Wahl

Marina Papadimitriou will Bürgermeisterin in Tettnang werden

Tettnang / Lesedauer: 4 min

Die 49-Jährige tritt als parteilose Kandidatin an. Sie findet es wichtig, ein gutes Lebensumfeld zu schaffen: Die Infrastruktur müsse mit dem Wachstum mithalten.
Veröffentlicht:24.01.2023, 15:00

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Nun ist auch die vierte Kandidatin am Start: Marina Papadimitriou tritt als parteilose Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl in Tettnang am 12. März an, bei der Amtsinhaber Bruno Walter nicht mehr vertreten ist. Die 49-Jährige sieht einen wichtigen Schwerpunkt in der Frage, die Stadt mit ihrem Bevölkerungswachstum auf die Bedürfnisse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen auszurichten.

Sie wolle ein gutes Lebensumfeld für die Menschen in Tettnang schaffen. Hier sei es wichtig, die Infrastruktur parallel zum starken Bevölkerungswachstum mitzuentwickeln. Dabei helfen könne einerseits die wirtschaftliche Stärke, „und auch bei der Zivilgesellschaft gibt es Superstrukturen“.

Zivilgesellschaft stärken

Vereine hätten hier eine besondere Rolle: „Ich bin selbst darin groß geworden“, sagt sie. Dort lerne man, Verantwortung zu übernehmen: „Vereine sind die Keimzelle der Demokratie.“

Und die Zivilgesellschaft ist es auch, die Marina Papadimitriou stärken und fördern möchte. „Beteiligung muss gelebt werden. Das geschieht dann ja auch durch die Schule oder den Sozialraum.“ Wichtig sei ein innerer Antrieb, etwas gestalten zu wollen.

Heute schon beruflich mit Bildung befasst

Sie findet es wichtig, dass die Infrastruktur passt. Als Stichworte nennt sie unter anderem die Kitabedarfsplanung oder die Schulentwicklungsplanung.

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Fachlich ist sie mit den Feldern auch heute schon befasst: Marina Papadimitriou ist Leiterin des Amtes für Bildung, Betreuung und Sport bei der Stadt Friedrichshafen.

2021 übernahm sie die Stelle und arbeitete vorher als Streetworkerin in der mobilen Jugendarbeit in Stuttgart, beim Jugendamt Friedrichshafen und später als als kommissarische Leiterin im Amt Familie, Kinder und Jugend in Tuttlingen und später als Leiterin des Kreisjugendamts Oberallgäu.

Spagat zwischen Stadt und Land schaffen

Mit Blick auf Tettnang sagt Papadimitriou: „Man muss hier auch den Spagat zwischen Stadt und Land schaffen.“ Hier gebe es eine andere Bevölkerungsentwicklung und damit auch andere Bedürfnisse.

Dazu gehöre auch das Thema Wohnraum: „Auch künftig sollen unsere Kinder und Kindeskinder in Tettnang Platz finden. Wir müssen auf eine ökologische und sinnvolle Weise Wohnraum schaffen.“

Hier bringt sie im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ auch die Idee einer Wohnungsbaugesellschaft ins Spiel. „Wohnen muss auch leistbar für die Menschen bleiben“, sagt die Kandidatin. Wie man Erzieherinnen, Pflegerinnen oder Busfahrer bekommen solle, wenn diese sich die Miete nicht leisten könnten, fragt sie.

Bald wird der Familienbus zum Wahlbus

Für den Wahlkampf funktioniert Marina Papadimitriou den Familienbus zum Wahlbus um. Ihre Partnerin Evelien und die beiden Töchter unterstützen sie bei der Wahl.

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Hinzu kommen noch weitere Helfer aus dem Umfeld. Auch wenn sie den Wunsch lange gehabt hat, wie sie sagt, baut sie jetzt aktuell erst alles auf.

Alle Kontaktmöglichkeiten werden auf der Homepage www.marinapapadimitriou.de zu finden sein, sobald diese aktiv geschaltet wird. Sie wolle natürlich auch auf dem Städtlesmarkt vertreten sein, aber sie will auch auf Anfrage Termine ausmachen.

„Fühlen uns in Tettnang sehr wohl“

Auf die Frage, warum sie in Tettnang Bürgermeisterin werden wolle, sagt die Kandidatin, dass sie und ihre Familie sich hier einfach sehr wohlfühlen würden. Sie seien sehr gut aufgenommen und integriert worden.

Im Gespräch erwähnt sie immer wieder auch ihre griechischen Wurzeln aus der ersten Einwanderergeneration heraus – und wie sie über die Vereine ins Engagement hineingekommen sei.

Ihr sei wichtig, für alle da zu sein. Daraus resultiere auch der Slogan „Gemeinsam für das Tettnang von morgen“.

Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

Als Herausforderung sieht sie den Kampf gegen die Schuldenlast durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: Hier müsse man nach Alternativen suchen und zugleich Druck über den Städte- und Gemeindetag ausüben.

Auf die Frage, ob sie es als Stärke empfindet, aus dem Verwaltungsumfeld zu kommen, erwidert sie, dass das im Grunde die falsche Frage sei: „Es geht um die Haltung, Entscheidungen zu treffen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“