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Oberdorf feiert

Oberdorfer Wagenfasnet offenbart heimliche Polit-Hochburg

Oberdorf / Lesedauer: 2 min

Bestes Wetter beim Fasnets-Umzug. Und dann kamen die Wagen. Die Menschen hatten eine Menge zu entdecken - mit vielen Bildern.
Veröffentlicht:11.02.2024, 17:00

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- „Grottabach-AHOI!“ Viele hundert Schaulustige haben am Samstagnachmittag die närrische Metropole zwischen Langenargen und dem freundlichen Argental besucht und sich bei der beliebten Wagenfasnet bestens unterhalten. Kommunalpolitische Themen wie Tinytobel statt Bachtobel, Bürgergeld für arbeitsscheue Helden, oder keimfreies Trinkwasser der Klosterbrüder waren nur einige Geschichten, die die Protagonisten auf ihren selbstgebauten Wagen präsentierten.

Zuvor setzten die strammen Burschen der Funkenbuaba den wohl prächtigsten Narrenbaum ins rechte Lot. „43 Meter lang und ein bissle Rest, das kann sich durchaus sehen lassen“, bemerkte Star-Moderator Andreas Wenzler gekonnt fachmännisch per Live-Schalte vor dem Dorfgemeinschaftshaus (DGH).

Andreas Wenzler moderiert die Narrenbaum-Aufstellung.
Andreas Wenzler moderiert die Narrenbaum-Aufstellung. (Foto: Andy Heinrich)

Was heißt kurzweilig?

Was zeichnet einen kurzweiligen Fasnetsumzug aus? Viele fröhliche Zuschauer, reichliche Musik, einen fast blauen Himmel zur rechten Zeit, vor allem aber freie und organisierte Gruppen, die sich den Geschichten des Alltags mit viel Herzblut und Fröhlichkeit annehmen und daraus ein schmackhaftes närrisches Gericht zaubern.

Mit einem guten Schuss Patriotismus und reichlich Gespür für das angeblich Wesentliche, schafft es die heimliche Polit-Hochburg aus dem beschaulichen Oberdorf immer wieder, für grandiose Lacher zu sorgen. „Das zeichnet unsere Fasnet aus. Jeder darf mitmachen, ohne große Auflagen, das ist das Salz in der Suppe“, freute sich die diplomierte Ordensverleiherin und „Head of Organisation“, Iris Rosenblüth, kurz vor Beginn des närrischen Lindwurms.

Work-Life-Balance

Und der hatte es in sich: Während die Feuerwehr gegen das Schwitzen, quasi nach dem Spritzen, ein eigenes Gym forderte, wünschte sich die Generation „YX“ mehr Work-Life-Balance, bei vollem Bürgergeld, versteht sich.

Die Kressbronner Landjugend hingegen sah nicht im Bach- dafür in einem Tinytobel ihre Zukunft. Ihre Botschaft: „Bezahlbarer Wohnraum statt Landjugend-Notunterkunft am Strandbadparkplatz“.

Und dann gibt es die Party

Am Ende des rund 45-minütigen Spektakels zieht es die kleinen und großen Mäschkerle von der Straße ins stimmungsvoll aufgeheizte DGH, um bis tief in die Nacht hinein gemeinsam den Oberdorfer Fasnetssamstag gebührlich zu feiern.