Salem

Den Schlüssel zur Welt in Händen halten

Salem / Lesedauer: 2 min

Tag der offenen Tür zeigt gestärkten Montessori-Kindergarten in Grasbeuren
Veröffentlicht:30.05.2011, 20:55
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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Singend und tanzend haben die 20 Kindergartenkinder Grasbeurens ihre Eltern und Gäste begrüßt, die sich am vergangenen Sonntag einen Eindruck der Montessori-Pädagogik und der Räumlichkeiten machen konnten. „Sehr gute Arbeit“, attestierte Salems Bürgermeister Manfred Härle der Leiterin Constanze Frick, die den Kindergarten vor zwei Jahren übernahm und vor dem Aus bewahrte.

Kurz vor dem Aus

Vor zwei Jahren stand der kleine Kindergarten mit damals nur zehn Kindern kurz vor der Schließung. „Es musste etwas passieren“, sagte Irmgard Nägele, eine langjährige Erzieherin. Da kam Constanze Frick wie gerufen. „Es ist eine besondere Einstellung“, sagte die 26-Jährige am Sonntag über die Montessori-Pädagogik nach Dr. Maria Montessori, die sie während ihrer Ausbildungszeit kennenlernte. Es sei anders und individuell, man versuche bestimmte Entwicklungsphasen zu nutzen und zu unterstützen. Offensichtlich mit Erfolg, inzwischen werden 20 Kinder von zwei bis sechs Jahren betreut. Als „Glücksgriff“ bezeichnet auch Manfred Härle Constanze Frick, denn es komme immer auf Einzelpersonen an: „Jetzt findet unser Kindergarten auch über die Ortsgrenzen Anerkennung und Zuspruch“, freute er sich.

„Hilf mir es selbst zu tun – der Schlüssel zur Welt“ ist einer der Leitfaden, der die Montessori-Pädagogik in Grasbeuren ausmacht. Das Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit der Kinder werde gefördert, so Frick, und dem Kind werde die Möglichkeit gegeben, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen. Eigenverantwortung ist von großer Bedeutung, denn das Kind wird in seiner Persönlichkeit geachtet und als vollwertiger Mensch gesehen. Daher fördere man den sozialen Umgang mit- und auch untereinander, lasse jedoch ebenso Platz für Individualität. „Wir zeigen beispielsweise viel, gelernt wird durch eigene Wiederholungen“, sagte Constanze Frick.

Das ist nicht nur für die Kinder, sondern auch die Erzieherinnen neu. „Für mich ist es genauso ungewohnt wie für die Kinder“, sagte Irmgard Nägele, doch es sei gut. Da kann Manfred Härle nur zustimmen: „Der Zulauf auch aus Teilorten spricht für die Arbeit vor Ort“, sagte dieser zum Empfang der Eltern, die im Anschluss von ihren Kindern durch die Räume geführt wurden. Ob Montessori-Pädagogik, Mal- oder Essecke – es gab viel zu entdecken.