Gemeinschaftsschule

Lehrer und Eltern der Gemeinschaftsschule sind unzufrieden mit dem Schul-Image

Tettnang / Lesedauer: 2 min

Vertreter der Gemeinschaftsschule Manzenberg wünschen sich mehr Zuspruch für ihre Arbeit
Veröffentlicht:07.06.2018, 19:13
Aktualisiert:22.10.2019, 18:00

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Schüler und Lehrer an der Gemeinschaftsschule Manzenberg fühlen sich heute, vier Jahre nach der Umstellung von der Hauptschule auf den neuen Schultyp, wohl. Kritik gibt es hingegen für den Bereich der öffentlichen Wahrnehmung, sagte Elternbeiratsvorsitzende Bianka Mosch am Donnerstag. „Die Schule ist ein Schatz für Tettnang aber sie hat immer noch das Image der Hauptschule“, sagte sie.

Mehrere Stunden lang haben sich die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sabine Wölfle und Norbert Zeller , Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag des Bodenseekreises, die Schule angeschaut. Unter der Rot-grünen Landesregierung ist die Gemeinschaftsschule an den Start gegangen, Norbert Zeller hat die Einführung für die Landesregierung gesteuert. Was die Tettnanger und ihr Schulleiter Eugen Weber geschaffen haben, freut Zeller. Statt gleichem Frontalunterricht für alle, gebe es jetzt individuelle Lernziele für jeden einzelnen Schüler und Lernbegleiter statt Klassenlehrern. Großen Raum würde das eigenständige Arbeiten und das Planen des eigenen Lernpensums einnehmen, sagte Lernbegleiterin Claudia Colas. „Mit klassischer Schule hat das hier nichts mehr zu tun.“

Die 14-jährige Schülerin Neomi erzählte, dass sie eigentlich eine Hauptschulempfehlung gehabt hätte aber durch die Förderung inzwischen auf Realschulniveau ihren Abschluss anstrebe. „Man kann sich hier so viel weiterentwickeln“, sagte sie im Gespräch mit Wölfle und Zeller.

Die Politiker üben Kritik an der aktuellen Landesregierung. Denn versprochene Lehrerstellen würden nicht genehmigt und der Schultyp öffentlich kritisiert. „Die Schule hat ein Imageproblem, weil sie politisch nicht in den Kram gepasst hat“, sagte Wölfle. Es liege demnach an Eltern und Lehrern Werbung zu machen.

Von Problemen in den Bereichen Inklusion und Integration könne an der Gemeinschaftsschule keine Rede sein, stellte Schulleiter Weber klar und bekam Zuspruch von seinen Lehrkräften. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Schule nach seiner Pensionierung im Sommer aus eigener Kraft weiter funktioniert.