Schulterschluss

Flüchtlinge erfordern Schulterschluss

Oberteuringen / Lesedauer: 3 min

Beirat für Asyl- und Flüchtlingsfragen tritt erstmals zusammen
Veröffentlicht:24.09.2015, 10:47
Aktualisiert:23.10.2019, 23:00

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Auf einen engen Schulterschluss der freiwilligen Helfer aus Kirchen, Vereinen, Schulen, Kindergärten sowie anderen Organisationen und Institutionen setzt Bürgermeister Karl-Heinz Beck. Am Montag traf sich zum ersten Mal der neu gebildete Beirat für Asyl- und Flüchtlingsfragen. Eine Fülle an Aufgaben sei von Landkreisen, Städten und Gemeinden zu bewältigen, um die Unterbringung und Betreuung von asylsuchenden Menschen vor Ort zu organisieren.

Noch ist die Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet Neuhaus nicht belegt. Der Umbau der ehemaligen Fabrikhalle ist allerdings schon so weit fortgeschritten, dass voraussichtlich ab Ende November die Ersten einziehen können. Neben einem Möbellager für Flüchtlingsunterkünfte, das der Landkreis in einem Teil der Fabrikhalle bereits eingerichtet hat, sollen hier bis zu 70 Menschen eine vorübergehende Bleibe finden.

Ebenfalls in Neuhaus hat die Gemeinde ein leer stehendes Haus an der B 33 für Flüchtlinge erworben. Nach der Sanierung sollen die drei Wohnungen im Frühjahr 2016 von Menschen bezogen werden, deren Asylverfahren abgeschlossen ist. Aktuell leben in Oberteuringen 20 Asylbewerber in zwei von der Gemeinde angemieteten Häusern. Der Sachgebietsleiter für Migration im Landratsamt, Yalcin Bayraktar, informierte die Runde mit Vertretern aus Kirchengemeinden, Sportverein, Feuerwehr, Gemeinderat und der Teuringer-Tal-Schule über die derzeitige Situation im Landkreis und über die Aufgaben in den Gemeinschaftsunterkünften. Ein Ende der Zuweisungen aus den Landeserstaufnahmestellen an die Landkreise sei nicht abzusehen und deshalb sei der Landkreis auch gezwungen, weitere Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten und notfalls auch Sporthallen dafür zu nutzen. Während Hauptamtsleiter Rainer Groß über die Situation in Oberteuringen berichtete, klärte der Leiter des Polizeireviers Friedrichshafen, Jörg Frey, über Sicherheitsfragen auf. Beim Polizeipräsidium in Konstanz sei ein Stab eingerichtet worden, der sich um die Gemeinschaftsunterkünfte kümmere. Für alle polizeilichen Aufgaben, die mit der Anschlussunterbringung zusammenhängen, sei das Polizeirevier direkt zuständig.

SVO will Angebote machen

Für die soziale Betreuung der Gemeinschaftsunterkunft in Neuhaus ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zuständig. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Asylhelferkreis sei gewünscht, sagte Sita Koerber, die vom DRK aus die Betreuung koordiniert. Luitgard Caspari, Gemeinwesenarbeiterin in den Lebensräumen für Jung und Alt und Leiterin des örtlichen Asylhelferkreises berichtete von immer neuen Anfragen von Bürgern, die sich dieser Aufgabe stellen wollen. Der Vorsitzende des Sportvereins Oberteuringen ( SVO ), Franz Keller, betonte die Bereitschaft des Sportvereins, interessierte Menschen aus den Unterkünften mit Angeboten der Vereine in die Gemeinde zu integrieren.

Beck bedankte sich bei den Teilnehmern. Die Runde soll die Gemeindeverwaltung künftig bei allen Fragen dieses Themas beraten. Man einigte sich darauf, dass nach Bedarf weitere Treffen stattfinden werden.

Eine Belegung der Turnhalle mit Flüchtlingen schloss Bürgermeister Beck auf Nachfrage aus. 2016 stehe die Generalsanierung an. Außerdem habe die Gemeinde mit der Gemeinschaftsunterkunft und den weiteren Wohnungen ihr „Soll“ erfüllt.

Ansprechpartnerin im Rathaus Oberteuringen für Fragen zum Thema Flüchtlinge und Asyl ist künftig Eva Keppler, Leiterin des Bürger-Service-Büros im Rathaus, Telefon 07546 / 299 24.