Opernwerkstatt

"3 Diven" locken mit leckeren Speisen und Gesang

Salem / Lesedauer: 2 min

"3 Diven" locken mit leckeren Speisen und Gesang
Veröffentlicht:29.09.2009, 01:16
Aktualisiert:26.10.2019, 08:00

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Sie sind hinreißend und haben großartige Stimmen: Auf amüsante Art und Weise haben die "3 Diven" der Opernwerkstatt Köln um die Gunst der Gäste am Freitagabend im Prinz Max gebuhlt. Davor, dazwischen und danach gab es ein Vier-Gänge-Menü, angerichtet von den kreativen Salemertal-Spitzenköchen.

Für "Kulinarisches & Kabarett" gab es schon Wochen zuvor keine Tickets mehr vom Kulturforum Salem zu bekommen. Dieses Mal zauberten die Sternenköche vom Silence Berghotel Baader, Salmannsweiler Hof, Landgasthof Apfelblüte, Gasthof Adler in Beuren und Recks Hotel als HorsFd'oeuvre Variationen von Geflügel, gefolgt von einer feurigen Curry-Ingwer-Suppe, die in den Hauptgang überleitete mit Kalbsrouladen und Ratatouille. Als krönendes Dessert überraschte das herbe Joghurt mit Panna Cotta und Himbeer-Sorbet auf Passionsfruchtspiegel.

Gestärkt widmeten sich die Gourmets den drei Primadonnen, die im Programm versprachen, mit "Arien, Poesie und Zickenterror um die Gunst der Zuschauer zu buhlen". Denn jede der drei Diven (Diva steht für "Göttin") wollte die Primadonna absoluta des Abends sein. Die Mischung aus Kabarett, Satire und Musik nahm Themen aus dem Alltag gnadenlos in die Mangel, inklusive das Publikum im Saal, und dort im besonderen den Michael, einen gutmütigen Gast am Tisch Nummer 5. Auf ihn hatten es alle drei Frauenzimmer abgesehen. Frauen? Nein, da war ja auch noch ein Mann im Spiel: Mauricio Virgens aus Brasilien schlüpfte in die Rolle der Diva Virginia Miranda Zezé, Jule Vortisch spielte Ursula Messerschmitt und Katja Ladentin die Russin Violetta Rumsas.

Eine Diva zeichnet sich normalerweise dadurch aus, dass sie alle Aufmerksamkeit auf sich zieht und den Raum für sich alleine beansprucht. Doch hier wurde jeder Solovortrag begleitet von den hämisch lästernden Kolleginnen. Musikalisch zogen die Künstler aus Köln unter der Produktionsleitung von Uwe Vogel alle Register: vom glockenklaren Sopran über Mezzosopran bis zum Bariton der Transvestiten-Diva. Sie alle strotzten vor Sinnlichkeit und Lebensfreude, vor allem Mauricio Virgens in flatternden Schleierhosen und hochhackigen Silberschuhen und Jule Vortisch mit ihrem herausfordernd wackelnden Busen. Sie setzten gezielt ihre Reize beim Publikum ein, gemischt mit spritzigen, wortreich geführten Streittiraden, bissig bis auf die Knochen.

Beifall fällt euphorisch aus

Auf Tuchfühlung mit den Gästen ging nicht nur gerne Jule Vortisch alias Ursula Messerschmitt, auch Katja Ladentin als Diva Violetta zauberte vor ihrer Arie "Stroganoff" von Friedrich Holländer mit einem Tablett und randvoll gefüllten Wodkagläsern Freude in die Augen der Gäste von Tisch Nummer drei. Da die Primadonnen im Konkurrenzkampf immer offensiver um die Gunst der Zuschauer warben, wurden diese zu Entscheidungsträgern. Der euphorische Beifall des Publikums zollte der Primadonna absoluta den verdienten Respekt nach einer turbulenten Show.