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Vorsicht Fettnäpfchen!

Die vier wichtigsten Verhaltensregeln für den Tettnanger Umzug

Tettnang / Lesedauer: 3 min

Es gibt ein paar Dinge, die Narren überhaupt nicht gerne sehen. Und einige Tipps, wie Zuschauer beim großen Umzug am Dienstag am meisten Spaß haben - und Fettnäpfchen vermeiden.
Veröffentlicht:12.02.2024, 05:00

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Die Fasnet findet ihren Abschluss in Tettnang traditionell mit dem Großen Narrensprung am Fasnetsdienstag, 13. Februar. Um 10.30 Uhr ist Zunftmeisterempfang, ab 14 Uhr werden dann wieder mehr als 60 Zünfte und Gruppen durch die Innenstadt ziehen. Dabei gibt es auch für die zahlreichen Zuschauer einiges zu beachten. Denn die Narren haben durchaus ihre Vorstellung, wie sich ein idealer Umzugsbesucher verhalten sollte - und wie nicht.

Was Zuschauer auf keinen Fall machen sollten

Es gibt ein paar Dinge, die Michi Abele, Zunftmeister der Tettnanger Narrenzunft, überhaupt nicht gerne sieht. Dazu zählt vor allem eines: Wenn Zuschauer den Umzugsweg kreuzen, während die Guppen unterwegs sind.

Das könne zu gefährlichen und vermeidbaren Situationen führen, weil die Umzugsteilnehmer durch die Masken oft eine sehr eingeschränkte Sicht haben und die kreuzenden Zuschauer nicht erkennen, erklärt Abele. Zuschauer sollten sich daher besser schon vor dem Umzugsbeginn einen guten Platz suchen, von wo aus sie das Geschehen beobachten wollen.

Keine zu ausladenden Verkleidungen

Wofür der Zunftmeister ebenfalls appelliert, sind Verkleidungen - Zuschauer sollen gerne im Kostüm kommen, und solange sie dem guten Geschmack nicht widerspreche, gelte: „Jede Verkleidung ist eine gute Verkleidung“.

Wenn ein Narr die Kappe vom Kopf klaut, kommt die in der Regel immer zurück,

Michael Abele

Dennoch: Zu ausladende Verkleidungen oder sehr große Kofbedeckungen seien oft unpraktisch, weil sie anderen teils die Sicht versperren und viel Platz einnehmen.

Absolutes No-Go: Falsche Narrenrufe

Ebenfalls ein absolutes Muss: Die Zuschauer sollten die Narrenrufe beherrschen und auf keinen Fall verschiedene Narrenrufe mischen, warnt der Zunftmeister. Dinge wie „Narri-Jehu“ seien absolut verpönt, betont er. Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, welcher Narrenruf bei der jeweiligen Zunft gilt, helfe ein Blick ins Umzugsheft mit Programmablauf. Und zur Not gelte: „Einfach am Nachbarn orientieren“, rät Abele.

Wer im Übrigen auf der ganz sicheren Seite sein will, platziert sich am besten an einem der Standorte, an denen die Moderatoren stehen und die Zuschauer über Ansagen über die Umzugsgruppen informieren. Diese sind am Bärenplatz, an der Zunftstube, am Rathaus und in der Karlstraße auf Höhe von Reisewelt Montfort zu finden.

Keine Angst, wenn Narren Schabernack treiben

Michael Abele hat auch noch einen Tipp für alle Zuschauer, mit denen sich die Narren einen kleinen Scherz erlauben: „Wenn ein Narr die Kappe vom Kopf klaut, kommt die in der Regel immer zurück“, so Abele, das sei einfach ein Schabernack der Narren.

Keine Angst brauche man außerdem vor den Gickelern mit ihrer „Saubloader“ zu haben - die frechen Hiebe mit dem besonderen Accessoire der Gickeler zielen normalerweise auf Rücken oder Hintern ab und sollten keine großen Schmerzen bereiten, beruhigt Abele. „Einfach Lächeln“, sei daher immer eine gute Reaktion, auch auf freche Narren.

Was Narren gerne sehen: Zuschauer und insbesondere Kinder, die lautstark die Narrenrufe anstimmen und Menschen, die Spaß haben. Zum Dank gibt’s dann oftmals ein „Gutsle“ oder andere süße Leckereien.

Kostet der Umzug Eintritt?

Wie immer verkauft die Narrenzunft Abzeichen - eine Besonderheit in Tettnang ist dabei, dass esfür Fasnetsliebhaber ein mehrteiliges Sammelabzeichen gibt, das über die vergangenen fünf Jahre hinweg entstand und mit dem diesjährigen Gätterlet-Abzeichen nun komplett ist. Das Sammelabzeichen mit allen Teilen gibt es für zehn Euro, das normale Einzelabzeichen kostet vier Euro.

Im Anschluss an den großen Umzug findet um 18.30 dann das sogenannte Fasnetsvergraben statt, bei dem die Narren den Narrenbaum unter großer Trauer wieder zu seinem Quatier auf den Dachboden des Rathauses bringen, gefolgt vom Kehraus in der Stadt und im Feuerwehrhaus.