Nationalteam

Jetzt will Katharina Schmitz zur EM

Tettnang / Lesedauer: 6 min

20-jährige Laimnauerin gehört zum Nationalteam der Stuckateure
Veröffentlicht:28.01.2015, 18:21
Aktualisiert:24.10.2019, 06:00

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Laimnau - Sie ist 20 Jahre jung, liebt ihren Beruf, in dem Frauen eher eine Seltenheit sind, über alles und will sich im Herbst bei der Europameisterschaft in Schweden mit den besten ihrer Sparte messen. Katharina Schmitz aus Laimnau gehört zum deutschen Nationalteam der Stuckateure. In diesem sind die zehn besten Nachwuchskräfte aus ganz Deutschland vereint.

Seit August 2014 gehört Katharina Schmitz zum Nationalteam, für das sie sich bei der Innung bewerben musste. Ihr Chef, Frank Mauer vom Stuckateurfachbetrieb Mauer aus Hiltensweiler bei Wangen, hat die junge Frau auf die Ausschreibung hingewiesen und sie ermuntert mitzumachen. „Das schaffst Du, hat er gemeint“, erzählt Katharina Schmitz. Geschafft hat sie die Aufnahme in den Kreis der zehn Besten dann tatsächlich.

Einige Hürden galt es dafür zu überwinden. Gute Noten, eine der Grundvoraussetzungen, waren kein Thema, schließlich hatte die Laimnauerin ihre Gesellenprüfung mit einem Schnitt von 1,7 bestanden. Beim Wettbewerb in Nürnberg musste sie eine weitaus größere Hürde nehmen und ihre praktische Seite unter Beweis stellen: Ein mit etlichen Schwierigkeitsgraden verbundenes Telefonhäuschen aus Trockenbauteilen sollte sie errichten.

Knapp drei Wochen später kam dann die Nachricht der Innung: Katharina Schmitz gehört nun zum Nationalteam. „Das war ein tolles Gefühl“, sagt die Laimnauerin, die nun zwei Jahre lang, so lauten die Statuten, dem Team angehört. Zeit zum Ausruhen hatte sie nach dem Wettbewerb in Nürnberg nicht viel: „Schließlich musste es weiter gehen, ging es darum, wer von uns unsere Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien vertritt.“

Ein Mädelsteam wär schön

Da dies nur einer sein kann, war das Auswahlverfahren streng, die Anforderungen noch höher. Im Gegensatz zur ersten Prüfung, bei der sie nicht wusste, welche Aufgabe sie zu erledigen hatte, bekam Katharina Schmitz für diese Prüfung Pläne übermittelt. Um sich auf den „World Skills“ vorzubereiten, fertigte sie ein Modell jenes Objektes, das sie der Jury präsentieren wollte. Weil dieses Teil mit der Stadt Nürnberg in Verbindung stehen musste, hat sie sich für die selbst entworfene Darstellung des „Nürnberger Trichters“ entschieden. Innerhalb von zwölf Stunden galt es dann, in Nürnberg das Modell in Originalgröße umsetzen.

„Leider hat es nicht geklappt“, bedauert die 20-Jährige. Den Kopf lässt sie dennoch nicht hängen, schließlich musste sie sich innerhalb des Teams einer hochkarätigen Konkurrenz stellen: „Bei uns haben bereits einige den Meister gemacht. Die bringen natürlich ganz andere Voraussetzungen mit“, sagt Schmitz. Im November will sie sich der nächsten Herausforderung stellen und sich für den Wettbewerb zur Europameisterschaft in Schweden bewerben. „Bei diesem nimmt eine Gruppe mit zwei Personen teil,“ sagt die Gesellin und ergänzt: „Schön wäre es, wenn wir ein Mädelsteam werden könnten. Da es nur zwei Frauen im Nationalteam gibt, wäre das der Hammer.“

Bis dahin ist es jedoch noch eine Weile hin. Der Terminkalender von Katharina Schmitz ist aber auch ohne Wettbewerbe gut gefüllt. Zahlreiche Fortbildungen und Messebesuche stehen auf dem Programm. „Das sind alles Dinge, die wir als Gesellen sonst so nicht geboten bekommen“, sagt sie. Und nicht nur das. Ein Sponsor des Nationalteams hat ihr ein funkelnagelneues Auto zur Verfügung gestellt, das sie in den nächsten zwei Jahren fahren darf.

Nürnberger Trichter soll zur Weltmeisterschaft führen

Nürnberger Trichter soll zur Weltmeisterschaft führen

Wangen - Katharina Schmitz aus Tettnang ist ins deutsche Nationalteam der Stuckateure aufgenommen worden. Die im Stuckateurfachbetrieb Frank Mauer in Hiltensweiler tätige Gesellin erhielt damit die Chance, sich intensiv in ihrem Beruf weiterzubilden und sich für einen der beiden internationalen Leistungswettbewerbe nominieren zu lassen.

Insgesamt zehn junge Gesellen schafften die Aufnahme ins deutsche Nationalteam. Katharina Schmitz’ handwerkliches Können sowie die bestandene Gesellenprüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,7 waren die Grundvorsetzungen, um in das bundesweite Auswahlverfahren zu gelangen. In einem eigenen Wettbewerb konnte die 20-Jährige dann auch mit ihrer praktischen Arbeit überzeugen.

Als sich Katharina Schmitz bei der Firma Frank Mauer um einen Ausbildungsplatz bewarb, da war ihr klar: sie wollte unbedingt ebenso etwas Handwerkliches wie auch Kreatives tun. Sie wurde angenommen und hat es nicht bereut. Ganz im Gegenteil. Die vielfältigen Aufgaben innerhalb des Betriebes, zu denen neben den Bereichen Sanierungen und Restaurierungen auch der Denkmalschutz gehört, weckten ihren Ehrgeiz. Und selbstbewusst sagt sie heute: „Man ist schon gut in dem, was man macht.“

Seminare in dieser Woche

Bevor Katharina am Sonntag nach Nürnberg fuhr, um als frisch gebackenes Mitglied im Team der deutschen Stuckateure in dieser Woche Seminare zu besuchen und sich auf den Wettbewerb zum „World Skills“ vorzubereiten, fertigte sie schon einmal ein Modell jenes Objektes, das sie der Jury präsentieren will. Weil dieses Teil mit der Stadt Nürnberg in Verbindung stehen muss, hat sie sich für die selbst entworfene Darstellung des „Nürnberger Trichters“ entschieden.

„In 12 Stunden muss der Korpus (Hintergrund) fertig sein, drei Stunden Zeit habe ich dann noch für die Ausarbeitung eines Kopfes, auf den ich den Trichter setzen werde“, erzählt die junge Frau. Und sie erklärt, dass in dieser Arbeit Stuck- und Putz-Elemente wie zeichnerische Fähigkeiten beinhaltet sein müssen.

Für Firmenchef Frank Mauer stellt die Aufnahme seiner Gesellin in das deutsche Nationalteam natürlich etwas überaus Erfreuliches dar. Wörtlich sagte er: „Durch ihre Tätigkeit auf Veranstaltungen und Messen präsentiert Katharina das gesamte Handwerk, stärkt das Berufsethos der Stuckateure und betreibt aktive Nachwuchswerbung.“

Katharina Schmitz ist Mitglied des deutschen Nationalteams der Stuckateure

Von Vera Stiller

(Foto: pr) ist beim diesjährigen Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks Kammersiegerin im Ausbildungsberuf Stuckateur geworden. Die 20-jährige Tettnangerin absolvierte ihre Ausbildung beim Stuckateurfachbetrieb Frank Mauer in Wangen. Ihre Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer Ulm bestand sie mit der Note 1,7. Als Kammersiegerin wurde sie zum Landeswettbewerb nach Heilbronn eingeladen. Außerdem drücke ihr das Team vom Stuckateurfachbetrieb Frank Mauer die Daumen, dass sie ins Nationalteam der Stuckateure aufgenommen wird, heißt es in einer Mitteilung. (sz)

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Das deutsche Nationalteam der Stuckateure… ist eine bundesweite Initiative des Stuckateurhandwerks. Es fördert damit seine . Besonders begabte und engagierte Junggesellen/Junggesellinnen erhalten darin die , sich intensiv in ihrem Beruf weiterzubilden. Zudem können sie sich im Nationalteam auf die Teilnahme an den beruflichen (EuroSkills und WorldSkills) vorbereiten und qualifizieren