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Sprungbrett

16-Jährige erobert das Sprungbrett

Oberteuringen / Lesedauer: 3 min

Nicht nur Musiker treten bei der offenen Talentbühne in der Teuringer Mühle auf
Veröffentlicht:14.04.2013, 19:30

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Acht talentierte Acts haben sich am Samstagabend in der Teuringer Mühle beim 21. Sprungbrett präsentiert. Die eingegangenen Anmeldungen haben diesmal nicht für zwei volle Abende gereicht, was vermutlich der parallel stattfindenden Salemer Talentbühne zuzuschreiben ist. Doch davon ließ sich hier niemand die Laune verderben. Das Publikum erschien pünktlich und voller Vorfreude.

Besonders aufgeregt ist die Mutter der 16-jährigen Marisa Pecchinenda, die an diesem Abend zum ersten Mal vor Publikum aus ihrem Fantasyroman „Tautränen“ liest, der dieses Jahr verlegt wird. Nach einer Tanzeinlage in Tango Argentino ist sie auch schon an der Reihe und verschafft dem Publikum einen Einblick, in die von ihr kreierte Elfenwelt.

Die 16-Jährige bringt Worte aufs Papier, die vielen Gleichaltrige nie in den Mund nehmen würden: Ihr Wortschatz und Einfallsreichtum beeindrucken. Auch wenn manche Sätze noch etwas holprig daherkommen, machte ihre kleine Lesung Lust auf das Buch, das im Herbst erscheinen soll.

Nicht ohne Zugabe

Sascha Rumpel als „Colour your mind“ aus dem Deggenhausertal war der erste von vier Singer-Songwritern an diesem Abend. Mit englischsprachigen, selbst geschriebenen Stücken, ruhigem Fingerpicking und einer ganz eigenen Stimmfarbe überzeugte der 24-Jährige. Dass seine Stimme, wie er sagte, angeschlagen sei, tat seinem Auftritt keinen Abbruch, sondern verlieh seinem Gesang eine etwas härtere, rauchige Note, die ihm gut steht.

Er kündigte „einen weiteren Mann mit Gitarre“ an: Marcel „MarcY“ Krüger, der zum ersten Mal der Öffentlichkeit seine eigenen Lieder preisgab. „Sonst singe ich nur in meiner Kolonne“, erklärte er mit sympathisch schwäbischem Einschlag. Das Zittern in seiner Stimme verriet seine Nervosität, die aber nach den ersten Takten verschwand. Der junge Mann mit einem eher rauen Äußeren stimmte überraschend zarte Töne an und sang auf Deutsch über die Liebe und andere Gefühle. Dabei erinnerte er stimmlich an die ganz Großen des Genres. Die Zuhörer waren begeistert und verlangten ihm zwei Zugaben ab.

Zwei Bands stellten noch ihr Können unter Beweis: die Schülerband „relax“ und die Rockgruppe „The unshaveable Bison“. Die Musiker, die da als Letztes auf der Bühne standen, sahen zwar absolut unscheinbar aus, zeigten aber schnell, dass einiges in ihnen steckt. Echte Rockröhren, flottes Schlagzeugspiel, starke Keyboardklänge und flinkes Fingerpicking auf einer E-Gitarre rissen das Publikum mit. So dauerte auch ihr Auftritt länger als geplant: Ohne mehrere Zugaben durften Jürgen Krause, Tanja Zwerger, Nils Hitzemann und Michael Muhry die Bühne nicht verlassen. Die Oberteuringer Talentbühne zeigte einmal mehr: Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich.

Die nächste Auflage ist für Oktober geplant. Mehr unter