Hopfenadel

Halbzeit-Bilanz im gehobenen Hopfenadel

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Hopfenkönigin und Hopfenprinzessinnen haben in ihrer bisherigen Amtszeit viel Abwechslung
Veröffentlicht:30.10.2018, 17:17
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Wenn sie auftauchen haben sie einen gewissen Promistatus, die Tettnanger Hopfenhoheiten. Da drängen sich wildfremde Menschen neugierig, die Tracht wird bestaunt, das Trio fotografiert oder um ein Selfie gebeten. „Daran haben wir uns gewöhnt“, sagt Hopfenkönigin Teresa Locher und die Hopfenprinzessinnen Lena Heilig und Kathrin Arnegger stimmen ihr zu. Nach einem Jahr Amtszeit sind sie sich einig: „Es macht wirklich Spaß.“

Im Gespräch anlässlich einer Veranstaltung des Bierbrau-Zubehörversands in Neukirch plaudern sie ein wenig über die erste Hälfte ihrer Amtszeit seit dem 21. Oktober 2017. Spannend sei es schon gewesen, die Sache mit der Wahl, einschließlich Nervosität und Erleichterung. Und gleich am nächsten Tag habe man schon bei der Autoschau den ersten Auftritt gehabt.

Übereinstimmend sagen die jungen Frauen, das erste große Event, die 150-Jahr-Feier der Ulmer Goldochsenbrauerei, sei eine beeindruckende Veranstaltung gewesen. Aber auch die verschiedenen Messen, offizielle Ministerbesuche in Stuttgart oder der Berliner Landesvertretung sind ihnen ganz intensiv im Gedächtnis geblieben. „Die Abwechslung und die verschiedenen Biere finde ich tatsächlich selber toll“, sagt Hopfenkönigin Teresa Locher und bestätigt: „Ich bin ein Bierfan.“

Veranstaltungen zum Bier hat es reichlich gegeben, von traditionellen Festen in Tettnang und Umgebung, wie Montfortfest, Schlossfest, Hopfenwandertag oder Oktoberfest, bis zum Craft-Beer-Meeting in Italien. Etwas Besonderes sei auch die Hopfenköniginnenwahl in der Hallertau gewesen oder ein Event wie die Eröffnung des Cannstatter Wasens, des Landwirtschaftlichen Hauptfestes oder der Grünen Woche in Berlin.

Rund 50 Veranstaltungen haben sie besucht – und vermutlich werden es noch mal 50, so bestätigt Organisator und Manager der Hopfenroyals, Jürgen Weishaupt. Der Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands hat einen Termin nach dem anderen organisiert und lobt das Engagement des Trios. Mitte November geht es zum Beispiel nach Nürnberg zur Brau-Beviale. Und im nächsten Jahr steht mit diversen Events und Aktionen das 175. Tettnanger Hopfenjubiläum an, anlässlich des ersten „offiziellen“ Hopfengartens in der Stadt.

Empfehlungen der Hopfenhoheiten

Zur zweijährigen Amtszeit sagt die amtierende Tettnanger Hopfenkönigin: „Es lohnt sich, hier alles mitzunehmen, an Erfahrungen, an Festen, an Herausforderungen.“ Das bringe etwas fürs Leben. Hopfenprinzessin Kathrin ergänzt: „Wir haben eigentlich immer sehr viel Spaß.“ Das bestätigt auch Hopfenprinzessin Lena, die sich freut: „Ob Saison oder nicht, es ist immer was los – und man erlebt viel Besonderes und Prominenz.“

Hopfenadel verpflichtet – was für die Hopfenhoheiten dazu gehört: Man muss Bier mögen und gerne trinken, sind sich die Amtsträgerinnen einig. Eine gewisse Selbstsicherheit im Auftreten helfe, ebenso wie eine ausgeprägte Kommunikations- und Reisebereitschaft. Organisieren sollte man die möglichen Abwesenheiten mit dem Arbeitgeber oder beim Ausbildungs- und Studienablauf. Hinzu kommt auch, dass man oft auf der Bühne, im Rampenlicht und vor Kameras steht.

Zur Bewerbung raten die Hoheiten allen jungen Frauen ab 18 Jahren, die in irgendeiner Weise mit Hopfen zu tun haben. Voraussetzung ist das Durchlaufen der Vorbereitungen und des Wettbewerbes zur Kür beim Hopfenball. Man sollte die Bereitschaft mitbringen, sich mit Benimmregeln, Rhetorik, Brau- und Bierwissenschaft zu beschäftigen und als Botschafterinnen des guten Tettnanger Hopfens aufzutreten. Freilich sollte der Hopfenadel Dirndlkleidung und Trachten gegenüber positiv eingestellt sein. Zwar ist es noch fast ein Jahr hin, bis zur nächsten Wahl, aber ein wenig Vorbereitung könne den Nachfolgerinnen vielleicht nicht schaden.