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Neukirch

Michael Heilig spielt sich in den Blickpunkt

Neukirch / Lesedauer: 5 min

Der Fußballer aus Neukirch hat bei der Pokalreise des Regionalligisten FC 08 Homburg alle Minuten bestritten. Es hat Spaß gemacht und öffnet ihm womöglich andere Türen.
Veröffentlicht:06.12.2023, 18:43

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SV Darmstadt 98, Spielvereinigung Greuther Fürth und FC St. Pauli - der FC 08 Homburg durfte in der laufenden Saison gleich gegen drei gestandene Profimannschaften antreten. Also auch Michael Heilig aus Neukirch, der beim aktuellen Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest unter Vertrag steht und dort auch eine absolute Hauptrolle spielt. Der 25-Jährige ist bei den Homburgern in der Innenverteidigung gesetzt - wenig überraschend bestritt er deshalb auch alle Begegnungen im DFB-Pokal über die volle Distanz.

Während Darmstadt in der ersten Runde (3:0) und Fürth in der zweiten Runde (2:1) aus dem Wettbewerb geworfen wurden, war nun gegen St. Pauli im Achtelfinale Endstation. Mit 1:4 unterlagen die Homburger am Dienstagabend den Hamburgern. Vor 12.230 Zuschauern - für die Saarländer und Heilig ist es eine außergewöhnlich große Kulisse. An den Rahmenbedingungen lag es auch nicht, dass der FCH am Ende mit 1:4 verlor, schließlich hatten die Fans zusammen mit der Mannschaft vorher den Schnee weggeräumt.

Eine Stunde lang gut unterwegs

Die erste Stunde im Waldstadion lief auch ziemlich nach dem Geschmack Homburgs. Zwar brachte Hauke Wahl die Paulianer in der 24. Minute in Führung - nach einer Ecke und der Kopfballverlängerung von Eric Smith schoss er den Ball in die Maschen. Aber grundsätzlich ging der Plan der Homburger auf. Die Gäste hatten offensiv wenig Gelegenheiten. „Wir haben defensiv sehr gut gestanden“, lobt Heilig. Und vorne waren die Saarländer bei einem Spielaufbaufehler des Zweitliga-Spitzenreiters zur Stelle. Dabei half der Rasen: Karol Mets brachte seinen Torwart Sascha Burchert mit einem Rückpass in Bredouille, der Ball hoppelte über den Fuß des Schlussmanns und Markus Mendler traf zum 1:1 ins leere Tor (28.). „Homburg stand sehr tief und sehr kompakt. Wir haben es nicht geschafft, schnell in die Verlagerung zu kommen und so konnten sie immer sehr gut verschieben“, zollte der St. Pauli-Coach Fabian Hürzeler dem Regionalligisten Respekt.

Zu Recht, denn es war aus Homburger Sicht aller Ehren wert, mit einem Unentschieden gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer der 2. Bundesliga in die Pause zu gehen. Auch in der ersten Viertelstunde nach der Halbzeit strahlte das favorisierte Hürzeler-Team zunächst eher wenig Torgefahr aus. Dann war es aber ein genialer Moment von Smith, der das 2:1 von Elias Saad brachte (64.). Ein spielentscheidender Treffer, da St. Pauli nun die absolute Spielkontrolle hatte und durch einen klasse Schuss von Marcel Hartel (69.) auf 3:1 erhöhte. Johannes Eggestein besorgte nach einem Homburger Fehlpass in der eigenen Hälfte noch den 4:1-Endstand (73.).

Homburg kämpfte, aber am Ende reichte es nicht. Das macht auch die Statistik deutlich - so kamen die Gastgeber nur zu einem Torschuss. „St. Pauli hat nicht umsonst die wenigsten Gegentore in der Liga kassiert. Sie spielen ein brutales Gegenpressing und stehen nach Ballverlust sehr gut“, analysiert Heilig. Um gegen so eine Mannschaft weiterzukommen, braucht ein Regionalligist einen „perfekten Tag“. Den hatten die Homburger nicht, und die Hamburger haben die Partie letztlich über ihre höhere individuelle Qualität gezogen.

Heilig bedauert das Ausscheiden im DFB-Pokal. „Nach zwei Siegen hat man Blut geleckt. Es macht Spaß, sich mit solchen Mannschaften zu messen“, sagt der Neukircher. Er selbst hat dabei auch erkannt, dass er auf dem Niveau gute Auftritte hinlegen kann. „Als Spieler sieht man, dass es Unterschiede gibt, aber auch, dass es nicht unmöglich ist, mitzuhalten“, meint der 25-Jährige Innenverteidiger.

Lose Anfragen von anderen Vereinen

Er selbst hat sich noch einmal mehr in den Blickpunkt gespielt. Schon jetzt habe es die ersten losen Anfragen von anderen Vereinen gegeben, bekräftigt sein Vater Joachim Heilig, der häufiger die Partien seines Sohnes anschaut und auch am Dienstagabend gegen St. Pauli im Stadion war. „Es ist schon eine coole Geschichte, wenn er sich auf der Bühne präsentieren kann. Und auf die Mannschaftsleistung können alle stolz sein“, sagt Joachim Heilig.

Sein Sohn, gestandener Regionalliga-Spieler, möchte sich mit solchen Dingen aktuell nicht beschäftigen. Für ihn zählt das „Hier und Jetzt“, betont der 25-Jährige. Er verfolgt mit den Saarländern ein großes Ziel: den Aufstieg in die 3. Liga. Und im DFB-Pokal haben die Homburger gesehen, was sie imstande sind zu leisten. „Was wir gelernt haben: Wenn wir unsere Leistung bringen, dann können wir auch großen Gegnern Schwierigkeiten bereiten“, sagt Heilig.

Voller Fokus auf den Aufstieg in die 3. Liga

In der Regionalliga Südwest hat sich Homburg auch längst gefangen. Nach einem Fehlstart gab es große Kritik am Verein, aber die Stimmen sollten schon bald verstummen. Die ersten Ligaspiele spiegelten nicht die Fähigkeiten des Teams wider - intern ließen sie sich davon aber nicht auseinanderdividieren. „Der Teamgeist war immer da“, betont Heilig. Nun steht der FC Homburg aktuell an der Spitze der Regionalliga Südwest und kann zum Jahresabschluss im heimischen Waldstadion gegen die SG Barockstadt Fulda Lehnerz (Samstag, 14 Uhr) die 40 Punkte knacken. Auch im Saarlandpokal ist Homburg noch dabei - dort gastieren Heilig & Co. im Achtelfinale beim SV Auersmacher. „Das war kein so schlechtes Jahr“, meint Heilig. Er hofft, dass die Homburger den Lauf im neuen Jahr fortsetzen und dann auch den Traum von der 3. Liga realisieren.