Schlosskirche

Gemeinde feiert begeistert neue Orgel

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Sönke Wittnebel erweckt das neue Instrument zum musikalischen Leben
Veröffentlicht:30.05.2011, 21:00
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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Mit dunklen tiefen Tönen, die sich allmählich bis zu den höchsten fröhlichen Tönen steigerten, hat Kirchenmusikdirektor Sönke Wittnebel die neue Orgel in der Schlosskirche sehr eindrucksvoll zu ihrem musikalischem Leben erweckt. Von der Festgemeinde, der bis auf den letzten Platz besetzten Schlosskirche, wurde die Orgel mit einem regelrecht befreienden Applaus begrüßt.

„Musik ist die beste Gottesgabe....“ mit diesen Worten Martin Luthers begrüßte Pfarrerin Martin Kleinknecht-Wagner die versammelte Gemeinde. Sie freute sich, dass so viele Menschen – aus nah und fern –zu diesem Festgottesdienst sich haben einladen lassen. Sie nannte diesen Gottesdienst einen bewegenden Moment „... in dem ein seit Jahren geträumter Traum, trotz aller Probleme endlich Wirklichkeit wird.“

Im ersten Teil der Predigt setzte sich die Pfarrerin mit der Bedeutung der Orgel, der laut Mozart Königin der Instrumente, für die Gemeinde und im Leben der Gemeinde auseinander. Sie sagte, die Orgel sei ein totes Gehäuse, das erst durch die Luft, die durch die Pfeifen geht, zum Klingen kommt. Sie nahm dann die Worte eines Fachmannes auf die Frage, was die Orgel zum Klingen bringe:„Viel Wind – wenig Druck“ und verglich diese Worte mit dem Geist Gottes – viel Kraft und Energie, die uns durchströmt, aber nicht aus uns kommt. „Wir brauchen ihn dringend, diesen belebenden Wind vom Himmel. Er belebt uns und trägt uns weiter, auch in unserer Gemeinde. Viel Wind – wenig Druck, das ist das Geheimnis einer wohlklingenden Orgel und auch das Geheimnis einer lebendigen Gemeinde.“ Im zweiten Teil der Predigt nahm Pfarrer Thomas Wagner die Wirkung der Orgel auf den einzelnen Menschen auf. „Vom Klang der Orgel kann eine heilende Kraft ausgehen, eine Kraft, die mit Physik und Biologie nicht zu erklären ist, eine heilende Kraft für die Seele.“ Weiter sagte der Pfarrer, dass wir neben der Tradition unserer Vorfahren offen sein müssen für Neues, auch für neue Lieder. „In den Traditionen unserer Vorfahren gründend und offen für unsere heutigen Erfahrungen und unserem Hoffen auf Gottes Reich Ausdruck gebend, bleibt die Orgel für heute und morgen ein königliches Instrument – ein himmlisches Instrument.“ Mit diesen Worten beendete Pfarrer Thomas Wagner seine Predigt.

Mit einem Gebet stellten, nach evangelischem Verständnis, das Pfarrerehepaar und die Gemeinde die Orgel unter Gottes Wort und das Evangelium.

Anschließend stellte der jugendliche Orgelbaumeister Tilmann Späth seine Werkstatt vor und erklärte dann die Orgel und die verschiedenen Register. Er verglich die Register sehr verständlich mit den einzelnen Mitgliedern einer Familie: über Vater, Mutter Kinder bis zur „speziellen“ Tante aus Frankreich. Kirchenmusikdirektor Wittnebel stellte die Register musikalisch vor.

Mit dieser Orgel erhielt die Schlosskirche in ihrer über 150-jährigen Geschichte als evangelische Kirche eine Orgel, die speziell für diesen musikalisch und akustisch sehr anspruchsvolle Raum gebaut und intoniert worden ist. Man kann auf zukünftige musikalische Ereignisse gespannt sein.