Rebhang

Markgraf hat nun auch Bio-Weine im Sortiment

Salem / Lesedauer: 3 min

Knapp acht Hektar rund um die Birnau wurden auf Bio-Betrieb umgestellt
Veröffentlicht:30.05.2016, 18:26
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Jetzt gibt es auch Bio-Wein aus dem Hause des Markgrafen von Baden : Die edlen Tropfen sind an den Rebhängen um die Wallfahrtskirche Birnau gewachsen. Am Montag wurde der neue Bio-Wein direkt am See vorgestellt, dazu hatte das Markgräfliche Haus Salem und der Vermarkter Peter Riegel in die Reben und an den See eingeladen.

Bereits vor 600 Jahren wurde der erste Wein von den Mönchen des Klosters Salem im Bereich der heutigen Wallfahrtskirche Birnau angebaut, erklärte Prinz Bernhard von Baden. Diese Tradition sei vom Hause Salem fortgesetzt worden, inzwischen gehöre zur Landschaftspflege auch die Nachhaltigkeit. Zudem gelte es einen guten Ausgleich zwischen wirtschaftlichem und ökologischem Anbau zu finden und auf die Nachfrage auf dem Markt zu reagieren, fügte er hinzu. Vor acht Jahren sei mit der Umstellung auf biologischen Weinbau auf der Rebfläche an der Birnau begonnen worden. Es sei nicht einfach gewesen, einen geeigneten Partner für die Vermarktung des Weines zu finden. Da habe es einen Hinweis des grünen Landtagsabgeordneten Martin Hahn gegeben, so sei der Kontakt zum Weinimporteur Peter Riegel in Orsingen entstanden, der seit 30 Jahren Bioweine erfolgreich vermarktet.

Bei zwei großen Messen habe er in diesem Jahr den neuen Biowein vom Bodensee bereits angeboten, berichtete Peter Riegel. Die Resonanz sei gut gewesen und vom Jahrgang 2015 wird der Verkauf von 15000 Flaschen angestrebt. Am See konnten dann die Gäste, überwiegend Gastronomen und Kunden der Häuser Salem und Riegel, den Birnauer Biowein vom Bodensee probieren. Bisher gibt es den Birnauer Müller-Thurgau, trocken, ein fruchtig, frischer Wein. Der Rosé, trocken, wurde aus der Spätburgunder Traube gekeltert, ein spritziger, fruchtiger Tropfen. Der Birnauer Spätburgunder wurde aus der klassischen Maische-Gärung gekeltert, trocken ausgebaut und überzeugt durch seine harmonischen Fruchtaromen. Er habe es bisher als Manko empfunden, keine Biowein vom Bodensee anbieten zu können, erklärte Peter Riegel. Er dankte dem Hause Baden, dass es sich zur Umstellung auf Biowein-Anbau entschlossen habe.

Knapp acht Hektar-Rebfläche seien auf Bio-Anbau umgestellt worden, berichtete Betriebsleiter Volker Faust. Allerdings seien die Mitarbeiter deutlich näher an der Pflanze, es müsse wesentlich mehr auf das Wetter geachtet werden. Da der Wein vegan sein soll, wird auf tierische Produkte bei der Düngung verzichtet. Der Bioanbau bedeute deutlich mehr Arbeit als im konventionellen Anbau. Ein Problem sei der Pilzbefall der Reben aufgrund der Regenhäufigkeit am See, ebenso müsse der Bodenbewuchs zwischen den Reben mechanisch klein gehalten werden. Auch beim Ausbau im Keller seien verschiedene Vorgaben zu beachten. Damit es eine klare Trennung zwischen den beiden Bereichen gebe, sei mit dem Markgräflich Badischen Rebgut ein neues Unternehmen gegründet worden.