musste, sich dabei aber in schönster Regelmäßigkeit selbst im Weg stand. Technische Fehler, Ballverluste und schlecht vorbereitete Würfe prägten das restliche Spiel der Gastgeberinnen am Tettnanger Manzenberg - und die Nerven flatterten gewaltig. So sehr, dass die erste Mannschaft der SG Argental insgesamt sieben Strafwürfe ungenutzt ließ. Im Handballsport sind das normalerweise so gut wie immer sichere Tore - nicht so an diesem gebrauchten Abend aus Argentaler Sicht. „Siebenmeter sind für uns momentan eine Strafe. Wer so viele liegen lässt, macht einiges falsch. Ich weiß aber nicht, was los ist und woran das liegt“, so Beccara.

Der Trainer hinterher ratlos, die Mannschaft bitter enttäuscht und das Publikum fassungslos. Denn selbst die treuesten aller SGA-Fans trauten ihren Augen nicht, was sie da in den Schlussminuten von ihrem Team zu sehen bekamen. Ja, es ging eigentlich nur noch in eine Richtung - und zwar in die der HSG Langenau/Elchingen, die am Ende mit 39:32 gewann und diesen verdienten Sieg feierte. „Aus-, Aus-, Auswärtssieg!“ skandierten sie, stellten sich für das Siegerselfie auf und grinsten zufrieden in die Kamera. Auf der Gegenseite saßen ein paar SGA mit hängenden Köpfen auf der Bank, während andere Trost bei ihren Liebsten auf den Rängen suchten. „Wir trainieren gut, aber momentan fehlt uns einfach das nötige Timing und das Gefühl für die Situation. Solche Dinge, wie die Siebenmeter sind reine Kopfsache. Das sollten wir schnell in den Griff bekommen, sonst werden wir auch im neuen Jahr wenig Punkte holen“, sprach Beccara Klartext. Beide bisherigen Heimspiele gingen verloren, dennoch spielt sein Team eine ordentliche Runde und rangiert mit sieben Zählern auf Rang sechs.


Für die SG Argental spielten: Wortmann, Sepp (Tor); Fimpel (3 Tore, 5 Siebenmeter/2 Tore), Brugger (7 Tore, 1/0), Brentel (6), Dollmann (6), Celahmetovic (4, 1/0), Fimpel (3, 5/2), Kozok (2, 1/0), Jäger (1), Bohner (1), Kunz (1), Krebs (1, 1/0), Liss, Diemer.