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Die Tigermücke ist im Bodenseekreis angekommen

Tettnang / Lesedauer: 4 min

Der erste Fund im Kreis wurde in Tettnang nachgewiesen. Inzwischen ist das Insekt an einem weiteren Ort aufgetaucht. Die Behörden hoffen auf Mithilfe der Bevölkerung.
Veröffentlicht:15.09.2023, 17:05

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Die Tigermücke ist im Bodenseekreis angekommen. Der erste bestätigte Fall im Landkreis ist kürzlich in Tettnang aufgetreten, als eine Tigermücke im Bereich der Ravensburger Straße gefunden wurde. Stadt und Landratsamt wollen nun im nächsten Schritt herausfinden, ob bereits eine Population in Tettnang existiert oder ob es sich um einen Einzelfund handelt. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, hoffen die Behörden auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.

Unter anderem in Konstanz ist die Tigermücke bereits im vergangenen Jahr nachgewiesen worden. Eine Überraschung ist es daher nicht, dass die stechenden Insekten nun auch auf der anderen Seeseite auftauchen. Beim Landratsamt hat man schon länger damit gerechnet, dass das wohl dieses Jahr noch passieren wird.

Mitte August sei ein eingesandtes Insekt aus Tettnang als Tigermücke identifiziert worden, teilt Landratsamtssprecher Robert Schwarz mit. Das Landesgesundheitsamt habe das Gesundheitsamt Bodenseekreise entsprechend informiert.

Spezielle Fallen sollen Klarheit bringen

Im Bereich um den Fundort in Tettnang werden im nächsten Schritt vom Bauhof spezielle Eiablagefallen für Tigermücken angebracht. „Falls ein Stäbchen dieser Fallen positiv getestet wird, wird die Stadt Tettnang in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt weitere Maßnahmen ergreifen“, teilt Stadt–Sprecherin Judith Maier mit.

Nach dem Tigermücken–Fund in Tettnang sei inzwischen noch ein zweiter dazugekommen: „Eine weitere Fundmeldung hat das Gesundheitsamt Anfang September erhalten“, bestätigt Robert Schwarz. Diesmal sei ein Insekt in Kressbronn aufgenommen worden. Das Vorgehen dort sei analog zur Herangehensweise in Tettnang, so Schwarz.

Warum die Tiere gefährlich sein können

Asiatische Tigermücken können verschiedene Viruserkrankungen übertragen und sind deshalb äußerst ungebetene Gäste. Die erste größere Ansiedlung wurde 2015 in Freiburg gefunden. Südlich der Alpen ist sie flächendeckend verbreitet, etwa in Italien oder Kroatien. Der Klimawandel spielt dem Tier in die Karten und lässt die Lebensbedingungen auch am Bodensee immer attraktiver werden.

Die Tigermücke ist etwa sechs Millimeter klein und schwarz–weiß gefärbt. Sie hat fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen und einen weißen Längsstreifen am Rücken. Sie kann zahlreiche Krankheitserreger wie das Dengue–, Zika– und das Chikungunya–Virus übertragen — allerdings nur, wenn sie Virusträger vorfindet und dann eine andere Person sticht.

Nachdem noch keine bekannte Tigermückenpopulationen vorliegt, bestehe derzeit keine direkte Gesundheitsgefahr, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Nach Auskunft des Gesundheitsamts gibt es bislang noch keine nachgewiesenen Krankheitsübertragungen von Tigermücken.

Auch die Bevölkerung kann etwas tun

Sollte sich bestätigen, dass es etwa in Tettnang eine lokale Population gibt, werde die Bevölkerung um Mithilfe bei der Eindämmung einer weiteren Ausbreitung gebeten, kündigt Schwarz an. Die Tigermücke vermehrt sich in Wasseransammlungen wie Regentonnen, Eimern, Gießkannen, Blumentöpfen oder anderen Behältnissen, wo sich Wasser sammeln kann. Die Bevölkerung könne aktiv werden, indem potenzielle Brutstätten beseitigt werden.

Ungenutzte Wasserbehältnisse sollten entfernt werden. Regentonnen sollte man entweder komplett abdichten (etwa mit Gardinenstoff und Gummiband) oder einmal in der Woche restlos entleeren. Die Larven in den Eiern sind trocken– und kälteresistent, deshalb können sie überwintern und im kommenden Jahr schlüpfen.

Belebte Gartenteiche mit Fischen oder Molchen seien keine Brutstätten für die Tigermücke, heißt es in der Information der Stadt. Auch Vogel– oder Igeltränken seien unbedenklich, wenn das Wasser mindestens alle fünf Tage gewechselt werde.

Tabletten sind kostenlos erhältlich

Alternativ könnten Brutgewässer mit speziellen sogenannten Bti–Tabletten behandelt werden. Diese töten als biologisches Larvizid gezielt Stechmückenlarven ab, aber schaden anderen Tieren, Menschen und Pflanzen nicht. Das Wasser kann laut Stadt weiterhin zum Gießen verwendet werden. Die Bti–Tabletten sind kostenlos im Tettnanger Rathaus sowie bei der Ortsverwaltung in Langnau erhältlich.

Die Stadt ruft Bürger dazu auf, die Augen offen zu halten und Funde zu melden. Auf der städtischen Homepage gibt es zudem detaillierte Informationen und Beschreibungen, anhand derer geprüft werden kann, ob es sich bei einem gefundenen Insekt um eine Tigermücke handeln könnte.


Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Stadt unter www.tettnang.de/tigermuecke

Ebenso sind Flyer im Rathaus und der Ortsverwaltung Laimnau ausgelegt. Für allgemeine Informationen können Interessierte eine Mail senden an [email protected]

Auffällige Mücken sollen gemeldet werden unter www.tigermuecke-icybac.de/melden