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Rotes Kreuz in Tettnang: Investitionen belasten das Ergebnis

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Rotes Kreuz in Tettnang: Investitionen belasten das Ergebnis
Veröffentlicht:30.04.2012, 12:40
Aktualisiert:25.10.2019, 10:00

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Neuwahlen des Vorstandes, eine bemerkenswerte Leistungsbilanz und die wirtschaftliche Situation haben die Hauptversammlung des DRK-Ortsvereins Tettnang im gut besuchten evangelischen Gemeindezentrum bestimmt.

Vorsitzender Markus Geßler gab zunächst einen Rückblick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres. Dabei stand die wirtschaftliche Entwicklung im Vordergrund seiner Betrachtungen. Kein Wunder, denn Geßler präsentierte den Mitgliedern einen Jahresabschluss, der sich auf einen außergewöhnlichen Minusbetrag von 70000 Euro belief. Nach Angaben von Geßler allerdings nur auf den ersten Blick eine beunruhigende Zahl, denn schließlich wurden im Jahr 2011 allein Investitionen in Höhe von 96 000 Euro getätigt. Dabei fielen die Anschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeugs (MTW) mit einem Betrag 29 000 Euro und die Umrüstung des Einsatzleitfahrzeugs (ELW) mit 10 000 Euro ebenso ins Gewicht, wie die dringend erforderliche Investition in digitale Funkempfänger, die mit 11 000 Euro zu Buche geschlagen hat. Dazu kamen weiterhin Kosten für die Sanierung der Räume im DRK-Heim in einer Größenordnung von nahezu 40 000 Euro.

Positiv stimmte Geßler jedoch das deutlich positive Ergebnis im „operativen Geschäft“, wobei er freilich betonte, dass sich derartige Investitionen kurzfristig nicht wiederholen ließen. Noch konkreter wurde Schatzmeister Gunther Skrzeczek in seinem Kassenbericht. Dieser verwies auf die „geschmolzenen Rücklagen“ und erteilte im Interesse einer soliden Führung der Finanzen möglichen Wünschen hinsichtlich weiterer Investitionen für die nahe Zukunft eine deutliche Absage.

Während in der vom DRK-Ortsverein betriebenen Kleiderkammer Woche für Woche Hochbetrieb herrscht und auch im Jahr 2011 wieder rund 9300 Kleidungsstücke an Bedürftige ausgegeben wurden, betrachtet man im Ortsverein die Entwicklung beim Blutspenden dagegen mit Sorge. Zu den insgesamt zehn Terminen im Bereich des Ortsvereins kamen zwar wiederum rund 3250 Blutspender. Dies ist jedoch ein Rückgang um beinahe zehn Prozent. Ein bedenklicher Trend, für den es laut Geßler keine naheliegende Begründung gebe, der jedoch leider landesweit festzustellen sei.

Wie wertvoll die Arbeit des Ortsvereins im Berichtsjahr für die Bürger war, verdeutlichte Bereitschaftsleiter Eddy Linke im Tätigkeitsbericht der Bereitschaft. Die 80 Aktiven (48 Männer und 32 Frauen) haben insgesamt 14321 Einsatzstunden vorwiegend für Sanitätsdienste, im Betreuungsdienst, im Rettungsdienst, in der SEG und im Rahmen der Ausbildung geleistet. Beeindruckend dabei ist die Zahl von 110 Kursen, in denen insgesamt 1325 Teilnehmer in „Erster Hilfe“ ausgebildet wurden. Die 14 Helfer in der Hausnotrufbereitschaft mussten zu insgesamt 24 Einsätzen ausrücken. Der Betreuungszug hat fünf Kocheinsätze absolviert und dabei 2220 Portionen ausgegeben. Fleißig waren auch die Mitglieder des Jugendrotkreuzes, die es nach Angaben von Peter Salzig auf weitere 2.240 Einsatzstunden gebracht haben. Derzeit 43 Kinder und Jugendliche im Alter ab sieben Jahren werden dort in drei verschiedenen Altersgruppen an die späteren Aufgaben als Rot-Kreuz-Helfer herangeführt.

Keine Veränderungen ergaben die Neuwahlen des Vorstandes. Das bisherige Vorstandsteam mit dem Vorsitzenden Markus Geßler, seinem Stellvertreter Günther Kerndl, Schatzmeister Gunther Skrzeczek, Bereitschaftsarzt Dr. Karl-Josef Rosenstock und Schriftführer Stefan Bärwigg wurde in geheimer Wahl für die kommenden vier Jahre in ihrem Ämtern bestätigt.