Fahrverein

Ralf Oßwald: „Bei uns ist alles noch viel familiärer“

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Vorstandsmitglied des RFV Tettnang über das 50. Springreitturnier in Gut Moos
Veröffentlicht:14.08.2017, 18:20
Aktualisiert:23.10.2019, 02:00

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Constantin Sorg vom Reit- und Fahrverein Fronhofen ist auf seinem Pferd „Cadeau“ beim S*-Springen im Naturstadion Gut Moos in Tettnang nach 2015 zum zweiten Mal Sieger geworden (SZ berichtete). Veranstaltet wurde das Event vom Reit- und Fahrverein Tettnang, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Vereinsbestehen feiert. Ralf Oßwald ist einer von drei Vorständen des RFV Tettnang. SZ-Mitarbeiter Klaus Eichler unterhielt sich mit ihm nach dem Springen.

Herr Oßwald, zum 50. Mal wurde den Zuschauern am vergangenen Wochenende hochklassiger Reitsport in Tettnang geboten. 380 Pferde gingen über die drei Tage an den Start. Wie sieht ihr Fazit aus?

Mein Fazit fällt durchaus positiv aus. Natürlich hatten wir am Freitag nicht das Wetter, das wir uns gewünscht haben. Das steigerte sich aber von Tag zu Tag. Stressig war es am Freitag und Samstag. Da mussten wir nach dem Regen im unteren Bereich des Naturstadions gut 100 000 Liter Wasser abpumpen. Auch der Besucherandrang steigerte sich mit dem Wetter. War der Samstag wieder ordentlich besucht, gab es am Sonntag sogar noch eine Steigerung.

Im vergangenen Jahr gingen in drei Tagen mehr als 500 Pferde über die Hindernisse. In diesem Jahr sank die Anzahl auf 380. Was ist der Grund für die rückläufige Teilnehmerzahl?

In anderen Städten gibt es ebenfalls Springprüfungen. In Memmingen ging am vergangenen Wochenende ein Turnier über die Bühne, mit exakt der gleichen Ausschreibung. Nur waren bei uns im S*-Springen 32 Pferde am Start, in Memmingen waren es weniger als 15. Auch Biberach veranstaltet ein großes Reitturnier. Tettnang liegt nunmal an der unteren Peripherie des Landes. Memmingen zieht erfahrungsgemäß viele Springreiter aus Bayern an. Dazu kommt, dass im Moment Urlaubszeit herrscht. Mal sind es mehr, mal weniger Teilnehmer. Das hat also verschiedene Gründe.

Nicht zurückgegangen ist das Zuschauerinteresse. Am Sonntag hatten sie gut 1500 Zuschauer auf der Anlage. Das Turnier erfreut sich also weiterhin großer Beliebtheit, oder?

Letztes Jahr hatten wir am Sonntag ziemlich hohe Außentemperaturen. Da kamen dann auch weniger Zuschauer, die dann lieber zum Baden gingen. Dieses Jahr hatten wir mit 25 Grad Celsius und Sonnenschein optimales Wetter. Wild sah es dagegen auf den Parkplätzen aus. Durch den Regen an den ersten beiden Tagen waren die Wiesen aufgeweicht. Aber das Parken ist und bleibt unser Problem. Am Sonntag hatten wir entsprechend dem Zuschauerandrang zu wenige Parkplätze. Ich hoffe, dass die umliegenden Landwirte keine Flurschäden verzeichnen.

Viele Reiter kommen schon seit Jahren nach Tettnang. Constantin Sorg oder Marc Bauhofer sind fast jedes Jahr auf der Teilnehmerliste zu finden. Wenn man mit den Reitern spricht, sind alle voll des Lobes über das Turnier in Gut Moos. Jeder freut sich schon wieder auf das nächste Jahr. Was hat Tettnang, was andere nicht haben?

In unserem Reitturnier steckt viel Liebe und Herzblut, und das in allen Bereichen. Bei uns ist alles noch viel familiärer. Wir wollen, dass sich Ross, Reiter und Zuschauer wohlfühlen. Dazu trägt sicher auch die vielfältige Küche bei, die sie bei uns genießen dürfen. Ich war früher auch oft unterwegs. Irgendwann hast du genug von Pommes und Currywurst. In Tettnang bekommst du das zwar auch, darüber hinaus gibt es aber noch Nudelpfanne, Maultaschen oder ein ordentliches Schnitzel. Und wer will, bekommt auch einen Salatteller, was bei warmen Temperaturen immer ankommt. An diesem Konzept werden wir festhalten.