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Peta stellt weitere Strafanzeige in Sachen Hundezucht

Tettnang / Lesedauer: 2 min

Peta stellt weitere Strafanzeige in Sachen Hundezucht
Veröffentlicht:10.04.2012, 17:05

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Die Tierrechtsorganisation Peta hat eine weitere Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt – jetzt gegen das Veterinäramt Bodenseekreis. Die erste Strafanzeige vom 7. Februar 2011 galt dem Veterinäramt Ravensburg, bei dem die Organisation davon ausgegangen war, das es mit der Betreuung der umstrittenen Hundezucht in Bürgermoos betraut gewesen ist. Wie berichtet, sorgt die Schäferhundezucht seit vielen Monaten für Ärger – für sie ist jedoch das Veterinäramt Bodensee zuständig.

„Dieses Amt hat (…) wiederholt die Öffentlichkeit belogen, indem es behauptet hat, es wäre dort alles in Ordnung, die Zucht würde engmaschig kontrolliert, die dort verfügten Auflagen wären sofort umgesetzt worden. Alle diese Aussagen einer Behörde sind falsch und stellen krasse Lügen dar“, schreibt Dr. Edmund Haferbeck , wissenschaftlicher Berater bei Peta, an die Staatsanwaltschaft Ravensburg. Und weiter: „Dieses Amt ist ab sofort nicht mehr als sachverständige Behörde einzubeziehen, sondern als Angeschuldigte zu führen.“ Die Missstände seien seit über zehn Jahren dokumentiert und zigmal von vielen Bürgern vorgetragen worden – nicht nur ohne Konsequenzen, sondern das Amt habe sich ausschließlich strafvereitelnd verhalten.

„Die Bezichtigung der Lüge und der Vereitelung sind sehr schwerwiegende und dreiste Behauptungen, die nicht begründet sind“, entgegnet Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis . Das Veterinäramt überprüfe die umstrittene Hundezucht regelmäßig und kontrolliere dort die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Diese Arbeit sei durch Protokolle und Fotodokumentationen belegt.

Haferbeck kritisiert zudem, dass die Polizeihundestaffel Markdorf in die Ermittlungen gegen den Hundezüchter eingebunden gewesen sei, denn die Staffel habe aus Peta-Sicht nicht nur Hunde des Züchters erhalten, sondern der Züchter selbst sei Mitglied der Polizeihundestaffel gewesen – dafür gäbe es Zeugen. Auch die Einstellung des Verfahrens gegen die Ehefrau des Hundezüchters, die als Tierärztin beim Veterinäramt in Ravensburg tätig ist, wird kritisiert. Die Beweisdokumente, die mit Kameras auf dem Hundezucht-Gelände gewonnen wurden, würden eindeutig beweisen, dass zum Zeitpunkt der Tierquälereien die Ehefrau selbst für die Betreuung der Hunde zuständig gewesen sei. Auch auf diversen Zuchtschaulisten stünde die Ehefrau und nicht der Züchter. „Wer mit den Hunden auf Siegerschaulisten zieht und offiziell in den SV-Zuchtbuch-Decklisten aufgeführt wird, ist unmittelbar und voll verantwortlich für diese Hundezucht!“, so Haferbeck in dem Schreiben weiter, in dem er die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen die Ehefrau fordert.